Bildquelle: © ASTA Energy Solutions AG

Mit einem Kurssprung von 46 % zum Börsenstart am vergangenen Freitag und einem Niveau, das trotz der derzeit unsicheren Marktphase noch immer 38 % über dem Ausgabepreis von 29,50 Euro liegt, ist Asta Energy Solutions (ISIN: AT100ASTA001, MarketCap: 580 Mio. EUR) erfolgreich gestartet. Von Christian Euler


Es war der erste Börsengang im Prime Standard der Frankfurter Börse für 2026 (GoingPublic berichtete). Bereits am ersten Handelstag griffen gleich sechs Führungskräfte zu und erwarben außerbörslich Aktien im Gesamtwert von rund 1,15 Mio. EUR zu einem Preis von 29,50 EUR je Anteilsschein. Vorstandschef Karl Schäcke investierte 249.983 EUR, Finanzchefin Daniela Klauser 177.000 EUR. Die größten Einzelbeträge steuerten der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Pistauer sowie dessen Kollege Marc Wesely mit 300.900 EUR bzw. 299.985 EUR bei. Ebenfalls im Aufsichtsrat sitzen Renate Krenn und Christian Kern, die 20.000 EUR bzw. knapp 100.000 EUR anlegten.

Solche gebündelten Insiderkäufe werden am Kapitalmarkt häufig als Vertrauenssignal gewertet, da Management und Aufsichtsrat eigenes Kapital einsetzen und damit Zuversicht in die weitere Geschäftsentwicklung demonstrieren. Gleichwohl bleibt zunächst offen, ob die Transaktionen auf konkrete operative Impulse hindeuten oder primär im Zusammenhang mit einer geplanten Eigenkapitalstärkung stehen.

1 Wochen Chart ASTA Energy Solutions AG Stand 06.02.2026 13:05 Uhr || Quelle: stock3.com

Solides Geschäftsmodell in wachsendem Markt

Mit rund 1.400 Mitarbeitern fertigt Asta Energy Solutions an sechs Standorten weltweit Kupferanwendungen, die in Hochspannungstransformatoren, Generatoren und zunehmend auch in Rechenzentren verbaut werden. In den vergangenen Jahren sind sowohl Umsatz als auch Ergebnis deutlich gestiegen. Besonders auffällig ist die Verbesserung der operativen Profitabilität, die auf Skaleneffekte und eine effizientere Produktion hindeutet.

Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet das Management einen Umsatz von rund 680 Mio. EUR nach 643 Mio. EUR im Jahr zuvor. Langfristig peilt man mehr als eine Milliarde EUR Jahresumsatz an – ein Ziel, das vor dem Hintergrund der aktuellen Marktkapitalisierung von rund 580 Mio. EUR eine vergleichsweise günstige Bewertung nahelegt. Mit Blick auf den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erwartet der Konzern einen Wert zwischen 45 und 47 Mio. EUR nach 36 Mio. EUR im Jahr 2024.

Für Anleger zentral: Wachstum geht bei Asta Energy Solutions nicht zulasten der Marge. Das unterscheidet das Unternehmen von vielen anderen Akteuren im Energiesektor, die trotz steigender Umsätze weiterhin hohe Verluste ausweisen. Am Kapitalmarkt wird die Gesellschaft als wachstumsstarker Industrietitel eingeordnet. Die Bewertung liegt über dem Niveau klassischer Industrieunternehmen, bleibt aber unterhalb stark gehypter Technologie- oder reiner Green-Energy-Aktien.

Risiken beachten

Trotz der positiven Ausgangslage ist die Bewertung nicht frei von Unsicherheiten. Das Geschäftsmodell bleibt abhängig von Rohstoffpreisen, insbesondere Kupfer, sowie von Investitionszyklen im Energiesektor. Zudem erwartet der Kapitalmarkt, dass Asta die zuletzt gezeigte operative Stärke bestätigt. Schwächere Margen oder Auftragseingänge würden sich unmittelbar auf die Bewertung auswirken.

Fazit

Asta Energy Solutions wird derzeit als Industriewert mit strukturellem Rückenwind bewertet. Die operative Entwicklung rechtfertigt einen Bewertungsaufschlag gegenüber klassischen Industrieunternehmen. Gleichzeitig ist die Aktie kein defensives Investment: Die Bewertung setzt voraus, dass Wachstum und Profitabilität nachhaltig fortgeschrieben werden können.

Autor/Autorin

Christian Euler

Christian Euler ist seit rund 20 Jahren Redakteur im Bereich Wirtschaft und Finanzen. Für die Redaktion der Kapitalmarktplattform GoingPublic beleuchtet er seit 2025 Kapitalmarktthemen und interessante Aktien.