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Die Einhaltung von gesetzlichen Kapitalmarkt-Regeln – eines der zentralen Aufgaben der Investor Relations – nimmt immer größere Ausmaße an. Ob die Ausdehnung und Verschärfung des Directors Dealing, Ad-hoc-Publizität, Insiderlisten, Stimmrechtsmeldungen, Jahres- und Halbjahresberichterstattungen, Corporate Governance – die Liste der Anforderungen wird immer länger. Von Dr. Eva Reuter

Die Gastautorin Dr. Eva Reuter.
Die Gastautorin Dr. Eva Reuter.

Die Sanktionen der BaFin werden immer schärfer.[1] Gerichte verhängen Strafen gegen Emittenten und Unternehmensangehörige in Millionenhöhe.[2] Und immer häufiger kommt den IROs die Aufgaben zu, genau solche Sanktionen zu vermeiden – sprich – für Regelkonformität zu sorgen. Wie kann das gelingen? Ein Compliance-Management-System kann helfen, hier den Überblick zu behalten.

Anforderungen der BaFin an ein Compliance Management System

Welche Anforderungen sind an ein Compliance Management System zu stellen? Dazu formuliert die BaFin als Aufsichtsbehörde fünf Bereiche, die aus ihrer Sicht für eine funktionierende und erfolgreiche Compliance wichtig sind:[3]

  1. Personalauswahl: Es muss für das konkrete Aufgabenprofil geeignetes Personal ausgewählt werden,
  2. Aufgabenverteilung und Organisation: Es sind klar strukturierte Prozesse sowie eindeutige und angemessene Verteilung von Zuständigkeiten zu definieren,
  3. Instruktion und Aufklärung: Das Personal ist ordnungsgemäß einzuweisen und fortlaufend zu schulen,
  4. Überwachung und Kontrolle: Der Emittent muss allgemeine Kontrollen sowie Überprüfungen durchführen. Gegebenenfalls sind regelmäßige Stichproben erforderlich,
  5. Androhung und Verhängung betrieblicher Sanktionen: Das Unternehmen hat (arbeits-) rechtlich zulässige Androhungen von Sanktionen gegenüber den MitarbeiterInnen zu verhängen.

 

Modell eines prozessorientierten Compliance Management Systems (CMS)

Wie kann ein Compliance Management System aussehen, welches diese Anforderungen erfüllen kann? Nachfolgend ein prozessorientiertes Compliance Management System des TÜV-Reinlands, welches für die IR-Arbeit modifiziert wurde:

prozessorientierte CMS
Modell eines prozessorientierten CMS. Quelle: TÜV Rheinland.