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Der Start der Amadeus Fire Group (WKN: 509310) in das Geschäftsjahr 2026 ist aus Sicht des Unternehmens gelungen. „Trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds entwickeln sich die Geschäfte im Rahmen der Erwartungen und bestätigen die für das laufende Jahr formulierten Annahmen“, teilte das Unternehmen am Mittwochabend (06.05.2026) bei der Bekanntgabe der Zahlen für das erste Quartal 2026 mit. Die Aktie tendierte unmittelbar nach Verkündung der Ergebnisse seitwärts. Von Gian Hessami


Der Vorstand hat die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 bestätigt. „Unser Ziel bleibt es weiterhin, die Ergebnisse in diesem Jahr Schritt für Schritt zu steigern und am Ende höhere Ergebnismargen zu erzielen“, so CEO Robert von Wülfing. Die klare strategische Ausrichtung, die starke Marktposition und das integrierte Modell aus Personaldienstleistungen und Weiterbildung werde langfristig Werte schaffen, auch wenn eine externe konjunkturelle Unterstützung derzeit noch ausbleibe.

Amadeus Fire ist ein spezialisierter Personaldienstleister und Weiterbildungsanbieter mit Sitz in Frankfurt am Main. Das Segment Personaldienstleistungen ist auf den kaufmännischen und IT-Bereich ausgerichtet und bündelt die Besetzung von Fach- und Führungskräften in den Divisionen Accounting, Office, Legal, Financial Services und IT-Services. Zum Kerngeschäft zählen Zeitarbeit, Personalvermittlung, IT-Freelancing sowie Interim- und Projektmanagement. Im Segment Weiterbildung stehen fünf Marken – Masterplan, eduBITES, Steuer-Fachschule Dr. Endriss, Comcave und GFN – für ein breites Qualifizierungsangebot. Inhaltliche Schwerpunkte liegen unter anderem auf Künstlicher Intelligenz, Steuern, Rechnungswesen/Controlling, Internationaler Rechnungslegung, Human Resources, Arbeitsrecht und IT sowie weiteren kaufmännischen Weiterbildungsfeldern in den Bereichen B2B, B2C, B2G. Das Unternehmen, bei dem mehr als 3.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, ist an etwa 20 Standorten in Deutschland tätig.

Schwächere Zahlen nicht überraschend

Gegenüber dem Vorjahresquartal konnte das Ergebnisniveau – wie vom Vorstand erwartet – nicht erreicht werden. „Vor dem Hintergrund der deutlichen Maßnahmen zur Kosten- und Strukturoptimierung, die bereits 2025 umgesetzt wurden, weist das erste Quartal 2026 jedoch eine stabilisierte operative Entwicklung auf. Im Vergleich zum Schlussquartal 2025 konnten Umsatz und operativer Rohertrag verbessert werden. Damit ist die Grundlage gelegt, um im weiteren Jahresverlauf Schritt für Schritt zu höherer Ertragskraft zurückzukehren“, teilte das Unternehmen mit.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal schnitt Amadeus in den ersten drei Monaten dieses Jahres schlechter ab. So sank der Umsatz um 9 % auf 89,4 Mio. EUR. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gab um 11,5 % auf rund 9,8 Mio. EUR nach. Unterm Strich schrieb man im ersten Quartal mit einem Nettoergebnis von -834.000 EUR rote Zahlen (Q1 2025: +982.000 EUR).

Markt bleibt angespannt

„Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland bleibt unverändert schwierig. Die Unsicherheit ist hoch, Investitions- und Einstellungsentscheidungen werden weiter zurückhaltend getroffen“, äußerte sich von Wülfing zum derzeitigen Marktsentiment. Dem entsprechend sei der Unternehmenskundenmarkt für Personal- und Weiterbildungsdienstleistungen weiterhin angespannt. Zur Unsicherheit hätten auch der Iran-Krieg und die damit verbundenen Konflikte im Nahen Osten beigetragen. „Zugleich zeigt sich unser Weiterbildungsgeschäft robust mit positiven Vektoren in das Jahr 2026 hinein“, ergänzte der CEO.

Für 2026 zuversichtlich

Anspruch ist es laut dem Unternehmen, „die Amadeus Fire Group wieder zu alter Stärke zurückzuführen – mit Augenmaß, finanzieller Disziplin, Fokus auf Chancen aus Technologie und dem klaren Fokus auf nachhaltiges, profitables Wachstum – sobald der Markt dies wieder zulässt“. Das Management ist zuversichtlich, dass sich im Verlauf dieses Jahres die Ergebnissituation kontinuierlich verbessern werde.

Operativ wurden laut dem Unternehmen die im Vorjahr eingeleiteten Maßnahmen zur Kostenkontrolle und Effizienzsteigerung konsequent fortgeführt. Im Mittelpunkt standen eine strikte Steuerung der Kostenbasis sowie die Produktivitäts- und Qualitätssteuerung in der Niederlassungsorganisation. Performancemanagement sowie ein anhaltend zurückhaltendes Nachbesetzen von Vakanzen führten laut Amadeus Fire dazu, dass die Kostenbasis entsprechend niedriger liegt und die Ergebnisentwicklung stützt. Gleichzeitig wurden Investitionen in Systeme und Prozesse priorisiert, um die Organisation strukturell weiterzuentwickeln.

Fazit

Für Amadeus Fire gilt es, in diesem Jahr die zuletzt schwächeren Ergebnisse von Quartal zu Quartal zu verbessern. Die Frankfurter sind zuversichtlich, dass dies gelingen wird. Die bereits 2025 eingeleiteten Maßnahmen zur Kosten- und Strukturoptimierung könnten sich noch in diesem Jahr auszahlen. Das Sentiment an der Börse hat sich zuletzt deutlich aufgehellt. In den vergangenen vier Wochen stand bei der Amadeus-Aktie ein Plus von rund 10 % zu Buche. Auf Sicht der vergangenen 12 Monate gab es jedoch ein Minus von rund 67 %. Am Tag nach der Verkündung der jüngsten Geschäftszahlen tendierte die Aktie seitwärts bei 24,50 EUR.

1 Monatschart Amadeus Fire AG Stand 08.05.2026 11:36 Uhr || Quelle: stock3.com

Autor/Autorin

Gian Hessami
Finanzjournalist at  | Website

Gian Hessami gehört zum Redaktionsteam der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de). Als Finanzjournalist beleuchtet er regelmäßig aktuelle Entwicklungen an der Börse und ist Autor von Beiträgen und Aktienanalysen. Mit den Finanzmärkten beschäftigt sich der gelernte Zeitungsredakteur bereits seit 2004.