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Die devolo AG hat in den 15 Jahren seit ihrer Gründung 2002 eine ziemlich atemberaubende Wachstumsstory geschrieben. Die Idee, häusliche Stromnetze für die Datenübertragung zu nutzen, verspricht dabei dank der Trends Smart Home und Smart Grids weiterhin viel Potenzial. Von Stefan Preuß

„devolo macht das Zuhause intelligent und das Stromnetz smart.“ Mit diesem Claim positioniert sich das Unternehmen in zwei Zukunftsmärkten. Hervorgegangen aus der ehemaligen ELSA AG, setzte devolo in der Anfangszeit ganz auf die zentrale Idee, die vorhandene Verkabelung in Immobilien für die Datenübertragung zu nutzen. Über die „Powerline“ genannte Technologie wollte das Unternehmen den jungen Markt für Heimvernetzung erschließen. „Warum fehlt oft genau da, wo man sie braucht, eine Datenverbindung? Das war unsere Ausgangsfrage“, so Heiko Harbers, Gründer und Vorstand der devolo AG. „Die Antwort auf diese Frage versprach ein enormes Marktpotenzial. Und Powerline war für uns die Schlüsseltechnologie.“

Privatkunden können mit Powerline-Adaptern Datenverbindungen in jeden Raum ihres Hauses bringen, solange dieser über eine Steckdose verfügt – neuerdings sogar auch per WLAN. 2003 fand die Markteinführung der dLAN-Adapter statt, einfache Geräte für die Steckdose, die Strom- zu Netzwerkkabeln machten. Zum Start lag die Übertragungsrate noch bei bescheidenen 14 Mbit/s , mit den heutigen Spitzenmodellen lassen sich bis zu 1.200 Mbit/s erreichen. Seit 2013 bietet devolo zudem dLAN-Adapter mit WLAN-Funktion und bringt so Highspeedinternet in jeden Winkel eines Gebäudes. Im Laufe der Jahre wurden die Adapter aus Aachen zu internationalen Bestsellern. Anfang des Jahres waren mehr als 33 Mio. Stück ausgeliefert.

In vier Geschäftsbereichen tätig

devolo-CEO Heiko Harbers
devolo-CEO Heiko Harbers

Zwei Kennzeichen des Erfolgs von devolo sind die intensive Produktkommunikation und das Marketing. Die Powerline-Adapter und weitere Hardware sind in allen großen Elektronikmärkten und den bekannten Onlineshops erhältlich. Bereits 2005 war so die erste Million dLAN-Adapter verkauft, 2008 wurde der 100. Mitarbeiter eingestellt. Parallel begann devolo, eine internationale Vertriebsorganisation aufzubauen. Inzwischen ist das Unternehmen über eigene Niederlassungen und mit Partnern in 19 Ländern präsent. Das wachsende Geschäft machte 2015 eine Reorganisation des Unternehmens notwendig. Es erfolgte eine Gliederung in vier Business Units. devolo Consumer Business betreut das gewachsene Geschäft mit Endkunden. Mit Business Solutions werden Unternehmenskunden adressiert, mit Operator Solutions Versorger und Dienstanbieter und die Unit Smart Grid bearbeitet die großen Zukunftsthemen des vernetzten Zuhauses und der intelligenten Netzdienstleistungen. devolo passt dabei seine Produkte und Lösungen als OEM-Partner individuell an die Bedürfnisse internationaler Telekommunikationsunternehmen an. Im professionellen Bereich bietet zudem der Umbau der Energieversorgungsinfrastruktur Chancen: Mit devolo-Lösungen lassen sich die neuen Smart Grids in Echtzeit überwachen und steuern sowie völlig neue Services realisieren. „Die Vision des Führungsteams um CEO Heiko Harbers ist es, devolo zum 360-Grad-Technologiespezialisten weiterzuentwickeln, zum Anbieter von Privatkundenprodukten und Profilösungen gleichermaßen“, heißt es dazu vom Unternehmen.

Hohes Umsatzwachstum bei verbesserten Margen

Internet aus der Steckdose - devolo hat mit dem Smart Home die Zeichen der Zeit früh erkannt.
Internet aus der Steckdose: devolo hat mit dem Smart Home die Zeichen der Zeit früh erkannt.

Im Geschäftsjahr 2015 stieg der Umsatz um 26,6% auf 131 Mio. EUR. Der Umsatzanteil in Deutschland betrug 37%. Der Gewinn vor Steuern konnte auf rund 7 Mio. EUR gesteigert werden. Nach Steuern verblieb ein Jahresüberschuss von 4,6 Mio. EUR. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sanken leicht auf 13,2 Mio. EUR. Das Eigenkapital von devolo betrug zum 31. Dezember 2015, unter Einbeziehung des Gewinnvortrages und des Jahresüberschusses, 12,5 Mio. EUR.
Damit konnte die EK-Quote von 22% auf 27% gesteigert werden. Aktuelle Zahlen teilte das Unternehmen auch auf Anfrage nicht mit, im Bundesanzeiger ist der Jahresabschluss 2016 noch nicht verfügbar. „Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt über langfristige Bankdarlehen für Forschungs- und Entwicklungsprojekte und durch verbundene Unternehmen. Der Forderungsbestand an verschiedene Kunden wird über Factoring vorfinanziert. Darüber hinaus stehen der Gesellschaft Kontokorrentlinien und Devisenlinien verschiedener Kreditinstitute in für die Geschäftsentwicklung ausreichender Höhe als Finanzierungsquellen zur Verfügung“, informiert die Gesellschaft im Geschäftsbericht.

Fazit

Das Kapitel Elsa am damaligen Neuen Markt war von überschaubarer Freude für die Anleger gekennzeichnet, obschon die Produkte – Internetzugang, Grafikkarten, Monitore – stets an der technologischen Spitze standen. Mit dem Fokus auf Technologie zur Internetverteilung in Gebäuden per Steckdose hat Harbers den Dreh gefunden, das immense technologische Wissen ökonomisch gewinnbringend einzusetzen. Durch die Megatrends der Vernetzung, gleichermaßen im Zuhause wie in Büro und Produktion, und die Notwendigkeit zu intelligenteren Stromnetzen sind auch die weiteren Wachstumsaussichten ganz hervorragend – zumal die Internationalisierung zwar begonnen wurde, aber weiterhin noch viele regionale Märkte ihrer Erschließung harren. Die Frage, ob man für das weitere Wachstum den Kapitalmarkt in Anspruch nehmen wird, ließ das Unternehmen unbeantwortet.

Kurzprofil devolo AG
Gründungsjahr: 2002
Branche: Hardware
Unternehmenssitz: Aachen
Mitarbeiter 2017: ca. 300
Konzernumsatz 2015: 130 Mio. EUR
Ergebnis 2015: 4,6 Mio. EUR

Über den Autor

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