Bildnachweis: Formycon AG .
Die Formycon AG (ISIN: DE000A1EWVY8) hat eine strategische Partnerschaft mit OneSource Specialty Pharma bekannt gegeben. OneSource soll künftig als strategischer Produktionspartner für Wirkstoffe und fertige Arzneimittel im Bereich Biosimilars tätig werden. Die Vereinbarung steht im Zusammenhang mit Formycons Wachstumsstrategie FYB4Growth, in der skalierbare und kosteneffiziente Herstellungsstrukturen eine zentrale Rolle spielen. Von Jenny Gspahn-Staudigl
OneSource unterstützt Herstellung für globale Programme
Formycon und OneSource Specialty Pharma wollen künftig bei der Herstellung von Biosimilars zusammenarbeiten. Nach Unternehmensangaben wird OneSource integrierte Kapazitäten für die Herstellung von Drug Substance und Drug Product an seiner Produktionsstätte für Biologika in Bangalore bereitstellen.
Die Partnerschaft soll Formycons Biosimilar-Programme für globale Märkte unterstützen. Formycon bringt dabei die Entwicklungskompetenz im Biosimilar-Bereich ein, OneSource die Produktionsplattform für Biologika. Diese reicht den Angaben zufolge von der Zelllinienentwicklung bis zur kommerziellen Abfüllung und Endverpackung.
OneSource verfügt nach eigenen Angaben über fünf hochmoderne Produktionsstätten, die von führenden internationalen Aufsichtsbehörden, darunter FDA und EMA, zugelassen sind. Das Unternehmen ist als CDMO auf komplexe pharmazeutische Produkte wie Biosimilars, sterile Injektionspräparate, orale Darreichungsformen und Kombinationen aus Arzneimitteln und Medizinprodukten spezialisiert.
Baustein der FYB4Growth-Strategie
Formycon verknüpft die Partnerschaft ausdrücklich mit seiner Wachstumsstrategie FYB4Growth. CEO Stefan Glombitza bezeichnete eine zuverlässige, skalierbare und kosteneffiziente Produktion als Eckpfeiler der Strategie. Mit OneSource werde das Netzwerk strategischer Herstellungspartner erweitert.
Skalierbare Produktionsstrukturen sind im Biosimilar-Geschäft ein wesentlicher Faktor für Versorgungssicherheit, Kostenbasis und internationale Markterschließung. Konkrete finanzielle Details zur Kooperation wurden bislang nicht genannt.
Formycon hat nach eigenen Angaben mit FYB201/Ranibizumab, FYB202/Ustekinumab und FYB203/Aflibercept bereits drei Biosimilars am Markt. Vier weitere Kandidaten befinden sich in der Entwicklung, darunter FYB206/Pembrolizumab und FYB208/Dupilumab.
Deutliches Kurspotenzial
Die Formycon-Aktie ist im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Am 15. Juli notierte die Aktie im frühen Handel bei 18,32 EUR, ein Plus von 0,09 % gegenüber dem Vortag. Die Marktkapitalisierung liegt bei 327,66 Mio. EUR.

First Berlin Equity Research bestätigte am 22. Juni 2026 die Kaufempfehlung für Formycon, senkte das Kursziel jedoch von 53,00 EUR auf 50,00 EUR. Analyst Simon Scholes verwies dabei auf solide Q1-Zahlen und positive Nachrichten zu FYB202 und FYB206. Nach Einschätzung von First Berlin kann Formycon die Prognose für 2026 mit einem Umsatz von 60 Mio. bis 70 Mio. EUR und einem EBITDA bis 10 Mio. EUR erreichen.
Biosimilar-Markt bleibt Wachstumsfeld
Nach Angaben von Formycon werden bis 2032 zahlreiche biopharmazeutische Arzneimittel ihren Patentschutz verlieren, darunter 45 Blockbuster mit einem geschätzten jährlichen Gesamtumsatz von weltweit mehr als 200 Mrd. USD. Der weltweite Biosimilar-Umsatz liegt dem Unternehmen zufolge derzeit bei etwa 21 Mrd. USD. Analysten erwarteten einen Anstieg auf mehr als 74 Mrd. USD bis 2030.
Fazit
Formycon erweitert mit OneSource sein Netzwerk strategischer Herstellungspartner und stärkt damit einen zentralen Baustein im Biosimilar-Geschäft: zuverlässige, skalierbare und kosteneffiziente Produktion. Die Vereinbarung passt zur FYB4Growth-Strategie und zur fortschreitenden Entwicklung der Pipeline. Finanzielle Eckdaten zur Partnerschaft fehlen; die Aktie bleibt trotz bestätigter Kaufempfehlung von First Berlin und eines Kursziels von 50,00 EUR deutlich unter Druck.
Autor/Autorin
Jenny Gspahn-Staudigl ist Content Managerin für die Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de). In ihrer täglichen Arbeit beschäftigt sie sich mit Themen rund um den Aktienmarkt, aktuelle Börsengänge sowie alle Aspekte rund um die Börsennotiz von Unternehmen.




