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In den Fokus von Investoren zu kommen und zu bleiben ist aufgrund der Vielzahl von Investmentmöglichkeiten am Kapitalmarkt eine nachhaltige Herausforderung für die IR-Abteilungen börsennotierter Unternehmen. Gerade für mittelständische börsennotierte Unternehmen ist die Investor-Relations-Arbeit deshalb mit Blick auf die Umsetzung einer erfolgreichen Kapitalmarktstrategie von essenzieller Bedeutung. Eine aktuelle Studie zeigt, worauf es in der IR-Arbeit von heute ankommt.Von Manuel Hoelzle und Kristina Bauer

GBCSeit 2007 befragen wir jährlich den deutschen börsennotierten Mittelstand zu seiner IR-Arbeit und den dabei verwendeten Instrumenten. Die diesjährige Umfrage, die im Zeitraum von März bis Mai 2019 vorgenommen wurde, aktualisiert die Befragungen aus den Jahren 2007 bis 2018.

IR-Arbeit bleibt auch 2019 im eigenen Haus

Wie bereits in den Vorjahren wird die IR-Arbeit hauptsächlich inhouse betrieben. In 67% der Unternehmen liegt die Zuständigkeit bei einem hauseigenen IR-Mitarbeiter oder einer IR-Abteilung (Vorjahr: 53%). Ein Drittel der Vorstände (28%) nimmt diese wichtige Aufgabe selbst wahr (Vorjahr: 34%); nur ca. 5% der befragten mittelständischen Unternehmen nutzen das Know-how eines externen IR-Dienstleisters (Vorjahr: 13%).

IR-Budgets sollen bei 24% der Unternehmen steigen

Die IR-Budgets sollen laut Umfrage zwar bei der Mehrheit der Unternehmen konstant bleiben, so die Aussage von 67% der Befragten (Vorjahr: 70%). Zudem planen aber 24% der Unternehmen weitere Steigerungen (28%). 10% (Vorjahr: 2%) der befragten Unternehmen planen eine Senkung der Budgets und damit eine Einsparung der IR-Ausgaben. In die Investorenarbeit wird damit weiterhin investiert und die Ausgaben bleiben auf hohem Niveau. Bei 10% der Befragten liegt das IR-Budget bei über 500.000 EUR, bei 8% sogar oberhalb der 1 Mio. EUR.

Analysten und institutionelle Investoren im Zentrum

Analysten und institutionelle Investoren stehen gemäß unserer Umfrage weiterhin im Zentrum der IR-Arbeit: Die beiden Zielgruppen wurden von 92% bzw. 90% der Befragten als äußerst wichtig eingestuft. Eine negative Tendenz hat sich hingegen bei der Zielgruppe der Journalisten hinsichtlich der Bedeutungseinschätzung ergeben – hier ist der Umfragewert von 76% auf 66% gefallen.

Die IR-Zielgruppe „private Investoren“ hat in der aktuellen Umfrage einen identischen Wert zum Vorjahr mit 74%. (Einschätzung: „wichtig“).

Konferenzen und One-on-one-Meetings wichtigste IR-Instrumente

Investoren- bzw. Analystenkonferenzen sowie organisierte One-on-one-Meetings auf Konferenzen haben auch in unserer IR-Umfrage 2019 erneut ihre Top-Position behauptet und sind in diesem Jahr wieder die beliebtesten IR-Instrumente des deutschen börsennotierten Mittelstands. Diese wurden beide von 86% bzw. 92% (Vorjahr: 89% bzw. 88%) der IR-Verantwortlichen als „wichtig bis hin zu sehr wichtig“ eingestuft und erzielen damit Spitzenwerte.

Nationale Roadshows, die also in Deutschland stattfinden, wurden von 80% der Befragten (Vorjahr: 77%) als wichtig eingestuft. Webpräsentationen sind mit 54% genau identisch zum Vorjahr. Telefonkonferenzen sind mit 72% ebenfalls sehr nah am Ergebnis 2018 (Vorjahr: 73%). Das Thema Nachhaltigkeitsbericht gewinnt stark an Bedeutung, so wird dieser hinsichtlich der „zukünftigen Bedeutung“ von 46% der Befragten als „wichtig bis hin zu sehr wichtig“ bewertet. Im Vorjahr belief sich diese Zahl auf nur 24%.