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Seit dem 1. Juli kooperiert Roche Diagnostics Deutschland mit dem Münchner Medtech-Unternehmen inveox. Ziel der Zusammenarbeit sei es, so beide Unternehmen, die Digitalisierung der Pathologie gemeinsam voranzutreiben, um die Sicherheit und Zuverlässigkeit labordiagnostischer Befunde zu steigern und Workflows noch effizienter zu gestalten. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

inveox implementiert Probeneingangsmodul

Bei der Verarbeitung und Analyse von Gewebeproben im Pathologielabor kann es zu Unregelmäßigkeiten während des Arbeitsprozesses kommen. Beim manuellen Etikettieren oder Beschriften der Gewebeproben besteht das Risiko, dass diese vertauscht werden, was in einer Fehldiagnose mit fehlender oder fälschlicher Behandlung von Patientinnen und Patienten resultieren kann.

Durch den Einsatz digitaler Workflow-Lösungen kann eine erhöhte Patientensicherheit erzielt werden. Für die Nutzung der Vantage Workflow Solution von Roche war bisher eine Anbindung an das jeweilige Laborinformationssystem (LIS) vorausgesetzt. Da es jedoch Pathologielabore gibt, in denen diese Anbindung nicht realisiert ist, wollen Roche Diagnostics Deutschland und inveox nun die Möglichkeit bieten, diese Workflow-Lösung durch eine gemeinsam entwickelte Alternative zur LIS-Anbindung allen Kunden bereit zu stellen. Hierzu hat inveox ein Probeneingangsmodul implementiert, durch das die Workflow-Lösung von Roche nun unabhängig des beim Kunden eingesetzten LIS verwendet werden kann.

Patientensicherheit und Effizienz im Labor

Die Vantage Workflow Solution bietet ein durchgängiges Tracking von Patientenproben, vielfältige Funktionen für das Qualitätsmanagement sowie softwaregestützte Möglichkeiten zur Analyse von Laborprozessen in Echtzeit. Das Risiko einer Verwechslung von Proben kann somit gesenkt werden. Auch die Komplettlösung von inveox soll das Risiko von Probenverwechslungen minimieren und für eine Verbesserung der Patientensicherheit und eine verbesserte integrierte Krebsdiagnostik sorgen. Die Lösung besteht aus einem automatisch codierten, intelligenten Probenbehälter, einem Automaten für den Probeneingang und einer Software für die Datenübertragung zwischen behandelndem Arzt und Pathologielabor.

Die 2017 in München gegründete inveox GmbH entwickelt Systeme zur Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung von Pathologielaboren. Ziel ist es, die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Krebsdiagnosen zu erhöhen, gleichzeitig die Effizienz und Rentabilität von Laboren zu steigern sowie das Potential für eine auf Big Data und künstliche Intelligenz basierte, personalisierte Diagnostik zu erschließen. Ende 2018 hat inveox ein Tochterunternehmen in Krakau (Polen) eröffnet, im Frühjahr 2020 folgte die Gründung einer Tochtergesellschaft in Houston (Texas). Aktuell hat das Unternehmen an allen Standorten rund 90 Mitarbeiter.

Über den Autor

Holger Garbs ist seit 2008 als freier Redakteur für die GoingPublic Media AG tätig. Er schreibt für die Plattform LifeSciences und das VentureCapital Magazin.