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Seit ihrer Gründung im April 1967 betreibt die Hanns-Seidel-Stiftung politische Bildungsarbeit. Die CSU-nahe Organisation ist nach dem früheren bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Hanns Seidel benannt. Neben ihrer Bildungsarbeit bietet die Stiftung nicht nur eine Plattform für Konferenzen und Fachtagungen, sondern auch Räume, Technik und Personal zur Durchführung von Hauptversammlungen.

Dieses Interview ist im HV Magazin 01/26 erschienen!


HV Magazin: Die Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) ist seit rund einem Jahr zurück im HV-Geschäft. Wie ist Ihr Blick auf diese Veranstaltungsform?

Dessoy: Die Thematik „Hauptversammlung“ hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Digitale bzw. virtuelle Formate haben sich etabliert – nicht zuletzt aus Gründen der Effizienz, der Kostenersparnis und der besseren Planbarkeit. Technische Pannen, die bei virtuellen Formaten immer wieder Schlagzeilen machen, sind vermeidbar. Eine Technik auf Höhe der Zeit und ein engagiertes Team reduzieren diese Gefahr auf ein Minimum.

Gerade für Minderheitsaktionäre ist die Hauptversammlung traditionell das „Hochamt“ der Aktionärskultur. Es ist oft der einzige Tag im Jahr, an dem sie Vorstand und Aufsichtsrat unmittelbar gegenübertreten, Fragen stellen, Stimmungen aufnehmen und ihre Stimme sichtbar erheben können. In Präsenz entsteht Austausch – nicht nur zwischen Aktionären und Unternehmensführung, sondern auch unter den Anteilseignern selbst. Netzwerke werden geknüpft, Positionen geschärft, und nicht selten lässt sich im direkten Miteinander ein wesentlich differenzierteres Bild davon gewinnen, wie Entscheidungen zustande kommen und welche Haltung ein Unternehmen tatsächlich prägt.

Dennoch haben sich auch virtuelle Hauptversammlungen durchgesetzt.

Virtuelle Hauptversammlungen mögen für Vorstände und Großaktionäre praktikabel sein: Sie sparen Kosten, reduzieren organisatorischen Aufwand und ermöglichen eine straffere Steuerung des Ablaufs. Für viele kleinere Aktionäre hingegen bedeuten sie einen spürbaren Verlust an Mitsprache, Transparenz und Teilhabe. Wenn Präsenzhauptversammlungen ihren Anspruch an Austausch und Transparenz erfüllen sollen, stellt sich daher eine zentrale Frage: Welche Orte sind diesen neuen Formaten überhaupt gewachsen?

Sagen Sie es uns!

Eine Hauptversammlung ist kein beliebiges Event. Sie verlangt Neutralität, Sicherheit, reibungslose Abläufe, professionelle Rahmenbedingungen und zugleich eine Atmosphäre, die Offenheit und Dialog ermöglicht. So kann eine Präsenzveranstaltung ihre Stärke ausspielen – oder hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben.

In unserem Konferenzzentrum München der Hanns-Seidel-Stiftung verstehen wir Hauptversammlungen genau in diesem Spannungsfeld. Seit dem Jahr 2001 veranstalten wir hier laufend auch eigene Events mit hochkarätigen Politikern und Staatsgästen aus dem Ausland. Die Organisation komplexer Veranstaltungen auf hohem Niveau ist für uns gelebte Praxis – daraus ergibt sich die Sicherheit, Hauptversammlungen strukturiert, zuverlässig und professionell umzusetzen.

Was braucht es neben der Erfahrung im Veranstaltungsmanagement noch dafür?

Ein wichtiger Baustein war die vollständige Erneuerung unserer Medientechnik im Jahr 2022. Dabei ging es uns weniger um technische Effekte als um Zuverlässigkeit sowie eine klare, gut verständliche Übertragung von Wort und Inhalt. Moderne Kamerasysteme, flexible Mikrofonie, gute Akustik, klare Lichtverhältnisse und stabile, digitale Anbindungen sorgen dafür, dass Inhalte sicher transportiert werden – im Saal ebenso wie für hybride oder digitale Formate.

