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Die Aktien von Immunic Inc. fielen am Donnerstag stark, nachdem das biopharmazeutische Unternehmen in der klinischen Phase eine Eigenkapitalerhöhung von 45 Millionen US-Dollar unter dem letzten Schlusskurs festgesetzt hatte.
Im Morgenhandel lagen die Aktien um 17% niedriger bei 9,86 USD. Sie sind seit Ende letzten Jahres um ca. 36 % und in den letzten 12 Monaten um ca. 20 % gesunken.

Immunic, ein Biotechnologieunternehmen aus Gräfelfing bei München, das über einen Reverse Merger vor Kurzem an die Nasdaq gesprungen war, entwickelt orale Immuntherapien, die sich auf die Behandlung chronischer Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen (Multiple Sklerose) konzentrieren. Das Unternehmen hat gerade ein öffentliches Angebot von 4,5 Millionen Aktien zu einem Preis von jeweils 10 US-Dollar bekanntgegeben. Die Underwriter des Angebots haben eine 30-tägige Option zum Kauf von bis zu 675.000 zusätzlichen Aktien zum gleichen Preis, hieß es.

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Immunic mit Fortschritten bei der Behandlung von Multiple Sklerose

Die Einnahmen aus dem Angebot, das am oder um den kommenden Montag abgeschlossen werden soll, werden zur Finanzierung der laufenden klinischen Entwicklung von drei weitentwickelten Produktkandidaten verwendet, teilte das Unternehmen mit.

Die Nachrichtenlage aus dem eigenen Entwicklungsprogramm hatte sich in letzter Zeit durchaus positiv gelesen. Anfang Juli hatte etwa die FDA Immunic die Freigabe für den Beginn der IMU-838-Phase-3-Studien ENSURE bei schubförmig remittierender Multipler Sklerose und der Phase-2-Studie CALLIPER bei progressiver Multipler Sklerose erteilt.
Um den Einsatz dieses Mittels als Immunsystem-Modulator auch in COVID-19-Fällen mit milderen Verläufen war es allerdings in letzter Zeit eher ruhig geworden. Bereits in 2020 hatte sich das Unternehmen über zwei Kapitalmaßnahmen über 110 Mio USD von der Börse geholt, um die mehrgleisigen Entwicklungspfade verfolgen zu können.

Über den Autor

Dr. Georg Kääb ist seit 1. Februar Redaktionsleiter der Plattform LifeSciences. Davor war er über 10 Jahre Manager Communications bei der Biotech-Netzwerkagentur BioM. Von der Ausbildung her Biologe waren die ersten Berufsstationen als freier Journalist bei u.a. Süddeutscher Zeitung sowie DIE ZEIT und dann ebenfalls ein gutes Jahrzehnt als Chefredakteur der Mitgliederzeitschrift des Verbandes dt. Biologen, vdbiol.