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Die Hensoldt AG will die Notierung ihrer Aktien am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zu beantragen. Vorbehaltlich des Kapitalmarktumfelds soll der geplante Börsengang bis Ende des Jahres 2020 vollzogen werden. Das Angebot soll voraussichtlich Aktien aus dem Bestand von Square Lux Holding sowie neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung umfassen.

Thomas Müller, CEO von Hensoldt, beschrieb ein IPO als den „nächsten logischen Schritt“ um die Wachstumsdynamik des Unternehmens weiter voranzutreiben.

Wie viele Aktien platziert werden sollen, teilte das Unternehmen nicht mit. Auch zur angepeilten Preisspanne und der möglichen künftigen Anteilseignerstruktur machte der Konzern auf Nachfrage zunächst keine Angaben.

Das Unternehmen ist mit über 5400 Mitarbeitern weltweit im Bereich der Rüstungselektronik unter anderem in der Radar- und Sensortechnik tätig. Das Unternehmen stellt beispielsweise Sensoren, Systeme für elektronische Kampfführung und optoelektronische Systeme her und gehört bislang dem Finanzinvestor KKR. KKR hatte dem Flugzeugbauer Airbus 2017 dessen Rüstungselektronik-Sparte abgekauft.

Der Rüstungskonzern spekuliert vor dem Hintergrund wachsender Rüstungsbudgets und neuer weltweiter Bedrohungsszenarien auf weiter steigende Erlöse. Der Umsatz des Konzerns lag 2019 bei rund 1,1 Mrd. EUR. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 1,15 Mrd. EUR. 2021 strebt Hensoldt dann eine Umsatzspanne von 1,4 bis 1,6 Mrd. EUR an. Bis 2022 soll die jährliche Wachstumsrate um die 15% und mittelfristig im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich liegen.

Medienberichten zufolge strebt KKR eine Bewertung von bis zu 3 Mrd. EUR an, Investoren könnten durch den Börsengang zwischen 20 und 30% der Hensoldt-Anteile angeboten werden, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet hatte. Laut Industriekreisen war der IPO ursprünglich schon im Frühjahr geplant, er sei wegen der Corona-Turbulenzen an den Finanzmärkten dann aber auf Eis gelegt worden. Mit dem nun offiziell angekündigten Börsengang wäre Hensoldt somit das erste größere Unternehmen in Deutschland, das sich in diesem Jahr an den Kapitalmarkt traut.

Der Herbst könnte nach der vor allem durch Corona bedingten flaute eine wahre IPO-Hochzeit werden. Auch Auto1 und Knauss Tabbert haben bereits ein IPO angekündigt.