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Der Erfurter Halbleiter-Spezialist X-FAB strebt in den nächsten Wochen eine Notierung an der Pariser Euronext an. Warum sich das Unternehmen ausgerechnet für diesen Börsenplatz und nicht den heimischen Markt entschieden hat und welche Wachstumsstrategien sie mit dem Börsengang verfolgen, verrät uns X-FAB-CEO Rudi De Winter im Interview.

GoingPublic: Herr De Winter, warum werden Sie das geplante IPO an der Euronext in Paris und nicht an einem heimischen Börsenplatz durchführen?

De Winter: Wir sind ein international tätiges Unternehmen, deshalb wollten wir auch einen internationalen Börsenplatz auswählen. Zunächst hatten wir über eine Notiz an der NYSE und der LSE nachgedacht. London kam aber aufgrund des angestrebten Brexits nicht mehr in Frage. Mit X-FABs starker Präsenz in Europa haben wir uns dann auf die weiteren europäischen Börsenplätze konzentriert und diese anhand unterschiedlicher Parameter miteinander verglichen. Im Ergebnis dessen fiel die Entscheidung auf Euronext Paris, im Übrigen auch ganz in der Nähe unseres Standortes in Frankreich

Warum kam das neue Börsensegment Scale der Deutschen Börse für Sie nicht in Frage?

Wir haben die Entscheidung schon im vierten Quartal getroffen, zu diesem Zeitpunkt gab es dieses neue Börsensegment noch gar nicht.

Können Sie schon etwas über die Transaktionsstruktur sagen? Wie ist die Aktienstruktur aufgebaut?

Wir wollen durch den Börsengang 250 Mio. EUR frisches Kapital einsammeln, das direkt ins Unternehmen fließt. Außerdem werden zwei Minderheitsaktionäre weitere Anteile verkaufen.  Die belgische Beteiligungsgesellschaft Xtrion, die als Hauptaktionär derzeit 61,4 Prozent hält, wird aber keine Aktien verkaufen.

Für was genau wollen Sie die Emissionserlöse nutzen?

In erster Linie wollen wir die Emissionserlöse für Erweiterungsinvestitionen nutzen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Ausbau der Produktionskapazitäten sowie der Erweiterung unserer Technologien. Wichtig ist uns aber, dass unser Kerngeschäft weiterhin organisch wächst, so wie in den letzten Jahren kontinuierlich geschehen. Wir sind auf Wachstumskurs und bekommen mit der Börsennotiz noch mehr Möglichkeiten, um das Wachstum weiter festigen zu können.

Wie sehen Sie generell die Entwicklung der Halbleiterbranche?

Die Entwicklung der Halbleiterbranche ist positiv, nicht zuletzt, weil der Elektronikanteil in vielen Geräten oder auch im Automobil kontinuierlich steigt. X-FAB agiert als Anbieter von Spezialprozessen in einem sehr attraktiven Segment. Für unsere Analog/Mixed-Signal-Technologien verzeichnen wir mehr und mehr Bedarf. Generell sehe ich großes Potenzial im Halbleitersegment –  auch für die Zukunft.

Herr De Winter, vielen Dank für das interessante Gespräch.

Das Interview führte Svenja Liebig

Mehr zum IPO von X-FAB an der Pariser Euronext finden Sie hier.

 

Über den Autor

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