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DIRK CornerImmer mehr Geschäftsberichte stehen heute auch online zur Verfügung und erreichen somit das weltweite Anlegerpublikum schneller als je zuvor. Senior Consultant Michael Dawoodjee von der EnglishBusiness AG sprach mit dem GoingPublic Magazin darüber, wie Unternehmen kulturelle Unterschiede bei der Erstellung von Geschäftsberichten überwinden und diese effektiv nutzen können, um internationale Anleger anzusprechen.

GoingPublic: Herr Dawoodjee, wie haben sich Geschäftsberichte seit Beginn des internationalen Investitionsbooms verändert – welche Bedeutung hatten sie am Anfang Ihrer beruflichen Laufbahn in den USA?
Dawoodjee: Als Finanzberater habe ich die öffentlich zugänglichen Zahlen genau geprüft und dann den Geschäftsbericht betrachtet, um zu sehen, wie dieses Unternehmen mit der Öffentlichkeit kommuniziert. In den USA gibt es zum einen den Geschäftsbericht, der vorrangig als Marketinginstrument dient und das gesetzlich geforderte Formular 10-K, in dem die Unternehmensdaten in standardisierter Form dargestellt werden. Dieses Formular ist nur schwer verständlich, daher verlassen sich unabhängig agierende Kunden eher auf die Angaben im Bericht. Dieser hat in den letzten 30 Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Als ich Mitte der 80er in der Branche begann, waren Geschäftsberichte und das Formular 10-K eins. Berater und Analysten nutzten diese Informationen, um das Interesse der Anleger zu lenken. All dies hat sich in den letzten zehn Jahren mit dem Online-Brokerage stark verändert.

Warum sind Geschäftsberichte heute für US-Anleger so wichtig?

Michael Dawoodjee unterstützt bei EnglishBusiness Kunden mit gezieltem Kommunikationstrainig und Übersetzungen beim Ausbau ihrer globalen Reichweite.
Michael Dawoodjee unterstützt bei EnglishBusiness Kunden
mit gezieltem Kommunikationstrainig und
Übersetzungen beim Ausbau ihrer globalen
Reichweite.

Dafür gibt es viele Gründe. Einige verwalten ihre Anlagen selbst, um die hohen Bankgebühren zu vermeiden. Andere haben das Vertrauen in die Investmentbanken verloren. Clevere Unternehmen erstellen daher heute Berichte, die die Öffentlichkeit ansprechen.

Welche Merkmale kennzeichnen denn einen Bericht mit speziell US-amerikanischer Zielgruppe?
In den USA geht es um Emotionen. Emotionen sind beim Kauf wichtig. Der Kunde möchte sich mit etwas verbunden fühlen. Ein guter Geschäftsbericht erzeugt genau dieses Gefühl. Er muss gut lesbar sein und auf einem überzeugenden Markenkonzept basieren. Zum Beispiel die interaktiven Geschäftsberichte von Warby Parker oder von MailChimp. Der letztere ist eine Slideshow-Präsentation voller Zahlen mit einigen eher unüblichen Informationen über Leben und Arbeit bei MailChimp. Diese Berichte richten sich an junge Leute. In den USA sind die 18- bis 35-Jährigen die Zielgruppe von Start-ups und kleineren Unternehmen, da es sich um Anleger mit langfristigen Wachstumszielen handelt.

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