Mit der initialen Unterstützung des European Circular Bioeconomy Funds und des Global Entrepreneurship Centre (GEC) bieten wir mit dieser neuen Ausgabe der Plattform Life Sciences ein weiteres Mal spannende Einblick in die Zirkuläre Bioökonomie. Der globalen Dimension des Themas angemessen, erscheint die Ausgabe „Circular Bioeconomy“ in englischer Sprache und pünktlich zum Ende des UN-Klimakonferenz in Scharm El-Scheich (Ägypten). Auf Ihr Feedback zur Ausgabe an lifesciences@goingpublic.de sind wir gespannt!

Die Welt kann nicht warten!

Enrico Obergfäll - stock.adobe.comAuch diese Klimakonferenz hat gezeigt: Wir können nicht länger warten! Die Folgen des Klimawandels sind bereits überall sichtbar – in Pakistan, Kalifornien, Sachsen oder im Ahrtal. Wir dürfen nicht länger zögern und zaudern: Wir dürfen unsere Lebensgrundlage, intakte Ökosysteme, nicht weiter zerstören. Wir können diese negativen Entwicklungen nicht nur verlangsamen, sondern auch umkehren!

Ohne Ökologie keine Ökonomie

Um die Ökosysteme dieser Welt und damit uns selbst zu schützen, zu erhalten und zu fördern, müssen wir vor allem unsere wirtschaftlichen Ökosysteme verändern. Beides geht Hand in Hand. Mit vielen großen und kleinen innovativen Akteuren muss ein Wirtschafts-Ökosystem etabliert werden, dass den immensen Ressourcenverbrauch beendet und neue, nachhaltige Wertschöpfungsketten schafft. Mit vereinten Kräften müssen endlich fossile durch biologische Ressourcen zu ersetzt und Stoffkreisläufe geschlossen werden.

Bioökonomie: das zukunftsfähige Wirtschaftssystem

Es ist schon alles da, was eine solch gewaltige Transformation benötigt: Die Ideen, finanziellen Ressourcen, Unternehmer, Instrumente, Strukturen und Netzwerke. Unter dem Label „Bioökonomie“ entstehen sie derzeit allerorten. International wachsen die Summen, die in ClimateTech/SusTech investiert werden (siehe Artilel „What creates impact?“ Seite 40) und entstehen Netzwerke und neue Förderprogramme (siehe Grußwort von Dr. Dr. h.c. Christian Patermann, Seite 6 und die Vorstellung des Förderprogramms „BIOMAC“ auf Seite 22). Ebenso werden immer mehr Patente (siehe Artikel „To patent. or not to patent“, Seite 30) angemeldet und rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen (wie beispielsweise im Artikel „Symposium“ auf Seite 10 angesprochen wird).

Deutschland wird zum Bioökonomie-Land

Die Bioökonomie in Deutschland ist in den vergangenen Jahren immens gewachsen. Das hat auch das Interesse des Kapitalmarkts geweckt, die diese Entwicklungen nicht mehr nur als vorübergehenden Trend, sondern als das Wirtschaftssystem der Zukunft betrachtet und daher verstärkt Investments tätigt. Auch in Deutschland entstehen nun vermehrt Nachhaltigkeitsfonds, wenngleich auch noch mit deutlich geringerer finanzieller Ausstattung als im internationalen Vergleich (siehe beispielsweise den Artikel „We are open to meet start-ups“, Seite 38). „Metropol- und Bioökonomie-Regionen“ (siehe die Portraits auf den Seiten 16 und 20), Energienetzwerke (siehe Seite 24) und die Zahl der Bioökonomie-Start-ups wachsen ebenfalls (einige Beispiele innovativer Unternehmen finden sich auf den Seiten 48 bis 52).

Innovationen! Start-ups, Scale-ups! Schnell!

Und doch, wir müssen schneller werden. Viel schneller. Gerade in Deutschland brauchen Innovationen und junge Unternehmen mehr finanzielle, strukturelle und praktische Unterstützung, Damit wir den Wandel gestalten können, bevor er uns „gestaltet“, brauchen wir ein schnelles Scale-up!

Spot an: Ökosystem-Entwickler

In dieser Ausgabe stellen wir Menschen und Netzwerke vor, die nicht mehr warten. Die vorangehen, verbessern, aufbauen. Die Probleme lösen, die mutig sind, die mit ihrem ganzen Wesen, ihren Verbindungen und finanziellen Mitteln mit neuen Wirtschaftssystemen eine neue Welt gestalten. Ökosystementwickler, die Top-Down-Wirtschaftsentwicklungsansätze auf den Kopf stellen, zum Wohle aller. Ob in Ägypten, Pakistan, den USA oder Deutschland.

Extra: Ausblick auf 2023

Mit der neuen Ausgabe erscheint auch unser Life Sciences-Kalender für 2023! Merken Sie sich schon jetzt die wichtigsten Events des kommenden Jahres vor.

Die klimaneutral gedruckte Ausgabe inkl. dem Life Sciences Kalender können Sie hier in unserem Shop bestellen.

 

Autor/Autorin

Urs Moesenfechtel, M.A. (geb. 1978) studierte von 1998 bis 2005 Germanistik, Erwachsenenpädagogik und Politikwissenschaften an den Universitäten Köln und Leipzig. Von 2013 bis 2020 war er am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) als Presse- und Öffentlichkeitsreferent für die Themen Naturkapital und Bioökonomie zuständig. 2021 gab er das Buch "Das System Bioökonomie" heraus, das 2022 auch auf Englisch erschien. 2021 übernahm er die Interimskoordination des Deutschen Bioökonomierats. 2021 und 2022 war er Wissenschaftsredakteur für das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig. Seit 2021 ist er als Redakteur für die GoingPublic Media AG - Plattform Life Sciences für die Themenfelder Biotechnologie und Bioökonomie zuständig.