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Die erste SPAC in Deutschland seit mehr als zehn Jahren startet den Handel an der Frankfurter Börse. Start-up-Investor Dr. Klaus Hommels will mit der Lakestar SPAC I auch ein Signal für die Entwicklung einer europäischen SPAC-Börsenkultur setzen.

Börsengang

Nach erfolgreich abgeschlossener und mehrfach überzeichneter Privatplatzierung in der vergangenen Woche ist der Börsenhandel mit den Aktien und Optionsscheinen der Lakestar SPAC I SE in Frankfurt eröffnet. Damit debütiert die erste SPAC seit mehr als einem Jahrzehnt in Deutschland. Sie wurde gegründet, um ein europäisches Wachstumsunternehmen im Technologiesektor zu übernehmen. Dafür gab Lakestar in der Privatplatzierung 27,5 Mio. Einheiten, bestehend aus einer Aktie (Ticker LRS1) und 1/3 Optionsschein (Ticker LRSW), zu einem Preis von je 10 EUR an institutionelle Investoren aus und erzielte so einen Bruttoerlös von 275 Mio. EUR.

Die Aktien werden zum Handel im regulierten Markt (General Standard) und die Optionsscheine zum Handel im Freiverkehr der Frankfurter Börse zugelassen. Die Deutsche Bank, J.P. Morgan und Morgan Stanley agieren beim Börsengang als Joint Global Coordinators.

Dazu Dr. Klaus Hommels, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Lakestar SPAC I: „Der heutige Tag ist ein Meilenstein – für unsere Lakestar SPAC I und für Europa. Mit unserem Listing wollen wir einem stark positionierten, europäischen Techunternehmen Zugang zu Kapital verschaffen und den Grundstein für weiteres Wachstum legen. Wir glauben, dass die Frankfurter Börse für Technologieunternehmen sehr attraktiv ist, dank ihres Standorts im Herzen Europas und den hier zahlreichen Möglichkeiten im Techbereich.“

Mittelverwendung

Wie alle SPACs (Special Purpose Acquisition Companies), dienen die im Börsengang eingeworbenen Mittel dem Zweck, ein aussichtsreiches Unternehmen ausfindig zu machen und zu übernehmen, um es dann über den bestehenden Börsenmantel an der Börse zu platzieren.

Im Falle von Lakestar SPAC I soll es sich um ein europäisches late-stage Wachstumsunternehmen aus dem Technologiesektor mit einem Eigenkapitalwert zwischen 750 Mio. und 4 Mrd. EUR und Geschäftsaktivitäten in Europa, in Großbritannien oder der Schweiz handeln. Speziell will Lakestar dabei die Bereiche SaaS, Fintech, Transport und Logistik, Healthtech und Deeptech unter die Lupe nehmen.

Hommels will nicht ausschließen, dass es sich auch um ein Unternehmen aus dem Lakestar-Portfolio selbst handeln könnte. Darunter z.B.: Public.com, eine Investmentplattform mit dem Ziel, den Wertpapierhandel einer größeren Bevölkerungsschicht zugänglich zu machen, oder Symphony, ein verschlüsselte Messaging-App für Finanzinstitute.

Bezahlt werden soll das Unternehmen durch die Ausgabe neuer Aktien oder in bar. Hierfür ist dann auch der Erlös einer möglichen künftigen Privatplatzierung bei Bekanntgabe einer erfolgreich abgeschlossenen Verhandlung mit dem Zielunternehmen angedacht. Beginnend mit dem heutigen Börsenstart hat Lakestar SPAC I jetzt 24 Monate Zeit, um ein Unternehmen zu finden und zu fusionieren. Sollte die Übernahme bis zum Ende des Zeitraums nicht geschehen, jedoch bereits eine rechtsverbindliche Vereinbarung mit dem Verkäufer eines Zielunternehmens unterzeichnet sein, wird die Frist um drei Monate verlängert.

