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2020 war ein Ausnahmejahr – auch für Aktiengesellschaften und Investor Relations-Manager. Die weltweite Corona-Pandemie und die Black Lives Matter-Bewegung in den USA haben den Fokus der Investoren noch stärker hin zu ESG-Kriterien verschoben. Vor allem E und S – Enivronment und Social, rückten weiter in den Mittelpunkt.

Diese Entwicklung hat auch Hauptversammlungen geprägt. IHS Markit hat in einer Studie das Abstimmungsverhalten auf den Aktionärstreffen deutscher Aktiengesellschaften 2020 ausgewertet. Der Datendienstleister gibt auf Basis der Ergebnisse eine Prognose für das Jahr 2021.

Fest steht laut IHS Markit, dass Aktiengesellschaften im kommenden Jahr damit rechnen müssen, dass institutionelle Investoren sich gegen Untätigkeit hinsichtlich des Klimawandels stemmen werden. Es sei zu erwarten, dass zahlreiche Geldgeber dem Beispiel von BlackRock folgen und Firmen aus ihrem Portfolio entfernen würden, die nicht ausreichend Maßnahmen ergreifen, um gegen den Klimawandel zu arbeiten. Die Emittenten sollten laut IHS Markit auf Hauptversammlungen detaillierte Berichte über ihre Klimaschutzaktivitäten bereithalten.

Zudem, so der Daten-Provider, müssen die Emittenten sich darauf einstellen, dass ihre Aktionäre stärker darauf pochen werden, dass Geschlechtergerechtigkeit bis in die Vorstände gelebt wird – genauso wie Internationalität im Management. Diversität hinsichtlich des Geschlechts und der Herkunft ist ein wichtiges Asset der Zukunft – zumal, so IHS Markit, Studien zeigen, dass Unternehmen, die Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund in der Führungsebene haben, eine bessere Performance aufweisen als solche mit einem homogenen Managementteam. Frauen haben in den Vorständen der DAX30 bisher nur einen Anteil von 12,8%. Umso begrüßenswerter ist es laut IHS Markit, dass die Regierung im November 2020 ein verbindliche Frauenquote auf Vorstandsebene eingeführt hat.

Soziale Themen werden wichtiger für Investoren, darauf müssen Unternehmen sich einstellen. Umweltaspekte bleiben relevant für Aktionäre, auch diesen Bereichen müssen die Emittenten verstärkt adressieren. Zuletzt geht IHS Markit davon aus, dass Investoren verstärkt auf die Reaktion des Managements auf die aktuell herausfordernde Situation achten werden: Welche Maßnahmen hat der Vorstand ergriffen, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie möglichst gering zu halten? Wurden ausreichend Angebote für das Arbeiten im Homeoffice gemacht?

IHS Markit rät den Emittenten rechtzeitig auf ihre Investoren zuzugehen, deren Anliegen zu adressieren und den Kontakt mit den Aktionären zu verstärken.