Markt & Umfeld

Spanien, eines der Hauptmärkte des Franchiseanbieters neben Deutschland, erscheint beliebt bei Urlaubern:  Von 2011 bis 2016 stieg die Anzahl der Besucher von 99,2 Mio. auf 115,8 Mio. Profitieren konnte der Tourismus in Spanien in den letzten Jahren vor allem durch die instabile geopolitische Lage in Ländern wie Tunesien oder der Türkei – viele Urlauber zieht es aufgrund der dortigen Situation wieder verstärkt in „klassische Regionen“, wie Mallorca. Auswirkungen hat der boomende Tourismus auch auf den spanischen Immobilienmarkt: So stieg die Immobilien-Transaktionsanzahl  seit 2014 um 46% auf 464.223 im Jahr 2017.

Ferienimmobilienbesitz Deutschland
Ferienimmobilienbesitz in Deutschland. Quelle: GBC AG

Laut einer aktuellen Untersuchung des CRES (Center for Real Estate Studies) haben sich die Immobilienpreise 2018 im Vergleich zum Vorjahr um rund 12% erhöht – und das über alle Inselregionen hinweg. Für „Schnäppchenjäger“ heiß dies allerdings auch: günstige Immobilien sind in den boomenden Regionen mittlerweile rar gesät – das Luxussegment dagegen scheint einen Aufwind zu verspüren. Einen entscheidenden Anteil an der positiven Immobilienmarktentwicklung auf den Balearen haben ausländische Käufer von Ferienimmobilien, insbesondere Deutsche.

In Deutschland zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Anzahl an Ferienimmobilienkäufer durch deutsche  Bürger im In- und Ausland hat sich laut FeWo-direkt-Studie in Kooperation mit Engel & Völkers in den letzten sechs Jahren deutlich erhöht. Eine scheinbar zukunftsträchtige Branche: Laut INNOFACT Studie plant jeder vierte Deutsche sich künftig eine Ferienimmobilie hierzulande oder im Ausland anzuschaffen.

Auch die Niedrigzinspolitik der EZB beflügelt den (Ferien) Immobilienmarkt weiterhin: Aufgrund von nach wie vor billigen Krediten, lassen sich in den boomenden Regionen mit Immobilien attraktive Renditen erzielen.  Nach Angaben von Homes & Holiday können durch „Teilzeit-Modelle“ (Urlaubsvermietung in der Ferienzeit/Eigennutzung im Winter) Renditen von bis zu 6% bei Ferienimmobilien erzielt werden.

Foto: Homes & Holiday AG
Foto: Homes & Holiday AG

Allerdings gilt auch: Da sich sowohl in Deutschland als auch in Mallorca die Preise in den letzten Jahren verteuert haben, können Kapitalanleger mit dem Kauf einer Ferienimmobilie heute weniger Geld verdienen als noch vor zwei Jahren. Profiteure scheinen hingegen unangefochten die Makler zu sein: Peer-Gruppen von Homes & Holiday wie die Makler CBRE und Jones Lang LaSalle – wenngleich um Längen größer als die Münchner – konnten in den letzten Jahren deutlich profitieren. Letzterer konnte von 2008 bis 2017 ein Umsatzplus von mehr als 190% erzielen. Die Aktie von CBRE stieg in den vergangenen zehn Jahren um 168%, die von JLL gar um 211%. Das Maklerumfeld erweist sich demnach als sehr positiv.

 

Fazit

Mit den Fokusregionen Deutschland und Spanien bedient Homes  & Holiday begehrte Urlaubsregionen und damit einen aktuell wirtschaftlich starken Markt.  Die Verbindung von Immobilienvermittlung und –vermietung gilt zudem als Alleinstellungsmerkmal und bringt einige Synergieffekte mit sich. Aufgrund des greifbaren Geschäftsmodells, was stark auf Emotionen abzielt, könnten sich vor allem viele Privatanleger angesprochen fühlen.

Problematisch könnte die mögliche Konkurrenz in einem wettbewerbsintensiven Markt werden.  Zudem ist die Kapitalausstattung aktuell noch sehr niedrig; der Immobilienspezialist ist noch nicht profitabel. Das Unternehmen ist somit auf Finanzierungsmaßnahmen, wie den bevorstehenden Börsengang, angewiesen. Gelingt die Wachstumsstrategie wie angekündigt, könnte sich die Homes & Holiday-Aktie aber als ein solides Investment erweisen – der Ausgabepreis von 2,50 EUR erscheint angemessen mit Potenzial nach oben. Die Notierung an der Börse ist demnach ein geeigneter, gleichwohl notwendiger Schritt, um sich der Financial Community, Investoren und der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Stärken/Schwächen

+ Verbindung von Immobilienvermittlung und –Vermietung als Alleinstellungsmerkmal

+ bewährtes Franchisesystem  mit erfahrenem Management

+ starker Fokus auf Digitalisierung

+ verständliches, skalierbares Geschäftsmodell

+ wachsendes Marktumfeld ( Ferienimmobilienmarkt/ Maklerumfeld)

 

starker Wettbewerb und hohe Konkurrenzgefahr

deutlich Kleiner im Hinblick auf MarketCap, Größe und Finanzmittel als Vergleichsgruppen, wie JLL u.a.

geringe Kapitalausstattung, noch nicht profitabel

 

Homes & Holiday AG – Angebotsübersicht Emissionsparameter
WKN A2GS5M
Zeichnungsfrist 5.-21.Juni
Erstnotiz vsl. 3.Juli
Preisspanne 2,50 EUR (Festpreis)
MarketCap 32,1 Mio. EUR
Marktsegment m:access (Börse München)
Emissionsprospekt ja
Emissionsvolumen bis zu 5 Mio. EUR
Konsortium GBC AG, GBC Kapital
Free Float 40%

 

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