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In den USA läuft aktuell eine interessante Diskussion – und es herrscht etwas Ratlosigkeit – über den mauen Jahresauftakt Januar bis März: Immerhin hatten sich die US-Märkte im vergangenen Jahr stabil gezeigt (obgleich unspektakulär), die US-Wirtschaft wächst (obgleich unspektakulär) und die Arbeitslosigkeit fällt sogar (noch unspektakulärer – die US-Daten sind notorisch unzuverlässig).

Den schlechtesten Jahresauftakt seit 2009 – wie wir heute wissen: das Ende der Finanzkrise – habe der US-Markt nicht verdient, denn 2016 scheine doch kein Vergleich mit 2009, so zahlreiche US-Auguren.

Anfang 2009 wusste man noch nicht, dass man die Finanzkrise in den Griff bekommen würde, die Welt tänzelte am Abgrund – daher: Wo sind die Parallelen zwischen 2009 und 2016?

Biotech IPO Boom in den USA
Biotech IPO Boom in den USA

Ganze 8 IPOs gingen im ersten Quartal 2016 in den USA über die Bühne (!), nach 34 im vergangenen Jahr. Was zeichnet für einen Einbruch um ¾ verantwortlich, das also ist die Frage.

Noch deutlicher sieht das Emissionsvolumen den Unterschied: minus 87% lautet hier die Bilanz zum Vorjahresstichtag.

Interessante Notiz am Rande: Sämtliche spärliche 8 US-Börsendebütanten kamen aus dem Bereich Healthcare & Lifesciences.

Der ‚Auftragseingang‘ sieht auch nicht besser aus: Nach offiziellen Daten der US-Börsen habe man gerade mal zwei Dutzend Kandidaten in der Registrations-Pipeline, ein Einbruch um rund die Hälfte gegenüber dem Vorjahresstand. Weltweit sehe es auch nicht besser aus, konstatiert Renaissance Capital, eine auf IPOs spezialisierte internationale Adresse.

Auch Renaissance habe keine gute Erklärung für die aktuelle IPO-Dürre 2016, wie der Dienst selbst einräumt. Niedrige Öl-Preise seien für die meisten Unternehmen sogar positiv, solide Performances von letztjährigen IPOs wirken auch nicht gerade abschreckend – wo also liege das Problem?

IPO USA

Wahrscheinlich nur Psychologie, wie schon Altmeister André Kostolany stets monierte, wenn keine bessere Erklärung zur Hand war: aktuelle Entwicklungen wie China oder der maue Jahresauftakt an den Börsen werden in der der Investorenaufmerksamkeit viel zu hoch gewichtet, rationalere Überlegungen untergewichtet / treten in den Hintergrund. Beweisen lässt sich das natürlich nie.

Fazit: so schlimm wie aktuell die Zahlen für Börsengänge international widerspiegeln, kann es kaum sein – außer man sieht sich tatsächlich in die Jahre 2007-09 zurückversetzt. Falls das nicht der Fall ist, dürfte es aktuell an den Börsen, eingeschlossen bei Börsendebütanten, gute Investmentmöglichkeiten geben.

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