Wie lässt sich Einfachheit umsetzen?

Mit Fokus auf die Beteiligung der gesamten Mitarbeiterschaft haben sich in der Praxis drei Arten von Programmen bewährt. Das ist zum einen der Aktienkauf durch den Mitarbeiter auf Basis eines festen Euro-Betrags – etwa 120, 240 oder 360 Euro in Kombination mit einem Zuschuss des Unternehmens in gleicher Höhe. Ebenso bewährt hat sich das sogenannte Discountmodell, bei dem der Mitarbeiter Aktien mit einem Abschlag vom Kurswert erwirbt. Als Drittes ist der Erwerb von Aktien mit der zusätzlichen Gewährung von Match-Aktien durch das Unternehmen zu nennen. Bei einem sogenannten Share-Matching-Programm beispielsweise gewährt das Unternehmen unmittelbar beim Kauf von je drei Aktien eine Aktie gratis. Für die genannten Beispiele gilt typischerweise einheitlich, dass die steuerlichen Förderungen angewendet werden. In Deutschland geschieht dies zum Beispiel in Form des Steuerfreibetrags von 360 Euro nach § 3 Nr. 39 EStG.

Länderspezifische Besonderheiten

Die steuerlichen Aspekte im jeweiligen Durchführungsland sollten im Vorfeld sorgfältig geprüft werden. Durch die im Vergleich zu Deutschland meist höheren Förderungsbeträge ergeben sich weitere Anreize für die Beteiligung.

Daneben gelten Haltefristen, in denen der Mitarbeiter über die Aktien nicht verfügen, diese also nicht verkaufen darf. Die Haltefristen betragen üblicherweise zwischen einem Jahr und bis zu drei Jahren. In der Praxis zeigt sich auch, dass die Modelle in einer für das jeweilige Unternehmen passenden Form modifiziert oder auch kombiniert werden. Zum einfachen Start gehört in der Regel zudem, dass der Rollout schrittweise und nicht unmittelbar gleichzeitig für alle Landesgesellschaften weltweit durchgeführt wird. Zur Förderung der Konzernidentität und des One-Company-Gedankens sollte das Plandesign jedoch von Anfang an darauf ausgelegt sein, weltweit einheitlich durchgeführt zu werden.

Programmdesign und Kommunikation im Einklang

Es gibt bei der Planauflage weder ein Patentrezept noch ein Modell „one-size-fits-all“. Das Programm muss zum Unternehmen sowie den spezifischen Gegebenheiten passen, wobei für den Erfolg die Kommunikation von entscheidender Bedeutung ist. Den Mitarbeitern muss in klar verständlicher Form und mit Blick auf die Unternehmensgepflogenheiten vermittelt werden, welche Ziele das Programm erfüllen soll und welche Vorteile und Risiken mit der Teilnahme verbunden sind. Daneben spielen die dauerhafte Präsenz des Programms sowie die interne Kommunikation über Multiplikatoren wichtige Rollen für den Erfolg.

 

ZU DEN PERSONEN

 

Frank Hoyck ist Managing Partner bei der Hoyck Management Consultants GmbH.

Ralf Schmidt-Stoll ist Senior Manager bei der Hoyck Management Consultants GmbH.

 

 

Der Artikel erschien zuerst in der Specialausgabe „Mitarbeiterbeteiligung“ der Unternehmeredition/des GoingPublic Magazins.

Über den Autor

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