Welche Räume stehen Ihnen dafür zur Verfügung?

Unser größter Saal bietet Platz für bis zu 300 Personen, ergänzt durch ein helles, vorgelagertes Foyer und ein funktionales Backoffice in unmittelbarer Nähe. Der gesamte Bereich kann vollständig abgeschirmt werden und ermöglicht konzentrierte Abläufe ohne Überschneidungen mit anderen Veranstaltungen. Die zentrale Lage in München und die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie einem Kontingent an Tiefgaragenplätzen schaffen zusätzliche Planungssicherheit für alle Beteiligten.

Besonderen Wert legen wir auf die Kundenorientierung unseres eingespielten Teams. Eine Hauptversammlung beginnt für uns nicht am Veranstaltungstag, sondern in der sorgfältigen Vorbereitung. Klare Abstimmungen, Verlässlichkeit im Ablauf und eine ruhige, professionelle Begleitung tragen maßgeblich dazu bei, dass sich Unternehmen, Aktionäre und Gäste gut aufgehoben fühlen.

Für Hauptversammlungen in Präsenz hält die Hanns-Seidel-Stiftung neben Räumlichkeiten auch Technik und Fachpersonal vor. (Quelle: HSS)

Wie sehen Sie die Zukunft der Hauptversammlung?

Die Zukunft der Hauptversammlung wird hybrid sein – daran besteht kaum Zweifel. Doch gerade in dieser hybriden Realität wird die Präsenz nicht an Bedeutung verlieren, sondern an Profil gewinnen müssen. Dort, wo Aktionärsdemokratie erlebbar bleiben soll, braucht sie Orte, die mehr leisten als Raum und Technik: Orte, die Vertrauen schaffen und bildlich gesprochen glänzen für den Erfolg unserer Kunden.


Zur Interviewpartnerin

Andréa Dessoy leitet das Konferenzzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. und verfügt über umfassende Erfahrung in der Organisation, Durchführung und strategischen Weiterentwicklung von Tagungen und Veranstaltungen. Als Interviewpartnerin gibt sie fundierte Einblicke in professionelles Konferenzmanagement, Servicequalität im Veranstaltungsbereich sowie in die Arbeit einer politischen Stiftung.

 

 


HSS-Checkliste: Erfolgsfaktoren für eine Hauptversammlung

  1. Ort und Rahmen
  • Neutraler, gut erreichbarer Veranstaltungsort
  • Klare Wegeführung (Einlass, Saal, Wortmeldungen, Ausgang)
  • Räumliche Abschirmung von Parallelveranstaltungen
  1. Technik und Ablauf
  • Zuverlässige Audio- und Mikrofontechnik (Redundanzen einplanen)
  • Klare Sichtlinien für Aktionäre und Gremien
  • Probelauf inkl. Wortmeldungen, Abstimmungen und ggf. Zuschaltungen
  1. Präsenz und Dialog
  • Ausreichend Zeit und Raum für Fragen und Wortmeldungen
  • Sichtbare Ansprechpersonen vor Ort (Organisation, Technik, Service)
  • Atmosphäre, die Austausch zulässt – nicht nur Regie
  1. Sicherheit und Ordnung
  • Genehmigte Bestuhlungs- und Fluchtwegkonzepte
  • Klar geregelte Zugangskontrollen und Akkreditierung
  • Diskrete, professionelle Sicherheitsstruktur
  1. Organisation und Service
  • Erfahrenes Veranstaltungsteam als feste Ansprechstelle
  • Saubere Vorbereitung (Briefings, Zeitpläne, Zuständigkeiten)
  • Angenehme Rahmenbedingungen für Aktionäre und Gäste

Autor/Autorin

Thorsten Schüller
Redaktionsleiter HV Magazin at GoingPublic Media AG

Thorsten Schüller ist Wirtschafts- und Finanzjournalist und gehört zum Team der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de). Hier verantwortet er als Redaktionsleiter das viermal jährlich erscheinende HV Magazin. Darüber hinaus ist er auch als Autor von Analysen und Beiträgen tätig.