Ein halbes Jahr nach dem Börsengang hat der Autozulieferer Schaeffler seine Vorzugsaktien verkauft und damit im Eiltempo über Nacht 1,2 Mrd. EUR erlöst. Mit dem Geld wolle die Milliardärsfamilie die Schulden der Holding weiter abbauen, hieß es am Dienstag in den Medien.

Die rund 94 Mio. Aktien sollten ursprünglich bereits im Oktober am Tag der Erstnotierung angeboten werden. Jedoch musste die Emission aufgrund der wackligen Märkte und des VW-Abgasskandals – VW ist einer der Kunden von Schaeffler – kurzfristig  von 2,5 Mrd. auf rund 900 Mio. EUR eingedampft werden.

Die neuen Vorzugsaktien wurden zu je 13,10 EUR platziert, in Begleitung von der Bank of America Merrill Lynch, Citi, Deutsche Bank und HSBC. Damit befinden sich nun alle Schaeffler-Vorzugsaktien im Streubesitz, was knapp 25% des Grundkapitals entspricht.

Durch den höheren Free Float könnte Schaeffler im Juni sogar in den MDAX aufsteigen – denn dann werden die Indices von der Deutschen Börse neu berechnet, so wie alle drei Monate. Streubesitz und MarketCap sind die wichtigsten Auf-  bzw. Abstiegskriterien bei den Index-Neuwahlen.

Derzeit liegt die Marktkapitalisierung von Schaeffler bei 2,3 Mrd. EUR.  Im letzten Jahr stieg der Umsatz des fränkischen Automobilzulieferers um mehr als 9% auf 13 Mrd. EUR an.

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