Werbung

Premiere an der Frankfurter Börse: Die erste Internet-Apotheke wagt den Sprung aufs Börsenparkett. Mit dem geplanten Emissionserlös von bis zu 100 Mio. EUR will die Versand-Apotheke vor allem ihre Expansion nach Südeuropa finanzieren. Allerdings ist die der Preisspanne zugrundegelegte Bewertung sehr hoch.

Börsengang
Die deutsch-niederländische Shop Apotheke Europe B.V. will noch im Oktober ihr Börsendebüt feiern. Das Angebot umfasst bis zu rund 3,6 Mio. neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Bei starker Nachfrage sollen weitere 535.700 Aktien aus dem Besitz des Vorstands und befreundeter Investoren mit einer Mehrzuteilung (Greenshoe) platziert werden. Vorstandschef Michael Köhler, der bisher 29,7% hält, käme dann noch auf einen Anteil von 15,8%. Bis zu 45% wären im Streubesitz. Angebote können in einer Spanne zwischen 28 und 35 EUR abgegeben werden. Die Zeichnungsfrist läuft  bis zum 11. Oktober. Am 13. sollen die Aktien erstmals im Prime Standard der Frankfurter Börse notieren.

Management der Shop-Apotheke. Bildquelle: Shop Apotheke Europe
Management der Shop-Apotheke. Bildquelle: Shop Apotheke Europe

Das IPO hat ein Volumen von fix bis zu 100 Mio. EUR: abhängig vom Emissionspreis wird die Anzahl der auszugebenden Aktien ermittelt. Mit dem Erlöse will das Management weitere Märkte vor allem in Südeuropa erschließen und die Logistik automatisieren. „Um das zügig tun zu können, gehen wir an die Börse“, sagt Finanzvorstand Ulrich Wandel. Klappt die Emission wie geplant, wäre die Shop Apotheke an der Börse zwischen 254 Mio. und 317 Mio. EUR wert. Berenberg und Citigroup sind als Joint Global Coordinator mandatiert. Gemeinsam mit der Commerzbank haben Sie zudem die Aufgabe des Joint Bookrunner übernommen.

Unternehmen
Der heutige Marketingchef Stephan Weber von der Kölner Fortuna-Apotheke gründete die Firma 2001 und war 2004 in den Versandhandel mit Medikamenten eingestiegen. 2010 wurde sie an die niederländische Europa Apotheek aus Venlo verkauft, die damals dem US-Konzern Medco gehörte. Zwei Jahre später stieg Medco wieder aus. 2015 wurde die Shop Apotheke aus der Europa Apotheek ausgegliedert. Das Unternehmen konzentriert sich seitdem auf nicht rezeptpflichtige Arzneimittel und Pflegeprodukte, die über Apotheken verkauft werden müssen. „Unsere Zielgruppe ist die Familie“, erläutert Wandel. Der Versand von Medikamenten auf Rezept ist Sache der Schwesterfirma Europa Apotheek Venlo.

Geschäftszahlen
Der Versandhändler mit rund 320 Mitarbeitern bietet seine Medikamente nicht nur in Deutschland an, es gibt sie mittlerweile auch in Österreich, Frankreich und Belgien. Mit der jüngsten Übernahme einer belgischen Online-Apotheke soll der Sprung nach Italien und Spanien gelingen. Die Firma hat nach eigenen Angaben 1,5 Mio. Kunden. Der Umsatz stieg 2015 um fast 50% auf 125,6 Mio. EUR. Allerdings erhöhten sich auch die Verluste von  5,0 auf 10,5 Mio. EUR.

Shop Apotheke Europe B.V. 2014 2015 2016e 2017e
Umsatz *) 84,7 125,6 175,0 250,0
Nettoergebnis *) -5,0 -10,5 -10,0 -5,0
EpS -0,55 -1,16 -1,06 -0,52
KGV min. neg. -neg. neg. neg.
KGV max. neg. neg. neg. neg.
*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: GoingPublic Research

Das Management sieht noch ein großes Wachstumspotenzial für das Versenden von Pharma-Produkten – im Vergleich zu Deutschland seien die Märkte in vielen anderen europäischen Ländern noch klein. „Unser Ziel ist, die internationalen Märkte zügig zu durchdringen, um unseren First-Mover-Vorteil bestmöglich zu nutzen“, hat sich Wandel zum Ziel gesetzt. Bei dieser Wachstumsstory soll vor allem die jüngste Übernahme der belgischen Farmaline helfen, die in Italien und Spanien präsent ist.

1
2