Bremsen-Pionier Knorr-Bremse hat die Preisspanne für den geplanten Börsengang auf EUR 72 bis EUR 87 je Aktie festgelegt. Die Erlöse kommen allerdings nicht Knorr-Bremse zugute, sondern dem bisherigen Aktionär KB Holding. 

Angeboten werden 35 Mio. Aktien aus dem Bestand der KB Holding. Darüber hinaus bietet der verkaufende Aktionär rund 8 Mio. Papiere seiner Inhaberaktien ohne Nennbetrag an (‚Zusätzliche Basisaktien‘).

Schließlich können bis zu knapp 5,3 Mio. Aktien zur Deckung einer möglichen Mehrzuteilung zur Verfügung gestellt werden, wobei die Anzahl dieser Aktien 15% der Basisaktien nicht übersteigen wird.

Der Bruttoerlös wird sich je nach Platzierungspreis zwischen 3,5 und 4,2 Mrd. EUR bewegen, der Streubesitz im Anschluss bei bis zu 30%.

Fotos: @Knorr-Bremse

Sämtliche Erlöse aus dem Verkauf der Basisaktien sowie aus einem möglichen Verkauf von zusätzlichen Basisaktien und Mehrzuteilungsaktien fließen dem Altaktionär zu – Knorr-Bremse geht kein frisches Kapital zu im Rahmen des Börsengangs.

Nach Bekanntgabe unserer Börsenpläne haben wir sehr positives Feedback von Investoren und anderen Stakeholdern erhalten. Das bestätigt uns in unserer festen Überzeugung, dass dieser Börsengang der nächste logische Schritt für uns ist“, so Klaus Deller, Vorstandsvorsitzender von Knorr-Bremse.

Historie von über einem Jahrhundert

Die 1905 gegründete Knorr-Bremse gilt als Erfinder einer speziellen Bremstechnologie. 1985 leitete Heinz Hermann Thiele als Vorstandsvorsitzender und nach einem Management-Buy-out der Gesellschaft tiefgreifende strukturelle Veränderungen ein und fokussierte die Unternehmensaktivitäten auf das Kerngeschäft, d. h. die Bremstechnik für Schienen- und Nutzfahrzeuge.

Der Multi beschäftigt weltweit rund 29.000 Mitarbeiter an ca. 100 Standorten und machte im vergangenen Jahr einen Konzernumsatz von 6,24 Mrd. EUR, 14% mehr als im Vorjahr. Der Jahresüberschuss belief sich auf 580 Mio. EUR, ca. 6% mehr. Auch im ersten Halbjahr setzte sich der Wachstumskurs weiter fort.

Deutsche Bank, JP Morgan und Morgan Stanleysind beim IPO im Lead, Berenberg, Commerzbank, UBS und UniCredit als Bookrunner in zweiter Reihe.

Über den Autor

Falko Bozicevic ist Chefredakteur des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für das Portal BondGuide (www.bondguide.de)