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Das von der bmp Ventures AG initiierte und aus Mitteln der IBG Risikokapitalfonds III aufgelegte Programm „Startup Gladiator“ investiert in die InLine-Med GmbH. Das Start-up kombiniert intelligente Positionierungsalgorithmen, eine innovative Operationsführung und optimierte Biopsienadeln, um die Effizienz, Genauigkeit und Sicherheit während der Entnahme von Gewebeproben, der Ablation von Tumoren und der interventionellen Schmerztherapie zu steigern.

Mit dem „Startup Gladiator“ hat bmp ein Programm entwickelt, das junge Tech-Startups in Sachsen-Anhalt in der Frühphase (Seed- und Early-Stage) finanziert. Das Kapital für das Programm wird durch die IBG Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH bereitgestellt.

InLine-Med: Vereinfachung des radiologischen Alltags

In der radiologischen Bildgebung werden mithilfe von MRT, CT oder Ultraschall unter anderem medizinische Hohlnadeln zur Probenentnahme beziehungsweise Elektroden zur Krebsbehandlung während der Diagnose oder Behandlung verwendet. Die Prozeduren bergen auf Grund dieser Komplexität bei der korrekten Platzierung viele Unsicherheiten.

Dazu Juan Sebastián Sánchez López, Gründer und Geschäftsführer von InLine-Med: „Im radiologischen Alltag sind die Anforderungen an die Erfahrungen und Fähigkeiten des Personals eine der limitierenden Faktoren.“ Der Anspruch von InLineMed sei es, so der Geschäftsführer weiter, die Abläufe während der Aufnahmen deutlich zu vereinfachen und den behandelnden Ärzten und Schwestern wesentlich einfacher zu bedienende Werkzeuge an die Hand zu geben, die universell einsetzbar sind und sich gut in die bestehenden Arbeitsabläufe integrieren lassen.

Prototypen bis zur Serienreife entwickelt

Erste Prototypen sind bereits bis zur Serienreife entwickelt und bestehen aus der Planungs- und Positionierungssoftware für die Prozeduren, der Nadelführung für die korrekte Positionierung, der neu entwickelten Biopsienadeln und dem Orientierungs-/ Markierungsgitter.

Sinja Lagotzki, Co-Gründerin und Geschäftsführerin von InLine-Med, ergänzt: „Mit unserer Lösung kann die Planung des Radiologen direkt vom Computerbildschirm auf den Patienten übertragen werden, ohne dass teure und komplizierte Systeme erforderlich sind. Sobald Einstich- und Zielpunkt der Nadel definiert sind, werden die Parameter und eine genaue Darstellung der Position über einen mobilen Bildschirm im Aufnahmeraum bereitgestellt.“ So könne eine einfache und präzise Positionierung der sterilen Einweg-Nadelführung gewährleistet werden, um fehlerfrei die gewünschte Region innerhalb des Körpers treffen zu können. Damit könnten unnötige Mehrfachpunktionen vermieden und die Behandlungszeit signifikant verkürzt werden, so Lakotzki. „Hauptziel ist aber, das Risiko für Patienten und Radiologen so deutlich zu reduzieren.“

Zertifizierung und Serienproduktion geplant

Das investierte Kapital aus dem „Startup Gladiator“ soll bei InLine-Med für die Medizinproduktezertifizierung und die Vorbereitung der Serienproduktion verwendet werden. Genauere finanzielle Details wurden nicht genannt.

Bei den Gründern von InLineMed handelt es sich um Absolventen des internationalen Masterstudienganges Medical Systems Engineering. Während des Studiums waren sie Teil der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Michael Friebe, der in der Vergangenheit bereits mehrere Unternehmen gegründet oder mitgegründet hat und die InLine-Med als Business Angel unterstützt. Vom InLine-Med Team wurden die Produkte FLEXLINE, FLEXPATCH und FLEXPLAN als Gesamtpaket unter dem Namen FLEXSPINE für die interventionelle radiologische Diagnostik verschiedener Indikationen (Leber, Brust, Lunge, Prostata) und die interventionelle, CT-basierte Schmerzbehandlung in Zusammenarbeit mit der Radiologie des Universitätsklinikum Magdeburg entwickelt.

Über den Autor

Holger Garbs ist seit 2008 als freier Redakteur für die GoingPublic Media AG tätig. Er schreibt für die Plattform LifeSciences und das VentureCapital Magazin.