DFV – Zahlen und Bewertung
2016 2017 2018e 2019e
Bruttoprämien *) 64 64 74 75
Nettoergebnis *) 3,4 1,8 3,5 5,3
EpS 0,27 0,14 0,28 0,43
KGV min. 62,6 119,6 59,8 39,9
KGV max. 84,7 161,8 80,9 53,9
*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: GoingPublic Research

 

Das Unternehmen konnte Prämien und Bilanzsumme in den letzten Jahren durchweg steigern, allerdings ist der Jahresüberschuss nach Steuern in 2017 etwas geringer ausgefallen. In den kommenden Jahren strebt das Unternehmen indes ein sehr ambitioniertes Umsatzwachstum an.

Emissionsparameter

DFV – Angebotsübersicht Emissionsparameter
WKN A2N BVD
Zeichnungsfrist vsl. 30. Oktober bis zum 9. November 2018
Erstnotiz 14. November 2018 (erwartet)
Preisspanne 17-23 EUR
MarketCap 212 bis 286 Mio. EUR
Marktsegment Frankfurt/Main (Prime Standard)
Emissionsprospekt ja
Emissionsvolumen 68 bis 93 Mio. EUR (inkl. Greenshoe)
Konsortium Hauck & Aufhäuser (Global Coordinator) & Mainfirst (Joint Bookrunner)
Free Float max. 32%


Fazit
Die DFV ist seit der Gründung in 2007 mit eigenen Produkten am Versicherungsmarkt tätig und hat über die Jahre im Direktvertrieb sowie mit eigener IT-Plattform ein beachtliches Wachstum realisiert. Allerdings hat das Unternehmen auch in den letzten Jahren eine Konsolidierung des Geschäftes, darunter auch einen Abbau von Mitarbeitern auf etwa die Hälfte erfahren. Nun sieht man sich mit den initiierten digitalen Projekten als Insurtech für ein künftiges Wachstum gut aufgestellt und plant im Rahmen des IPOs externe Mittel einzusammeln. Auf Grundlage eines traditionellen Versicherungsgeschäfts, gepaart mit der Phantasie eines Insurtech-Unternehmens, peilt man jedoch eine recht ambitionierte Bewertung an. Die Rechtfertigung hängt davon ab, ob diese Erwartung an erfüllt werden kann. Planzahlen seitens des Unternehmens waren nicht offiziell zu erhalten. Dass das annoncierte Emissionsvolumen nunmehr geringer ausfällt als noch vor einem Monat angekündigt, sowie dass die Absicht auf absehbare Zeit keine Dividenden an Investoren zahlen zu wollen, tragen zur Einschätzung bei, die Aktienplatzierung und erste Börsenkurse erst einmal abwartend zu beobachten.

 

Autor: Jakob Fichtner

Autor/Autorin

IPO im Fokus: DFV Deutsche Familienversicherung

Die DFV Deutsche Familienversicherung, gegründet in Frankfurt am Main 2007, steht vor dem Börsengang. Das Unternehmen sieht sich als Insurtech und wartet mit einer Reihe innovativer Versicherungslösungen auf.

Börsengang & Emission
Im Rahmen des IPOs erwartet die Gesellschaft ein finales Platzierungsvolumen von 68 bis 92 Mio. EUR, aufgrund der definierten Preisspanne von 17 bis 23 EUR je Aktie. Die Mittel sollen zum Wachstum im deutschen Heimatmarkt (Marketing, sowie Produktentwicklung), sowie zum Markteintritt in ein weiteres europäisches Land bis 2020 verwendet werden.

Erstnotiz ist für den 14. November im geregelten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse vorgesehen. Das Angebot bilden 3.500.000 Aktien aus einer Kapitalerhöhung, sowie 525.000 Papiere im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption aus dem Bestand eines Hauptaktionärs.

Unternehmen
Die DFV weist aktuell 420.000 Verträge, 109 Mitarbeiter und 72 Mio. EUR Prämienbestand aus. Schwerpunkt der Aktivitäten seit 2007 lag auf Lösungen rund um Zahn-, Kranken-, und Pflegezusatzversicherungen, doch auch Sachversicherungen gehören aktuell zum Produktportfolio.

