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Die Gabler Group konkretisiert ihren geplanten Börsengang (GoingPublic berichtete) und setzt die Preisspanne auf 37,00 bis 47,00 EUR je Aktie fest. Der Angebotszeitraum beginnt voraussichtlich am 25. Februar 2026 und endet am oder um den 4. März 2026.
Von Christian Euler
Zum Verkauf stehen bis zu 1.050.000 neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie bis zu 1.575.000 bestehende Aktien des abgebenden Aktionärs. Hinzu kommen bis zu 393.750 weitere Aktien im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption. Bei vollständiger Platzierung würde der Streubesitz nach dem IPO bei knapp 49,9 % liegen. Der erste Handelstag im Scale-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse ist um den 9. März 2026 geplant. Der endgültige Angebotspreis wird im Rahmen eines Bookbuilding-Verfahrens ermittelt und voraussichtlich am 4. März 2026 bekannt gegeben.
Aus der Kapitalerhöhung strebt die Gruppe einen Nettoemissionserlös von rund 41 Mio. EUR an, der insbesondere zur Bilanzstärkung, zur Beschleunigung des organischen Wachstums sowie für gezielte kleinere Akquisitionen eingesetzt werden soll. Die Gabler Group ist auf die Entwicklung und Produktion missionskritischer Unterwassertechnologien spezialisiert und nach eigenen Angaben der führende europäische Anbieter in diesem Segment. „Wir sehen ein außergewöhnlich attraktives Marktumfeld für missionskritische Unterwassertechnologien“, sagte Vorstandschef David Schirm. „Steigende Verteidigungsausgaben, der Schutz kritischer maritimer Infrastruktur und die zunehmende Bedeutung autonomer Unterwassersysteme treiben die strukturelle Nachfrage nachhaltig.“
Volle Auftragsbücher und gezielte Diversifikation

Mit seiner führenden Position im Bereich Submarine Systems, dem dynamischen Wachstum in Subsea Communications & Data sowie Subsea Power und seinem hohen Auftragsbestand verfüge die Gabler Group über eine starke operative Basis und klare Visibilität. „Als börsennotiertes Unternehmen wollen wir unsere Innovationskraft weiter stärken, unsere internationale Präsenz ausbauen und die sich bietenden Wachstumschancen konsequent nutzen“, bekräftigte Schirm.
Weltweit sind rund 185 U-Boote mit Systemen der Gabler Group ausgerüstet, darunter 25 Marinen. Daneben haben die Lübecker ihr Portfolio in den vergangenen Jahren gezielt diversifiziert. Im Segment Subsea Communications & Data entwickelt die Tochtergesellschaft develogic Lösungen für Unterwasserkommunikation und Datenerfassung, etwa für die Vernetzung von U-Booten, den Betrieb von Offshore-Windparks oder stationäre Meeresmonitoring-Systeme. Mit der 2025 übernommenen SubCtech hat die Gabler Group zudem das Geschäftsfeld Subsea Power gestärkt und bietet Energieversorgungs- sowie Speicherlösungen für Unterwasserfahrzeuge und maritime Installationen an.
Etwa 75 % der Erlöse stammen aus Verteidigungs- und verteidigungsnahen Anwendungen – damit partizipiert die Gesellschaft unmittelbar an den anhaltend steigenden Rüstungsausgaben sowie den geopolitisch getriebenen Investitionen in maritime Sicherheit. Im Zuge der Börsenvorbereitungen weist die Gabler Group für das Geschäftsjahr 2025 konsolidierte Pro-forma-Umsätze von 61,7 Mio. EUR sowie ein bereinigtes EBITDA von 16,5 Mio. EUR aus. Das entspricht einer bereinigten EBIT-Marge von 28,2 %. Getrieben vom dynamischen Verteidigungsumfeld beziffert das Unternehmen das organische Wachstum für 2025 auf rund 34 % gegenüber dem Vorjahr.
Klare Wachstumsziele
Mittelfristig peilt die in Lübeck ansässige Gruppe mit ihren rund 240 Beschäftigten einen Umsatz von etwa 100 Mio. EUR an. Insbesondere in den Segmenten Subsea Power sowie Subsea Communications & Data werden jährliche Nettoumsatzzuwächse im Korridor von 20 bis 30 % erwartet. Mit einem festen Auftragsbestand von rund 90 Mio. EUR zum 31. Dezember 2025 sowie weiteren potenziellen, bislang nicht finalisierten Aufträgen im Volumen von rund 269 Mio. EUR startet das Unternehmen mit hoher Visibilität in das Jahr 2026.
GoingPublic rechnet aktuell mit einer Bewertungsvorstellung des Alteigentümers, die bei 300 bis 400 Mio. EUR liegen könnte. Damit tritt die Gabler Group als wachstumsorientierte Alternative zu den höher kapitalisierten Verteidigungsaktien Rheinmetall (MarketCap 74 Mrd. EUR), Hensoldt (9,3 Mrd. EUR) und RENK (5,6 Mrd. EUR) an – mit entsprechend höherem Chancen-Risiko-Profil.
Fazit
Mit dem Börsengang positioniert sich die Gabler Group als fokussierter Small Cap im wachsenden Markt für maritime Verteidigungstechnologien. Das Unternehmen verbindet eine etablierte Marktstellung im Kerngeschäft Submarine Systems mit wachstumsstarken, technologisch angrenzenden Bereichen wie Unterwasserkommunikation und Energieversorgung. Die hohe EBITDA-Marge, das dynamische organische Wachstum sowie ein substanzieller Auftragsbestand sprechen für operative Substanz und Visibilität. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob es dem Unternehmen gelingt, die hohe Profitabilität auch bei zunehmender Skalierung zu verteidigen und die angekündigten Wachstumsinitiativen wertschaffend umzusetzen.
Autor/Autorin

Christian Euler
Christian Euler gehört zum Redaktionsteam der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de) und ist regelmäßig Autor von Beiträgen und Aktienanalysen. Als Redakteur beschäftigt er sich schon seit über 20 Jahren mit Wirtschaft und Finanzen.





