Peter Chudaska, Geschäftsführer registrar services GmbH
Gastautor Peter Chudaska, Geschäftsführer registrar services GmbH

Die Kurve der Kapitalpräsenzen im DAX gleicht in den letzten Jahren einem Auf und Ab. In der jüngeren Vergangenheit fällt insbesondere der Einbruch im Jahr 2013 ins Auge. Die Gründe sind bekannt. Auffällig ist aber auch der deutliche Anstieg der Präsenzen in diesem Jahr. Woran liegt das? Von Peter Chudaska

Die durchschnittlichen Kapitalpräsenzen der DAX-Unternehmen waren nach unseren Aufzeichnungen nur 1998 und 2012 höher als in dieser Hauptversammlungssaison. Einen großen Beitrag zur positiven Entwicklung leisten dabei die Unternehmen, die Namensaktien herausgeben. Bei diesen Aktiengesellschaften gab es im Vergleich zu 2015 enorme Wachstumssprünge. In den 18 Jahren, in denen wir die Entwicklung nun beobachten, kam es bei unseren Kunden selten zu solch erheblichen Erhöhungen ihrer Kapitalpräsenzen, wie wir sie teilweise 2016 beobachten.

Entwicklung Kapitalpräsenzen
Entwicklung der Kapitalpräsenzen bei deutschen Aktiengesellschaften

Ein Grund dafür könnte sein, dass es auch seitens des Gesetzgebers einige Bemühungen gab, dem Präsenzeinbruch 2013 entgegenzuwirken. Viele ausländische Investoren haben damals bekanntlich auf ihre Stimmrechtsausübung verzichtet, weil sie befürchteten, dass der Handel mit den Aktien kurz vor dem Hauptversammlungstermin nicht mehr möglich sei. Das Kleinanlegerschutzgesetz hat diese Situation allerdings entspannen können. Auch bei Stimmrechtsausübung ist die Handelbarkeit der Aktien nun weitgehend gewährleistet. Shareholder Analytics und Proxy-Solicitation-Kampagnen sind zudem erfolgreiche Instrumente, die die Aktiengesellschaften zur Steigerung der Kapitalpräsenz einsetzen.

Sollte sich der Trend steigender Präsenzen fortsetzen, ist dies aus Sicht der Unternehmen nur zu begrüßen. Denn hohe Kapitalpräsenzen sind das beste Mittel gegen die Einflussnahme aktivistischer Aktionäre mit Minderheitsbeteiligungen, wie kürzlich bei Stada geschehen.

Der Autor des Beitrags, Peter Chudaska, ist Geschäftsführer bei registrar services GmbH. 

 

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