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Das Berliner MedTech-Start-up DeepSpin entwickelt das weltweit erste mobile MRT-System. Dies soll sich zudem durch eine außerordentlich effiziente Kostenstruktur auszeichnen, so die Verantwortlichen. Die Technologie soll die medizinische Bildgebung grundlegend transformieren, indem sie MRT in neue medizinische Bereiche bringt und die Technologie gleichzeitig für ein breiteres Spektrum an Patienten zugänglich macht.

DeepSpin: Ausbau der KI-gestützten Technologie

Die DeepSpin-Gründer Clemens Tepel und Pedro Freire Silva gründeten ihr Unternehmen im Rahmen des Entrepreneur First-Programms und konnten innerhalb weniger Monate die erste technische Machbarkeit an ihrer Technologie unter Beweis stellen.

Nun konnte das Unternehmen eine Seed-Finanzierungsrunde mit Leadinvestor APEX Digital Health und den Bestandsinvestoren Entrepreneur First und SOSV abschließen. Mit den Mitteln aus der neuen Finanzierungsrunde wird DeepSpin sein Team ausbauen und die nächste Iteration ihres KI-basierten MRT-Bildgebungs-Algorithmus sowie der dafür benötigten Hardware entwickeln.

„MRT ist ein sehr wertvolles Diagnoseverfahren, da es Informationen liefern kann, die mit anderen Bildgebungsverfahren nicht zugänglich sind.”, sagt CEO Clemens Tepel. Doch trotz des hohen klinischen Wertes würden MRTs oft nicht eingesetzt, da derzeitige MRT-Systeme mehrere Millionen Euro kosten, speziell abgeschirmte Räume benötigten und speziell ausgebildete Fachkräfte zur Bedienung erfordern, so Tepel.

Neuer NRT-Ansatz mit vereinfachter Technologie

DeepSpin will diese Einschränkungen mithilfe einer KI-unterstützen Technologie aufheben. Man stelle den herkömmlichen MRT-Ansatz auf den Kopf, sagt CTO Pedro Freire Silva. „Anstatt hochpreisige Hardware mit einfacher Software zu kombinieren, können wir dieselben klinischen Informationen durch die Anwendung ausgeklügelter Algorithmen auf vereinfachter Hardware erhalten“, so Freire Silva.

Während die Nutzung von Künstlicher Intelligenz zur Interpretation von MRT-Scans seit Jahren zunimmt, gibt es auf der anderen Seite nur wenige Innovationen auf der fundamentaleren Ebene der Scan-Akquisition. „Wir sehen viele inkrementelle Fortschritte in den Bereichen der Reduktion der Scanzeiten, der Verbesserung des Patientenkomforts und der Scan-Qualität. Doch das wirklich Spannende an DeepSpins Technologie ist, dass diese das System von Grund auf neu denkt“, so Walter Märzendorfer, ehemaliger Präsident des Bereichs Diagnostische Bildgebung bei Siemens Healthineers und Experte in der MRT-Industrie.

Neue medizinische Anwendungen möglich

Die signifikante Kostenreduktion DeepSpins soll die Nutzung von MRTs in neuen medizinischen Bereichen und Regionen ermöglichen, die sich diese Art der medizinischen Bildgebung aktuell nicht leisten können. „Mit DeepSpins Technologie können MRTs einer weitaus breiteren Patientengruppe zur Verfügung gestellt und neue medizinische Anwendungen unterstützt werden“, ergänzt Dr. Gordon Euller, zertifizierter Radiologe und Lead-Partner bei APEX Digital Health.

Über den Autor

Holger Garbs ist seit 2008 als freier Redakteur für die GoingPublic Media AG tätig. Er schreibt für die Plattform LifeSciences und das VentureCapital Magazin.