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Bildnachweis: @Smart Reporting.

Die Münchener Health-Branche rückt näher zusammen. Smart Reporting kauft Health Data Pioneers und sichert sich damit Expertise im Zusammenfassen und Anonymisieren von Daten um gezielt an die Ärzte heranzutreten. Health Data Pioneers, 2018 von Philipp Matthies und Francisco Pinto als Spin-off der TU München gegründet, hat sich auf die Auswertung klinischer Daten spezialisiert. Krankenhäuser sollen mit dieser Technologie standardisiert klinische Daten austauschen und vergleichen um krankenhausübergreifende Register für klinische Studien erstellen zu können. Durch die Infrastruktur werden Echtzeitdaten longitudinal zum Beispiel für die Forschung verfügbar gemacht. Klinische Daten werden vollständig anonymisiert und über Gruppen von Patienten aggregiert, so dass die Rückverfolgung auf einzelne Patienten unmöglich ist.

„Health Data Pioneers steht für datenschutzbewahrende medizinische Datenanalyse. Diesem Ansatz folgend haben wir unsere Software entwickelt. Wir freuen uns sehr, unsere Arbeit im Team von Smart Reporting fortsetzen zu können“, sagen die beiden Gründer von Health Data Pioneers. Sie unterstützen nun das rund 70 Personen umfassende Tam von Smart Reporting und entwickeln einen eigenen Geschäftsbereich.

Für das 2014 gegründete Unternehmen Smart Reporting ist es nach der verkündeten Serie B-Finanzierungsrunde im April der erste Firmenzukauf. Durch die Akquise von Health Data Pioneers ergänzt Smart Reporting sein Geschäftsmodell, das bislang insbesondere darauf abzielte, ärztliche Befunde zu strukturieren und zu digitalisieren.

„Health Data Pioneers verstärken uns durch Kompetenz und Software für Auswertung und Management von Daten. Die Technologie dahinter ist die perfekte strategische Ergänzung zu Smart Reporting. Denn wir bieten Krankenhäusern damit neben der Dokumentation die Möglichkeit, ihre Daten zu standardisieren und vergleichbar zu machen – anonymisiert und zum Wohle der Patienten“, erklärt Wieland Sommer, Gründer und CEO von Smart Reporting. Der Zukauf sei die Basis für die Entwicklung weiterer Produkte.

Smart Reporting ist auf die vollständige Digitalisierung der medizinischen Dokumentation spezialisiert und ersetzt das System der fehleranfälligen Freitextbefundung in der Radiologie, Pathologie und weiteren Bereichen durch ein digitales und sicheres Reporting-Tool. Die Befundung über Smart Reporting generiert maschinenlesbare und digital weiter verarbeitbare Daten in Krankenhäusern und im niedergelassenen Bereich.

Nach eigenen Angaben setzen bereits mehr als 10.000 Radiologen in 90 Ländern auf die Software. Anfang des Jahres entwickelte das Start-up etwa eine Befundungsvorlage für Infektionen mit dem Coronavirus. In Kooperation mit einer niederländischen Firma wurden dazu auch Röntgenbilder ausgewertet – und dann in Richtlinien übersetzt, auf die Ärzte über Smart Reporting zugreifen konnten. „Die meisten Radiologen hatten die Erkrankung ja noch nie zuvor gesehen“, gab Sommer zu Bedenken.