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Mittelverwendung

Der Emissionserlös soll für weitere Investitionen in das neue Geschäftsfeld „Digitization & IT-Services“ genutzt werden. „Dieses Geld wollen wir ganz überwiegend für das Wachstum unserer Tochterfirma coraixx verwenden. In diesem Technologie Start-up sehen wir erhebliches Wachstumspotenzial“, erläutert Ulbrich. So will der Finanzdienstleister seinen Anteil an coraixx von 50 auf 67% erhöhen. Dadurch soll coraixx zum führenden Anbieter einer digitalen Buchhaltungstechnologie werden, die die Fraunhofer-Gesellschaft und die Dresdner Firma Inquence entwickelt haben.

Die innovative Buchhaltungssoftware wandelt unstrukturierte Finanzdaten wie Papierbelege, Rechnungen oder Lieferscheine in strukturierte digitale Daten um, wodurch bei größeren Unternehmen die Effizienz in der Belegverarbeitung um über die Hälfte gesteigert werden könne. Gleichzeitig vermögen die Kunden ihre Datenanalysen auszuweiten, um im Controlling, zur Betrugsbekämpfung oder bei Marketingaktivitäten neue Erkenntnisse zu gewinnen sowie das Reporting zu automatisieren. Als Software-Anbieter mit einer „Pay-per-Use“-Lösung soll die Tochterfirma coraixx mittelfristig erhebliche Umsatz- und Ertragspotentiale für capsensixx beitragen.

Stärken und Schwächen

+ profitables, schon bewährtes Geschäftsmodell

+ gutes Renommee in der Fondsbranche

+ Lizenz für innovative Buchhaltungssoftware

 

– an Tochterfirmen nur zu gut 50% beteiligt

– Klumpenrisiko durch einzelne Großkunden


Fazit

capsensixx besitzt ein profitables Geschäftsmodell mit vielen Serviceangeboten für kleinere und mittelgroße Private Label Fonds mit Überrenditen (sog. ‚Alpha‘). Durch die gute Wettbewerbsposition sollte der Finanzdienstleister weiterhin von den positiven Marktaussichten profitieren. Passive Investmentprodukte wie ETFs und digitale Angebote wie Robo-Advisor erhöhen jedoch den Wettbewerbsdruck der aktiv orientierten Asset-Manager. Zudem könnte sich der Margendruck im Asset-Management-Sektor negativ auf auswirken. Mit coraixx verfügt die Aktiengesellschaft über ein interessantes Asset, das mittelfristig für höheres Wachstum sorgen soll. Allerdings ist derzeit schwer einzuschätzen, ob sich diese Technologie letztlich im Markt durchsetzen wird.

Bei einem Ausgabepreis am oberen Ende von 19 EUR käme capsensixx auf eine Bewertung von 65 Mio. EUR und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2018 von 18, am unteren von 15. Eine halbwegs passende Peergroup ist nur schwer auszumachen, ggf. MAN Group (12) oder mit noch mehr Abstrichen Ferratum (16) sind derzeit günstiger, werden aber zum Teil wie etwa die FinTech Group (21) teils auch höher bewertet. Aufgrund des in der breiten Öffentlichkeit wenig bekannten Markennamens und der Bewertung rechnen wir eher mit einer Platzierung nicht am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne – dann auch mit Kursfantasie.

Thomas Müncher

Fotos: @capsensixx AG

capsensixx AG – Angebotsübersicht Emissionsparameter
WKN  A2G 9M1
Zeichnungsfrist 12. bis 18 Juni
Erstnotiz   voraussichtlich 21. Juni
Preisspanne 16 bis 19 EUR
MarketCap 55 bis 65 Mio. EUR
Marktsegment Frankfurt (Prime Standard)
Emissionsprospekt ja
Emissionsvolumen 16 bis 19 Mio. EUR (inkl. Greenshoe)
Konsortium ICF Bank (Sole Global Coordinator, Sole Bookrunner)
Free Float max. 29 %

 

Über den Autor

Die GoingPublic Redaktion informiert über alle Börsengänge, Being Public, Investor Relations, Tax & Legal, Themen und Trends rund um die Hauptversammlung sowie Technologie – Finanzierung – Investment in den Lebenswissenschaften.

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