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Erst Ende Februar hatte der Autovermieter aus Pullach bekannt gegeben, dass das Unternehmen einen Börsengang seiner Tochtergesellschaft Sixt Leasing prüfe, wie auch goingpublic.de berichtet hatte. Heute Vormittag bestätigte Sixt-Vorstandsvorsitzender Erich Sixt auf der Jahrespressekonferenz in München, dass sich das Unternehmen mitten im Prüfungsprozess befände. Auch bestätigte er, dass jetzt ein günstiger Augenblick sein könnte.

Allerdings wollten weder Sixt noch Finanzvorstand Dr. Julian zu Putlitz sich dazu äußern, wann ein Börsengang über die Bühne gebracht werden solle. Auch über den angestrebten Emissionserlös oder mögliche beteiligte Konsortialbanken wollten beide noch keine Details nennen.

Auf die Frage, was einen Börsengang noch verhindern könnte, verwies er auf das komplexe Genehmigungsverfahren: Da Sixt ein Mischkonzern sei, der sowohl Autovermieter als auch -finanzierer ist, müsse alles von der BaFin und der Bundesbank vorab geprüft werden. Auch die Kapitalmärkte würden laut Sixt eine Rolle spielen: So könne es z.B. sein, dass man sich mit dem Markt nicht über den Wert einig werden könne – alles Faktoren also, die ein IPO durchaus noch verhindern könnten.

Im Falle eines Börsenganges würden die Einnahmen aus dem Emissionserlös laut Sixt zur Stärkung der Eigenkapitalbasis des Gesamtkonzerns verwendet werden. Die Eigenkapitalquote von Sixt lag Ende 2014 bei 26,4% (764,2 Mio. EUR). Im Vorjahr lag sie noch bei 28,5%. Damit sei zwar das Ziel von 20% weit übertroffen, doch würde zusätzliches Kapital für das Leasingvermögen des Tochterunternehmens benötigt. Dazu gehört auch der Bereich Autofinanzierung: Hier kauft Sixt die Fahrzeuge auf eigene Rechnung und verleast sie weiter bzw. ermöglich eine Finanzierung mit Kaufoption nach Ende der Leasinglaufzeit.

Frei werdendes Kapital, das zurzeit von Sixt zur Leasingtochter für den Autokauf fließen würde, könnte so für die Auslandsexpansion, vor allem in den USA verwendet werden. Dort hat das Unternehmen die Zahl seiner Stationen im Jahr 2014 von 26 auf 50 beinahe verdoppelt. „1.000 Stationen in den USA sind möglich“, prognostiziert Sixt. Auch kleine Akquisitionen sind in den USA denkbar, wie Minizukäufe von Stationen an Flughäfen, wie in Dallas im letzten Jahr, so Sixt.

Die Sixt-Zahlen selbst indes konnten sich sehen lassen: Im Gesamtkonzern stieg das Ergebnis vor Steuern um 14% zum Vorjahr auf 157 Mio. EUR. Der operative Umsatz betrug 2014 rund 1,65 Mrd. EUR, ein Plus von 9%. Im Leasinggeschäft stiegt das Ergebnis vor Steuern um etwa ein Fünftel auf 25,6 Mio. EUR und die EBT-Marge um 0,8 Prozentpunkte.

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