Bildnachweis: Secarna Pharmaceuticals.
Das Münchner Pharmaunternehmen Secarna Pharmaceuticals richtet sich auf die nächste Entwicklungsstufe aus: Mit klinischem Fokus, laufendem Fundraising und wachsender Pipeline soll der Sprung zum Clinical-Stage-Biotech gelingen. Ein neu besetzter Beirat soll diesen Prozess strategisch begleiten: Mit Jens Holstein und Richard Mark Engelhard holt sich das Unternehmen gezielt Erfahrung für Skalierung, Kapitalmarkt und strategische Entwicklung an Bord. Von Urs Moesenfechtel
Plattform, Pipeline und klarer klinischer Fokus
Secarna entwickelt Oligonukleotid-Therapeutika auf Basis der firmeneigenen, KI-gestützten OligoCreator-Plattform. Diese kombiniert Design, Optimierung und verschiedene Verabreichungstechnologien, um Wirkstoffe mit hoher Geschwindigkeit sowie verbesserter Sicherheit und Wirksamkeit zu identifizieren. Im Zentrum steht das Leitprogramm SECN-15 in der Onkologie. Für diesen Kandidaten strebt das Unternehmen einen klinischen Proof of Concept an, also Patientendaten, die zeigen sollen, dass der Wirkstoff sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit Checkpoint-Inhibitoren wirksam ist. Dazu zählen unter anderem Keytruda von Merck & Co. und Opdivo von Bristol Myers Squibb. Die zugrunde liegende biologische Rationale wird durch präklinische Daten aus Tiermodellen sowie translationale Daten aus Krebspatienten gestützt.
Finanzierung und Partnerschaften als zentrale Hebel
Parallel zur klinischen Entwicklung adressiert Secarna die Finanzierungsseite: Für die Weiterentwicklung von SECN-15 ist eine externe Finanzierungsrunde erforderlich, die aktuell vorbereitet wird. Darüber hinaus verfolgt das Unternehmen eine zweigleisige Strategie beim Pipeline-Ausbau: Neben eigenen Programmen sollen Partnerschaften auf Basis der OligoCreator-Plattform geschlossen werden. Dabei bringt Secarna seine Expertise in der Entwicklung von ASOs und siRNAs ein, während Partner die weitere klinische Entwicklung übernehmen.
Neuer Beirat soll Wachstum und Umsetzung unterstützen
Vor diesem Hintergrund erweiterte Secarna kürzlich seinen Beirat um Jens Holstein und Richard Mark Engelhard. Das Gremium soll strategische Beratung sowie Finanz- und Branchenexpertise bereitstellen, um Management und Gesellschafter bei der Umsetzung des langfristigen Wachstumskurses zu unterstützen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Kapitalmarktfragen, Skalierung und die Positionierung im Biotech- und Pharmasektor.
Holstein bringt Kapitalmarkt- und Skalierungserfahrung ein
Die Berufung von Jens Holstein ist eng mit der aktuellen Transformationsphase verknüpft. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Führungserfahrung im Life-Sciences- und Biopharmasektor. Als CFO von BioNTech (bis Mitte 2025) verantwortete er die Finanzstrategie während der globalen Skalierung des Unternehmens. Zuvor war er rund zehn Jahre CFO von MorphoSys und begleitete dort die Transformation zu einem integrierten Biopharmaunternehmen. Weitere Stationen umfassen Führungsrollen innerhalb der Fresenius-Gruppe. Derzeit ist er nicht-geschäftsführendes Mitglied des Verwaltungsrats des in den USA börsennotierten Diagnostikunternehmens Veracyte Inc. und fungiert als Vorsitzender des Prüfungsausschusses.
Engelhard steht für Gesellschafterperspektive und OTC-Erfahrung
Richard Mark Engelhard, Vertreter des Aktionärs Engelhard Arzneimittel GmbH & Co KG, vertritt als Gesellschaftervertreter die Perspektive eines etablierten Pharmaunternehmens. Engelhard Arzneimittel ist einer der führenden Markenhersteller im Bereich rezeptfreier Arzneimittel (OTC) in Deutschland. Diese Perspektive soll Engelhard nun in den Beirat einbringen, insbesondere mit Blick auf Marktzugang, Positionierung und langfristige Wertschöpfung. Engelhard begleitet Secarna Pharmaceuticals bereits seit mehreren Jahren als Gesellschafter und kennt die technologische Entwicklung sowie die strategische Ausrichtung des Unternehmens aus nächster Nähe. Mit der Berufung in den Beirat übernimmt er nun eine erweiterte Rolle, in der er die Verbindung zwischen Gesellschaftern, Management und strategischer Weiterentwicklung stärken soll.
Stimmen aus Unternehmen und Beirat
„Wir freuen uns sehr, in dieser entscheidenden Phase der Entwicklung von Secarna Pharmaceuticals solch erfahrene Branchenführer in unserem Beirat willkommen zu heißen“, so CEO Konstantin Petropoulos. Der promovierte Molekularbiologe verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung von Oligonukleotid-Therapeutika und hat Secarna gezielt als technologiegetriebenes Biotech positioniert. „Wir wollen ihre Erfahrung nutzen, um unsere langfristigen Wachstumsziele umzusetzen“, so Petropoulos.
Jens Holstein erklärte: „Ich freue mich darauf, meine Expertise in den Bereichen Finanz- und Unternehmensstrategie im Life-Sciences-, Biotech- und Pharmasektor einzubringen, um nachhaltiges Wachstum und langfristige Wertschöpfung voranzutreiben.“
Richard Mark Engelhard ergänzt: „Die Fortschritte rund um die Plattform und die Pipeline – insbesondere SECN-15 – zeigen das Potenzial des Unternehmens. Wir wollen in den kommenden Jahren einen sogenannten klinischen ‚Proof of Concept‘ zeigen, also Patientendaten generieren, die belegen, dass SECN-15 allein und in Kombination mit aktuell zugelassenen Medikamenten, sogenannten ‚Checkpoint Inhibitoren‘ wie Keytruda von MSD oder Opdivo von BMS, eine deutliche Verbesserung für den Patienten darstellen kann.“
Fazit
Mit der Erweiterung des Beirats stärkt Secarna Pharmaceuticals gezielt Kompetenzen, die für die nächste Entwicklungsphase entscheidend sind. Neben der Weiterentwicklung der Pipeline rücken dabei insbesondere klinische Validierung, Finanzierung und strategische Positionierung stärker in den Mittelpunkt. Die personelle Ergänzung spiegelt damit den Anspruch wider, die technologischen Ansätze des Unternehmens zunehmend in Richtung klinischer und unternehmerischer Umsetzung zu überführen.
Autor/Autorin
Urs Moesenfechtel, M.A., ist Redaktionsleiter der Plattform Life Sciences und gehört zum Redaktionsteam der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de). Urs beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themenfeldern Biotechnologie und Bioökonomie und war u.a. bereits als Wissenschaftsredakteur für mehrere Forschungseinrichtungen tätig.





