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Das niederländische Unternehmen Salvia BioElectronics B.V. entwickelt elektromedizinische Lösungen zur Neurostimulation und hat sich auf die Behandlung chronischer Migräne spezialisiert. Im Zuge einer gerade abgeschlossenen Serie A-Finanzierungsrunde hat Salvia 26 Mio. EUR frisches Kapital von neuen und bestehenden Investoren erhalten. Die Finanzierungsrunde fand unter Federführung der neuen Investoren Panakès Partners (Mailand, Italien), INKEF Capital (Amsterdam, Niederlande) und der SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement mbH (Tübingen, Deutschland) statt.

Der gesamte Betrag der Finanzierungsrunde beinhaltet ein Innovationsdarlehen von 5 Millionen EUR, zur Verfügung gestellt von der Netherlands Enterprise Agency (RVO, Teil des niederländischen Ministeriums für Wirtschaft und Klimapolitik).

Salvia BioElectronics: Kapital gegen lähmende Kopfschmerzen

Salvia BioElectronics will die finanziellen Mittel zur Entwicklung einer neuartigen Neuromodulations-Technologie einsetzen. Mit diesem Therapieansatz sollen bekannte neuronale Ziele zur wirkungsvollen Behandlung chronischer Migräne angesprochen werden. Die Therapie soll Patienten zur Verfügung gestellt werden, die unter lähmenden Kopfschmerzen leiden.

Über fünf Prozent der Patienten leiden an chronischer Migräne

Migräne ist eine der Hauptursachen für körperliche Einschränkungen bei Menschen unter 50 Jahren und betrifft eine von sieben Personen, davon überwiegend Frauen. Patienten, die an Migräne leiden, erleben Episoden mit pochenden, pulsierenden halbseitigen Kopfschmerzen, manchmal begleitet von Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit. Migräneattacken können von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen andauern. Mehr als fünf Prozent der Patienten leiden an chronischer Migräne, mit Symptomen an durchschnittlich 22 Tagen pro Monat.

Neurostimulation als wirksame Behandlung

Die Neurostimulation hat sich als wirksame Behandlung bei chronischer Migräne bewährt, aber es gibt bis heute keine zugelassenen implantierbaren Geräte. Herkömmliche Neurostimulations-Systeme sind nicht so konzipiert, dass sie mit der Anatomie des Kopfes kompatibel sind. Salvia BioElectronics entwickelt adaptive bioelektronische Folien, die in einem minimalinvasiven Verfahren unter die Kopfhaut eingeführt werden können. Dort kann die Neurostimulation wirksam vorgenommen werden.

„Die Finanzierung ermöglicht es uns, unsere Therapieentwicklung bis zum Markteintritt abzuschließen“, sagt Hubert Martens, CEO von Salvia BioElectronics.

Im Zuge der Finanzierung werden Diana Saraceni (Gründerin und geschäftsführende Partnerin von Panakès Partners), Roel Bulthuis (geschäftsführender Partner von INKEF Capital) und Sascha Alilovic (geschäftsführender Partner der SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement mbH) dem Verwaltungsrat von Salvia beitreten.

„Salvia BioElectronics entwickelt einen sehr überzeugenden und differenzierten Ansatz im Bereich der Neurostimulation. Basierend auf seiner neuartigen Technologie ist Salvia BioElectronics hervorragend positioniert, um eine wirksame Therapie in marktfähige Produkte für Migränepatienten umzusetzen“, ergänzt Roel Bulthuis, Managing Partner bei INKEF Capital.

Auch Sascha Alilovic, geschäftsführender Gesellschafter der SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement sieht große Möglichkeiten: „Nachdem wir uns eine Reihe vielversprechender Unternehmen in der Benelux-Region angesehen haben, sind wir stolz, Salvia BioElectronics in unserem Portfolio innovativer Healthcare-Unternehmen aufzunehmen“, so Alilovic. Mit Hilfe der neuromodulatorischen Technologie von Salvia BioElectronics hoffe man, die Situation von Patienten mit chronischer Migräne verbessern zu können und gleichzeitig einen positiven Einfluss auf die Gesundheitsökonomie zu haben.

Salvia BioElectronics ist ein innovatives niederländisches Start-up, das auf dem Gebiet der Bioelektronik tätig ist. Das Unternehmen wurde 2017 von Experten aus der Neuromodulations-Industrie mit dem Ziel gegründet, eine bioelektronische Therapie für Menschen zu entwickeln, die an chronischer Migräne leiden, die so einfach wie die Einnahme von Medikamenten ist und dennoch keine Nebenwirkungen hat.

Über den Autor

Holger Garbs ist seit 2008 als freier Redakteur für die GoingPublic Media AG tätig. Er schreibt für die Plattform LifeSciences und das VentureCapital Magazin.