Bildnachweis: Timon – stock.adobe.com .

Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Mutares (ISIN: DE000A2NB650) hat heute (12.05.2026) ihre neuen Geschäftszahlen vorgelegt. Der Konzern steigerte im ersten Quartal 2026 seinen Umsatz um 10 % auf rund 1,68 Mrd. EUR. Das Konzernergebnis lag bei 18,9 Mio. EUR – nach 247,9 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Die hohen Gewinne aus dem Vorjahresquartal waren durch den Teil-Exit bei Steyr Motors geprägt. Die Aktie legte heute nach Verkündung der jüngsten Zahlen bis zum Nachmittag minimal um 0,2 % auf 26,30 EUR zu. Von Gian Hessami 


Der Auftakt in das Geschäftsjahr 2026 verlief laut dem Unternehmen auf der Transaktionsseite im ersten Quartal sehr vielversprechend mit einer hohen Exit-Dynamik. Der Mutares-Vorstand bekräftigte den mit dem Geschäftsbericht 2025 kommunizierten Ausblick auf das Gesamtjahr sowie den Mittelfristausblick bis 2030.

Akquisitionen treiben Konzernerlös

Der Umsatzanstieg ist laut dem Konzern insbesondere auf die hohe Akquisitionsaktivität zurückzuführen. Zu den Highlights auf der Transaktionsseite im ersten Quartal zählte die im Januar 2026 unterzeichnete Vereinbarung zum Erwerb des Geschäftsbereichs Engineering Thermoplastics in Amerika und Europa von SABIC. Das Closing wird Ende des zweiten Quartals 2026 erwartet. „Mit diesem Zukauf mit einem Umsatz von rund 2 Mrd. EUR sowie einem Eigenkapital von rund 2 Mrd. EUR handelt es sich um die größte Akquisition in der Historie von Mutares“, teilte das Unternehmen mit.

Das erste Quartal sei insbesondere von einer beschleunigten Exit-Aktivität geprägt gewesen. Mutares konnte mit den erfolgreichen Verkäufen von Kalzip und WIJ Special Media (vormals Teil von Prénatal) weitere Wertrealisierungen beziehungsweise Portfoliooptimierungen erzielen. Zudem unterzeichnete Mutares Vereinbarungen zum Verkauf von inTime Group, Relobus, Conexus und Peugeot Motocycles mit Closings jeweils nach dem Stichtag zum ersten Quartal.

Starke Exit-Pipeline

Darüber hinaus verfügt Mutares derzeit nach eigenen Angaben über die größte Exit-Pipeline der Unternehmensgeschichte mit mehreren belastbaren und wesentlichen Verkaufsprozessen und erwartet im weiteren Jahresverlauf „zusätzliche attraktive Exits mit erheblichem Wertschöpfungspotenzial“, insbesondere bei Beteiligungen aus den Bereichen Defense, Energie und Energieinfrastruktur im Segment Energy & Technology.

Der Mutares-Vorstand erwartet für das Geschäftsjahr 2026 für den Konzern einen Umsatzanstieg auf 7,9 Mrd. bis 9,1 Mrd. EUR (Geschäftsjahr 2025: EUR 6,5 Mrd.). Der für Aktionäre entscheidende Holding-Jahresüberschuss soll zwischen 165 und 200 Mio. EUR betragen. Bis 2030 peilt Mutares ein Wachstum pro Jahr von mindestens einem Viertel beim Konzernumsatz und beim Holding-Nettoergebnis an.

Mutares ist darauf spezialisiert, Unternehmen – insbesondere Unternehmensteile großer Konzerne (Carve-outs) – in Umbruchsituationen oder mit Restrukturierungsbedarf kostengünstig zu übernehmen. Ziel der Strategie ist es, das Entwicklungspotenzial der übernommenen Firmen durch Turnaround-Prozesse zu nutzen und die Unternehmen auf einen stabilen und profitablen Wachstumspfad zu führen.

1 Monatschart Mutares SE Stand 12.05.2026 15:57 || Quelle: stock3.com

Fazit

Ein wesentlicher Grund für die positive Konzernentwicklung ist die hohe Exit-Dynamik. Bis zum Jahr 2030 hat das Unternehmen zudem ambitionierte Ziele: Bis dahin soll der Konzernumsatz und das Holding-Nettoergebnis jährlich um mindestens 25 % wachsen. Die Begeisterung der Anleger hielt sich nach Verkündung der jüngsten Geschäftszahlen allerdings in Grenzen. Die Aktie stieg bis zum Nachmittag minimal um rund 0,2 % auf rund 26,30 EUR. Auf 12-Monats-Sicht steht ein Minus von rund 17 % zu Buche.

Autor/Autorin

Gian Hessami
Finanzjournalist at  | Website

Gian Hessami gehört zum Redaktionsteam der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de). Als Finanzjournalist beleuchtet er regelmäßig aktuelle Entwicklungen an der Börse und ist Autor von Beiträgen und Aktienanalysen. Mit den Finanzmärkten beschäftigt sich der gelernte Zeitungsredakteur bereits seit 2004.