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Bildnachweis: Corona Borealis – stock.adobe.com.

Deutschland ist auf der Suche nach dem „richtigen“ Weg zurück in die Normalität. Die einen drängen, dass dies doch alles viel schneller gehen müsse, andere warnen, dass die Lockerungen ohnehin schon zu weit gehen. Schrittweise öffnen die Schulen wieder und es heißt jetzt Masken auf beim Einkaufen und im ÖPNV. Am kommenden Donnerstag möchte Kanzlerin Angela Merkel erneut mit den Ministerpräsidenten über die Corona-Krise beraten. Dann wird man wohl auch nochmal über die Größe der öffnenden Geschäfte sprechen müssen. Bayerns höchstes Verwaltungsgericht (BayVGH) hat am gestrigen Montag das von der Staatsregierung in der Corona-Krise verhängte Verkaufsverbot für große Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern für verfassungswidrig erklärt. Die Oberverwaltungsgerichte in Niedersachsen und dem Saarland dagegen halten die Vorschrift für rechtens.

Ursprung des Virus?

Noch immer ist der Ursprung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 unklar. Bisweilen galt ein Fischmarkt in der chinesischen Millionenstadt Wuhan als Ursprungsort, aber auch ein Fledermaus-Labor wurde zeitweise verdächtigt. Der Virologe Christian Drosten bringt nun eine neue Theorie ins Spiel, die Fledermäuse nur als Zwischenwirt und Marderhunde als mögliche Überträger. Auch zu Zeiten des auf den Menschen übergesprungenen Sars-Virus von 2002 berichtet alte Literatur von Schleichkatzen und Marderhunden als Träger des Virus. Die Zucht von Marderhunden sei ein riesiger Wirtschaftszweig in China, so Drosten.

Rückkehr in den Regelbetrieb in Krankenhäusern

Nach wochenlangem Ausnahmezustand aufgrund der Corona-Pandemie fordern Deutschlands Kliniken nun wieder schrittweise in den Regelbetrieb zurückzukehren. Es sollen weniger Kapazitäten für COVID-19 Patienten vorgehalten werden, Rehakliniken sollten den regulären Betrieb wieder aufnehmen und auch ambulante Behandlungen sollen flächendeckend wieder aufgenommen werden. Auch planbare Operationen sollen wieder möglich sein. Mediziner warnen schon seit Wochen vor der bestehenden Verunsicherung von Patienten, die die Krankenhäuser in der letzten Zeit vielfach gemieden haben. Diese mit dem Infektionsrisiko verbundene Angst, müsse dringend wieder abgebaut werden.

App-Release verzögert sich

Die Bundesregierung hat auf die vehemente Kritik bzgl. Datenschutz und Datensicherheit der zunächst favorisierten Corona-App mit Pepp-PT Technologie reagiert und sich nochmals um entschieden. Der jetzt eingeschlagene Weg mit einer dezentralen Tracing-App solle „so schnell als möglich aber auch so sicher als möglich“ gegangen werden, sagte Spahn am Sonntagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Diese noch zu entwickelnde App wird daher noch einige Wochen brauchen, bis sie für die Öffentlichkeit verfügbar ist. Der freiwillig nutzbaren Anwendung wird jedoch eine tragende Rolle für weitere Lockerungen zugeschrieben, da sich so Infektionsketten deutlich besser nachvollziehen ließen.

Neuigkeiten an der Medikamentenfront

Der Biochemiker und Strukturvirologe Rolf Hilgenfeld von der Uni Lübeck forscht bereits seit über 20 Jahren an Coronaviren. Durch die Entschlüsselung der Struktur der Hauptprotease konnte ein bereits bekannter Wirkstoff gegen Corona- sowie Enteroviren gefunden werden, der auch die Vermehrung des neuartigen Coronavirus stoppt. Dieser soll nun weiter optimiert werden mit dem Ziel ein Medikament zu entwickeln. Allerdings wird die weitere Testung hier noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Dennoch müsse diese Forschung, auch bei einem Abflauen der Infektionszahlen, dringend weiter verfolgt werden, so Hilgenberg, um für zukünftige Virusausbrüche besser gewappnet zu sein.

Weitere Hoffnung macht das Rheumamittel Tocilizumab des Schweizer Pharmakonzerns Roche. An einer klinischen Studie, an der weltweit 330 COVID-19-Patienten eingehen sollen, ist auch das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München beteiligt. Viele Patienten mit COVID-19 sterben nicht allein am Coronavirus, sondern an einer Überreaktion ihres eigenen Immunsystems. Denn der sogenannte „Cytokinsturm“ zerstört viele Lungenzellen und löst die schweren Entzündungsreaktionen im Körper aus. Tocilizumab dämmt die überschießende Antwort des Immunsystems ein und ist somit nur für schwere Verläufe der Erkrankung eine Option. Erste Ergebnisse werden für den Sommer erwartet.