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Fresenius Medical Care hat eine bindende Vereinbarung über den Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an Sound Inpatient Physicians Holdings, LLC (Sound) an ein Konsortium unter der Leitung von Summit Partners (Summit) getroffen. Die Entscheidung gilt wichtiger Schritt für Fresenius zur strategischen Weiterentwicklung des eigenen Angebots im Bereich Versorgungsmanagement in den USA. Der Transaktionserlös beträgt nach offiziellen 2,15 Mrd. USD. Aus der Veräußerung erwartet Fresenius Medical Care einen Buchgewinn von etwa 800 Mio. EUR vor Steuern.

Netzwerk für medizinische Dienstleistungen

Sound ist ein Netzwerk aus Ärzten, das medizinische Dienstleistungen in der gesamten Akutversorgung anbietet – von Notfallmedizin, Intensivmedizin, Krankenhausmedizin bis hin zur medizinischen Nachbetreuung. Im Jahr 2017 erwirtschaftete Sound mit 3.500 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 1,25 Mrd. EUR und ein EBIT von rund 90 Mio. EUR.

Fresenius Medical Care wurde im Jahr 2014 Mehrheitsgesellschafter von Sound, das wiederum anschließend Cogent Healthcare, Inc. erwarb. Das Ziel der Akquisition war es, so Fresenius, ein tieferes Verständnis davon zu gewinnen, wie die gesamte medizinische Versorgung der Patienten effizient koordiniert werden kann. Damit wollte Fresenius Medical Care zusätzliche Erfahrung sammeln, wie Behandlungsergebnisse verbessert werden können, bei gleichzeitiger Senkung der Kosten für das Gesundheitssystem. Durch die Teilnahme an einem großen wertorientierten Versorgungsprogramm für Krankenhäuser der staatlichen Gesundheitsfürsorge in den USA (BPCI-Programm) konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben sein Wissen über wertorientierte Versorgung weiter ausbauen.

„Erfahrung in der ganzheitlichen Therapie und der effizienten Koordination von Patienten gesammelt“

Rice Powell, Vorstandsvorsitzender von Fresenius Medical Care, sagte: „Der Trend im U.S.-amerikanischen Gesundheitssystem geht klar in Richtung wertorientierte Versorgung. Wir haben in den vergangenen Jahren viel Erfahrung in der ganzheitlichen Therapie und der effizienten Koordination von Patienten gesammelt. Dieses Wissen haben wir in unserer Einheit Fresenius Health Partners angewendet, die verschiedene Initiativen zur wertorientierten Versorgung umsetzt. Hier sind insbesondere das ESCO-Programm oder der Medicare Advantage Plan hervorzuheben. Das war ein essentieller Meilenstein in der Weiterentwicklung unserer Strategie im Versorgungsmanagement.“ Der Abschluss der Transaktion wird vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen Ende dieses Jahres erwartet.

Fresenius kündigt Übernahmevereinbarung mit Akorn

Ferner hat Fresenius beschlossen, die Übernahmevereinbarung mit dem US-Generikahersteller Akorn zu kündigen, weil Akorn demnach mehrere Vollzugsvoraussetzungen nicht erfüllt hat. Der Entscheidung liegen unter anderen schwerwiegende Verstöße gegen FDA-Vorgaben zur Datenintegrität bei Akorn zugrunde, die während der von Fresenius eingeleiteten, unabhängigen Untersuchung gefunden wurden. Fresenius hat, so das Unternehmen, Akorn angeboten, diese Entscheidung aufzuschieben, um Akorn weitere Gelegenheit zu geben, die eigene Prüfung abzuschließen und Fresenius zusätzliche relevante Informationen bereitzustellen. Akorn hat dieses Angebot abgelehnt und will nun gegen die Aufkündigung der Übernahmevereinbarung vorgehen.

Fresenius bestätigte unterdessen den Konzernausblick für 2018 und erwartet unverändert einen währungsbereinigten Anstieg des Konzernumsatzes zwischen 5 und 8%. Das Konzernergebnis soll währungsbereinigt um 6 bis 9% steigen (exklusive der Kosten für die Weiterentwicklung des Biosimilars-Geschäfts um rund 10 bis 13%.).

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