Am 29. März soll der Brexit voraussichtlich über die Bühne gehen – noch immer herrscht aber Uneinigkeit hinsichtlich des Austrittsabkommens; die Gefahr eines „harten Brexits“ ist groß. Was sagt die Finanzbranche hierzulande zum Brexit? Das Center for Financial Studies (CFS) hat eine Umfrage diesbezüglich gestartet.

Ungeachtet der möglichen Folgen im Falle eines „harten Brexits“, so die aktuelle Befragung, vertritt die Mehrheit der deutschen Finanzbranche (66%) die Meinung, die EU solle keine weiteren Zugeständnisse machen, obwohl fast die Hälfte der Befragten (46%) mit einem „harten Brexit“ rechnet. 52% hingegen erwarten einen glimpflicheren Ausgang des Konflikts.

Sollte die EU weitere Zugeständnisse machen, um harten Brexit zu verhindern?
Sollte die EU weitere Zugeständnisse machen, um den harten Brexit zu verhindern? Quelle: CFS.

Ist die Branche vorbereitet?

Während 51% der Befragten denken, dass die Finanzinstitute in Deutschland nicht auf alle Szenarien, also auch nicht auf einen „harten Brexit“, vorbereitet sind, erachten immerhin 46% die deutsche Finanzindustrie als vorbereitet.

„Der Finanzsektor hat sich in Teilen zu sehr auf einen geordneten Brexit verlassen. Das könnte zu Marktverwerfungen führen, wenn es tatsächlich zu einem harten Brexit kommt“, betont Prof. Dr. Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies.

Seit die Briten im Januar den EU-Vorschlag zum Austrittsabkommen ablehnten, haben die Bedenken bezüglich der Auswirkungen eines ungeordneten Brexits deutlich zugenommen. Angesichts der schwer vorhersehbaren Folgen des Brexits ist sich die deutsche Finanzbranche geschlossen einig (83%), dass der Finanzplatz Deutschland von einem harten Brexit weniger profitieren würde als von einem geordneten Brexit.

Wird London seine Stellung als wichtigster europäischer Finanzplatz halten können?
Wird London seine Stellung als wichtigster europäischer Finanzplatz halten können?

London könnte Stellenwert verlieren

„Ein ungeordneter Brexit führt zu großen Unsicherheiten auf den Märkten, behindert Investitionsentscheidungen und wird etliche Arbeitsplätze kosten“, erläutert Brühl weiter.

London wird bei einem „harten Brexit“ sehr wahrscheinlich seine Stellung als wichtigster europäischer Finanzplatz mittel- und langfristig nicht halten können, sind sich 57% der Befragten sicher.

„Die Aufgabenverteilung zwischen den Finanzplätzen in Europa wird sich neu ausrichten, der Wettbewerb wird hart, aber ohne London wird es auch in Zukunft nicht gehen“, bekräftigt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance.

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