USA geben in der IT-Branche den Ton an

Von den erwähnten 36 IT-Konzernen unter den 300 teuersten Unternehmen der Welt haben 20 ihren Sitz in den USA, zehn sind in Asien ansässig und gerade einmal drei Unternehmen kommen aus Europa. Der Börsenwert der US-IT-Konzerne in den Top 300 liegt bei mehr als 4000 Mrd. USD – die drei IT-Konzerne mit Sitz in Europa sind zusammen 255 Mrd. USD wert.

„Die europäische Wirtschaft ist nach wie vor geprägt von klassischen Industriekonzernen, während sich in den USA die IT-Industrie zur Leitbranche entwickelt hat. Und auch in Asien entsteht ein starker und dynamischer IT-Sektor“, stellt Stefan Rösch-Rütsche fest. Er führt die starke Entwicklung in den USA und Asien auch auf die höhere Risikobereitschaft amerikanischer und asiatischer Unternehmensgründer und das generell positive Image des Unternehmertums in diesen beiden Regionen zurück.

Die relativ geringe Bedeutung des IT-Sektors könnte in Europa zum Problem werden: „Die Digitalisierung schreitet in großen Schritten voran – und derzeit werden die Regeln von amerikanischen und asiatischen IT-Konzernen gesetzt. Die klassischen Industriekonzerne stehen unter erheblichem Druck. Sie müssen ihre internen Prozesse sowie die Produktion stärker digitalisieren und darüber nachdenken, wie ihre Produkte und Dienstleistungen in die digitale Welt passen“, so Rösch-Rütsche.

Europa und Asien holen dennoch gegenüber den USA leicht auf

Trotz der US-Dominanz in der boomenden IT-Branche: Der Börsenwert der US-Konzerne insgesamt entwickelte sich in der ersten Jahreshälfte 2017 etwas schlechter als der der europäischen und asiatischen Konkurrenz. Während 77% der zurzeit in den Top 300 gelisteten US-Unternehmen ihren Börsenwert seit Jahresbeginn steigern konnten, gelang dies immerhin 85% der europäischen und 88% der asiatischen Topkonzerne.

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Europas Wirtschaft sei stärker, als es das Börsenranking suggerierte, so Stefan Rösch-Rütsche: „Zum einen gewinnt die europäische Wirtschaft zurzeit an Fahrt, zum anderen haben wir in Europa eine industrielle Basis, die man beispielsweise in den USA vergeblich sucht. Wir befinden uns in einer markanten Umbruchphase: Derzeit belohnen die Börsen eher die vorwärtsgewandten Firmen mit disruptiven Geschäftsideen. Aber auch in der digitalisierten Wirtschaft der Zukunft werden produzierende Unternehmen mit Hightech-Kompetenz gebraucht, und hier kann Europa punkten.“

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