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Sie schaffen mehr Arbeitsplätze und haben eine höhere Wertschöpfung: Eine Studie der Stiftung Familienunternehmen bescheinigt börsennotierten Familienunternehmen, besser zu wirtschaften als ihre Konkurrenten ohne Familieneinfluss.

Ziel der Studie ist es, die Bedeutung, Merkmale und Performance von börsennotierten Familienunternehmen in Europa (15 EU-Länder, Schweiz und Norwegen) zu beleuchten. Als Basis dafür dient ein umfassender und handverlesener Datensatz, der börsennotierte, nichtfinanzielle Unternehmen aus 17 europäischen Ländern beinhaltet. Mit insgesamt 6.702 zwischen 2007 und 2020 untersuchten Einzelunternehmen stützt sich die Studie auf die größte Stichprobe ihrer Art. Die Studie wurde von einem internationalen Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Marc Steffen Rapp, Professor für Betriebswissenschaften an der Universität Marburg, verfasst.

Lesen Sie hier den Artikel „Börsennotierte Familienunternehmen – das Beste aus zwei Welten?“

„Familienunternehmen wirtschaften auf lange Sicht und mit Substanz. Sie denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen. Damit sind sie ein Gegenentwurf zu großen Konzernen in Streubesitz, denen es häufig vor allem darum geht, den kurzfristigen Erwartungen von Investoren gerecht zu werden“, sagt Professor Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen.

Vergleich Beschäftigungswachstum von 2007 – 2022. Bild: Stiftung Familienunternehmen

Familienunternehmen spielen eine wichtige Rolle

Gemessen an ihrem Beitrag zu Bilanzsumme, Gesamtumsatz, Beschäftigung und Marktkapitalisierung spielen Familienunternehmen auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine wichtige Rolle. Rund ein Viertel der Bilanzsumme (23,8 Prozent), des Gesamtumsatzes (24,7 Prozent) und der Marktkapitalisierung (23,5 Prozent), die von börsennotierten Unternehmen in Europa gehalten oder generiert werden, entfiel im Jahr 2020 auf Familienunternehmen. In puncto Beschäftigung kommt Familienunternehmen eine noch zentralere Bedeutung zu: Im Jahr 2020 waren 26,2 Prozent aller Angestellten von börsennotierten, nichtfinanziellen Unternehmen in Europa für ein Familienunternehmen tätig.

Vergleich Börsen-Performance. Bild: Stiftung Familienunternehmen

Höherer Beschäftigungszuwachs

Mit Blick auf die Umsatzsteigerung sind Familienunternehmen mit Nicht-Familienunternehmen gleich auf. Familienunternehmen weisen jedoch einen höheren Beschäftigungszuwachs als vergleichbare Unternehmen auf. Bei Familienunternehmen zeigen sich zudem geringere Schwankungen in der Beschäftigung. In Einklang mit dem stärkeren Fokus auf die Beschäftigung erzielen Familienunternehmen eine vergleichsweise höhere Wertschöpfung pro Kapitaleinheit als andere Unternehmen. Darüber hinaus verfügen Familienunternehmen im Vergleich zu anderen Unternehmen über eine höhere Rentabilität hinsichtlich der Gesamt- und Eigenkapitalrendite. Innerhalb der Familienunternehmen stechen jene Unternehmen besonders positiv hervor, deren Gründungsfamilien weiterhin entscheidenden Einfluss nehmen. Sie machen über 60 Prozent der börsennotierten Familienunternehmen beziehungsweise 20 Prozent aller börsennotierten Firmen im untersuchten Gebiet aus. Diese Gründerfamilienunternehmen wachsen schneller in Bezug auf Umsatz und Beschäftigung. Sie sind außerdem profitabler als andere Unternehmen. Im Mittel generieren Sie eine jährliche Gesamtrendite in Höhe von 7,6 Prozent – bei Familienunternehmen ohne Gründerbezug sind es 6,3 Prozent.

Die kompletten Ergebnisse der Studie können Sie sich hier als PDF downloaden.

Quelle: https://www.familienunternehmen.de/de/pressebereich/meldungen/2022/2022-07-20/boersennotierte-familienunternehmen-erfolgreicher

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