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Direkter Investorenkontakt nimmt für Investor-Relations-Manager einen zunehmend hohen Stellenwert ein – insbesondere durch die kommende Umsetzung von MiFID II. Investorendatenbanken und -kontaktpflege-Tools werden demnach immer wichtiger. Am Markt tut sich derweil einiges: Alteingesessene Dienstleister bekommen es mit neuer Konkurrenz zu tun. Das GoingPublic Magazin führte deshalb einen Test diverser Produkte durch, ebenso eine Online-Umfrage unter IR-Professionals. Mit durchaus gemischten Ergebnissen. Von Dr. Charlotte Brigitte Looß

Abbildung 1: Aus welchen Quellen verarbeitet Ihre Abteilung Informationen zum Anteilsbesitz? (Mehrfachnennung möglich)

Der Markt für Investorendatenbanken ist in Bewegung. Während die strengen europäischen Datenschutzbedingungen den Anbietern das Leben schwer -machen, bringen gleichzeitig die zu erwartenden Auswirkungen von MiFID II neue Geschäftsmodelle hervor. Ein guter Zeitpunkt also, einmal den Status quo bei den Angeboten unter die Lupe zu nehmen. Dazu hat das GoingPublic Magazin in einer Studie verschiedene Produkte getestet (siehe Kasten unten). Teilgenommen haben die Unternehmen AfU Research GmbH, ingage IR LTD, Ipreo PLC, IR.soft – Euronext Corporate Services und Orient Capital.

Bereits bei den Vorbereitungen zu diesem Vorhaben zeigte sich, wie sehr der Markt im Umbruch ist. Es fiel auf, dass zum Jahreswechsel gleich mehrere, für den deutschsprachigen Raum zuständige Kundenbetreuer verschiedener Firmen ihre Arbeitgeber verlassen hatten. Gleichzeitig wurde ein gewisses Desinteresse US-amerikanischer Firmen deutlich. Es scheint, als habe der europäische Markt für sie an Attraktivität verloren. Zu kleinteilig, zu viele nationale Besonderheiten. Nicht beteiligt an der Produktstudie haben sich Bloomberg, Factset und die Nasdaq Corporate Solutions. Wobei die Datenbank von Factset in den meisten an der Untersuchung beteiligten Produkten integriert ist.

Börsen verstärken Service-Aktivitäten

Abbildung 2: Häufigkeit der Beschäftigung mit Informationen zur Aktionärsbasis

Eine weitere Veränderung fiel ebenso auf: Mit Euronext hat – nach der Nasdaq – die zweite Börse den Anbieter einer datenbankgestützten Anwendung gekauft, in diesem Fall IR.soft. Bleibt abzuwarten, ob weitere Handelsplätze mit vergleichbaren Maßnahmen folgen werden. Die Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie in zwei Jahren könnte einen Impuls dafür liefern. Ab dann steht Emittenten in Europa ein erweiterter Auskunftsanspruch gegenüber ihren Aktionären zu.

Generell geht der Trend zu allumfänglichen Lösungen: Dementsprechend baut die EQS Group ihre Cloud-Lösung COCKPIT weiter aus. Dabei werden die bestehenden Bereiche zur Erfüllung von Meldepflichten und Kontaktmanagement um neue Funktionalitäten deutlich erweitert, zum Beispiel zur Identifikation und Analyse von potenziellen und bestehenden Investoren, zur Kommunikation und Interaktion mit den Kapitalmarktteilnehmern und zum Monitoring der IR-Aktivitäten. Dabei sollen die Anforderungen der Investor Relations Officer (IROs) aus einer Hand deutlich einfacher zu steuern sein und damit die Effizienz der IR-Kommunikation erhöht werden.

Die vollständige Auswertung der Studie finden Sie hier.

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