Es sollte die Fusion schlechthin werden in der Schweiz: Der Deal zwischen Sunrise und UPC – Ende letzten Jahres platzte jedoch die geplante Übernahme seitens Sunrise. Wir sprachen mit Marco Quinter von UPC über neue mögliche Fusionspläne sowie die strategische Ausrichtung des größten Schweizer Kabelnetzbetreibers.

GoingPublic: Herr Quinter, die geplante Übernahme durch Sunrise ist seit Ende letzten Jahres vom Tisch. Wie waren die Reaktionen bei UPC?

Quinter: Für uns war das letztendlich doch eine große Überraschung. Der Prozess vom Signing bis zum geplanten Closing hat mehr als ein halbes Jahr gedauert – demnach hatten wir uns bereits lange darauf vorbereitet. Das Gute war aber, dass wir dank der langen Vorlaufzeit auch einen ausgereiften Plan B hatten. Dennoch war die Überraschung groß.

Marco Quinter
Marco Quinter
Wie aufgeschlossen sind Sie generell gegenüber anderen potenziellen Bietern?

Wir haben von Anfang an klar kommuniziert, dass wir offen sind für andere Bieter. Wenn sich eine gute Möglichkeit für beide Seiten ergibt, sind wir gerne bereit für weitere Gespräche. Wichtig ist aber, dass wir unsere Strategie weiterhin klar verfolgen. Anfang 2019 sind wir beispielsweise eine Kooperation mit der Swisscom eingegangen Diese ermöglicht seither eine breitere Abdeckung und höhere Zuverlässigkeit für unser umfangreichen Mobile-Angebote. Wir sind demnach solide aufgestellt und können dennoch unabhängig agieren.

Welche Rolle spielt KI innerhalb Ihres Geschäftsmodells?

Bei uns spielt KI eine sehr große Rolle. Ich selbst bin für die Geschäftskunden bei UPC zuständig – hier merke ich, dass das Thema bei den Kunden derzeit stark nachgefragt wird. KI ist fest im Markt angekommen und lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

Wie ist es um die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit in der Schweiz bestellt?

Im Telekommunikations-Bereich spielt die Schweiz national sowie international eine große Rolle. Der UPC gehört das größte Breitbandnetz in der Schweiz. Die Schweizer Geschäftskunden, sogar jene, die in den Alpengebieten wohnen, haben heute 1 Gigabyte flächendeckend zur Verfügung. Dies ist eine ideale Basis für sämtliche IT-Services. Wir sind zwar nicht auf dem Level wie das Silicon Valley in den USA, aber es gibt enormes Potenzial hier in der Schweiz. Was uns zudem in der Schweiz ganz stark auszeichnet sind Attitüden wie Vertrauen und Privatsphäre  – dafür schätzt man uns auf internationaler Ebene besonders.

Herr Quinter, vielen Dank für das spannende Gespräch.

Einen Bericht zum Alpensymposium 2020 finden Sie hier.

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redaktionsleitern Kapitalmarktmedien bei der GoingPublic Media AG. Ihre Schwerpunktbereiche liegen bei Themen rund um IPOs, Investor Relations, Unternehmensfinanzierung und den Kapitalmärkten in Österreich und der Schweiz.