Bei erfolgloser Suche nach einem Unternehmen oder gescheiterten Vertragsverhandlungen wird Lakestar SPAC I liquidiert und das Vermögen im Wesentlichen an die Aktionäre ausgeschüttet.

Kapitalstruktur

Wie bei SPACs üblich, werden auch bei der Lakestar SPAC I die Erlöse aus der Privatplatzierung auf ein Treuhandkonto überstellt. In der Regel wird das Geld dann in risikoarme, kurzfristig laufende Staatsanleihen angelegt. Die Gründer der Lakestar SPAC I halten zudem knapp 7 Millionen Gründeraktien, etwa 20% des ausstehenden Grundkapitals der SPAC I. Für diese Aktien besteht ein Lock-up, sie können also während der Suche nach einem geeigneten Unternehmen weder verkauft noch auf andere Art übertragen werden.

Kommt es zum Unternehmenszusammenschluss, werden die Gründeraktien plangemäß zu einem Drittel nach dem ersten Handelstag in öffentliche Aktien umgewandelt, zu einem Drittel nachdem der Schlusskurs der öffentlichen Aktien an zehn Handelstagen innerhalb von 30 Handelstagen 12 EUR übersteigt und zum restlichen Drittel bei einem Schlusskurs von über 14 EUR an zehn Handelstagen innerhalb von 30 Handelstagen.

Sollte ein Unternehmen für den Zusammenschluss bereit stehen, holt sich die Lakestar SPAC I die Zustimmung von den Aktionären auf einer zu diesem Zweck einberufenen Hauptversammlung mit einer einfachen Mehrheit der Stimmen. Unabhängig von dieser Abstimmung steht es jedem Aktionär frei, die Rücknahme aller oder eines Teils seiner Aktien zu verlangen. Er wird dann die 10 EUR pro Anteilsschein zurückerhalten zzgl. einer Kompensation für einen potenziell negativen Zinsertrag. Zudem kann er seine öffentlichen Optionsscheine behalten, muss diese aber innerhalb von 30 Tage nach der Unternehmensfusion ausüben.

Managementteam

Lakestar SPAC I-Aufsichtsratsvorsitzender Hommels ist europäischer Start-up-Investor im Techsektor und wurde mehrfach als einer der führenden europäischen Venture-Capital-Investoren ausgezeichnet. Hommels setzt sich insbesondere dafür ein, den europäischen Techfinanzsektor zu stärken – auch aus diesem Grund hat er die Lakestar SPAC I gegründet. Hommels hat unter anderem Investitionen in Skype, Facebook, Spotify oder das Technologie-Start-Up Revolut getätigt 2020 via Lakestar Advisors einen neuen 680 Mio. EUR schweren Fonds für Unternehmen in der Früh- und Wachstumsphase aufgelegt. Hommels dazu: „Als Team sind wir tief im europäischen growth-stage und pre-IPO Ökosystem verankert, verfügen über einen erstklassigen, direkten Zugang zu Assets und ein weitreichendes Deal-Sourcing-Netzwerk.“

Lakestar SPAC I-CEO Stefan Winners verfügt über mehr als 20 Jahre Branchenerfahrung in Digital-, Tech- und Medienunternehmen. Er war CEO der Burda Digital SE und der TOMORROW FOCUS AG und unterstützte als Vorsitzender oder Gremienmitglied die Geschäftsentwicklung von New Work SE, Zooplus, oder der Giesecke & Devrient GmbH.

Lakestar SPAC I-CIO Inga Schwarting ist Gründerin der Key Partners Capital GmbH, einer europäischen privaten Beteiligungsgesellschaft mit Fokus auf pre-IPO und growth-stage Technologieinvestments. Zuvor war sie unter anderem bei der Axel Springer SE, HSBC und Berenberg in verantwortlicher Position tätig. Zu ihren Beteiligungen zählen unter anderem Spotify, Beyond Meat, Wish, Robinhood und Nubank.

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