Das Unternehmen sieht sich als ein Insurtech-Vorreiter im deutschen Versicherungsmarkt, der sich auf den Vertrieb und die Bestandsverwaltung von Krankenzusatz- und Sachversicherungen spezialisiert hat. Die DFV verfügt über eine eigenentwickelte IT-Plattform, welche die Basis für weiteres Wachstum und Skalierbarkeit des Geschäftsmodells darstellt.

Die Digitalisierung der Prozesse in der gesamten Wertschöpfung, vom Abschluss bis zur Schadensregulierung sieht der Gründer und CEO des Unternehmens, Dr. Stefan Knoll als Erfolgsfaktoren. Beispielsweise wird Amazon Echo als Produktberatung für Kunden vor dem Abschluss aktiv eingebunden, sowie moderne digitale Bezahlmethoden (darunter Amazon Pay, Paypal) akzeptiert. Des Weiteren pflegt das Unternehmen Kooperationen mit aufstrebenden IT-Serviceprovidern im Insurtech-Sektor und implementiert auf dieser Basis künstliche Intelligenz in interne Prozesse.

Das Unternehmen möchte mit ‚einfachen Versicherungslösungen‘ weitere Verbraucher für sich gewinnen uns sieht sich als „IKEA der Versicherungswirtschaft“ – ein System, bei dem die Flexibilität, aber auch einfache Verständlichkeit der Produkte im Vordergrund stehen. Das Modell von „off-the-shelf” Lösungen und „Versicherung on demand“ soll in den kommenden Jahren forciert und zum Erringen der Marktanteile im hart-umkämpften deutschen Versicherungssektor genutzt werden.

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DFV - Zahlen und Bewertung
201620172018e2019e
Bruttoprämien *)64647475
Nettoergebnis *)3,41,83,55,3
EpS0,270,140,280,43
KGV min.62,6119,659,839,9
KGV max.84,7161,880,953,9
*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: GoingPublic Research

 

Das Unternehmen konnte Prämien und Bilanzsumme in den letzten Jahren durchweg steigern, allerdings ist der Jahresüberschuss nach Steuern in 2017 etwas geringer ausgefallen. In den kommenden Jahren strebt das Unternehmen indes ein sehr ambitioniertes Umsatzwachstum an.

Emissionsparameter

DFV – AngebotsübersichtEmissionsparameter
WKNA2N BVD
Zeichnungsfristvsl. 30. Oktober bis zum 9. November 2018
Erstnotiz14. November 2018 (erwartet)
Preisspanne17-23 EUR
MarketCap212 bis 286 Mio. EUR
MarktsegmentFrankfurt/Main (Prime Standard)
Emissionsprospektja
Emissionsvolumen68 bis 93 Mio. EUR (inkl. Greenshoe)
KonsortiumHauck & Aufhäuser (Global Coordinator) & Mainfirst (Joint Bookrunner)
Free Floatmax. 32%


Fazit
Die DFV ist seit der Gründung in 2007 mit eigenen Produkten am Versicherungsmarkt tätig und hat über die Jahre im Direktvertrieb sowie mit eigener IT-Plattform ein beachtliches Wachstum realisiert. Allerdings hat das Unternehmen auch in den letzten Jahren eine Konsolidierung des Geschäftes, darunter auch einen Abbau von Mitarbeitern auf etwa die Hälfte erfahren. Nun sieht man sich mit den initiierten digitalen Projekten als Insurtech für ein künftiges Wachstum gut aufgestellt und plant im Rahmen des IPOs externe Mittel einzusammeln. Auf Grundlage eines traditionellen Versicherungsgeschäfts, gepaart mit der Phantasie eines Insurtech-Unternehmens, peilt man jedoch eine recht ambitionierte Bewertung an. Die Rechtfertigung hängt davon ab, ob diese Erwartung an erfüllt werden kann. Planzahlen seitens des Unternehmens waren nicht offiziell zu erhalten. Dass das annoncierte Emissionsvolumen nunmehr geringer ausfällt als noch vor einem Monat angekündigt, sowie dass die Absicht auf absehbare Zeit keine Dividenden an Investoren zahlen zu wollen, tragen zur Einschätzung bei, die Aktienplatzierung und erste Börsenkurse erst einmal abwartend zu beobachten.

 

Autor: Jakob Fichtner