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Die EPH Group AG (ISIN: AT0000A34DM3) führt eine Kapitalerhöhung mit einem Emissionsvolumen von rund 10,3 Mio. EUR durch. Die öffentliche Zeichnungsfrist für die neuen Aktien endet am 26. Juni 2026 um 12:00 Uhr. Der Angebotspreis beträgt 72 EUR je neue Aktie. Die Gesellschaft ist ein auf Hotel- und Resortimmobilien spezialisiertes Projektentwicklungsunternehmen im DACH-Raum. Das Unternehmen konzentriert sich dabei auf renditestarke Projekte im Premium- und Luxussegment. GoingPublic sprach mit der Vorständin des Unternehmens, Yasmin Wilfling.
GoingPublic: Frau Wilfling, die EPH entwickelt Hotel- und Resort-Projekte – vorwiegend in Österreich und Deutschland. Können Sie uns Ihr Geschäftsmodell genauer erläutern?
Wilfling: Gerne. Die EPH ist kein klassischer Hotelbetreiber, sondern ein spezialisierter Entwickler von Hotel- und Resortimmobilien in Deutschland, Österreich und weiteren europäischen Top-Destinationen im Premium- und Luxussegment. Aktuell befinden sich neun Projekte in Entwicklung, sieben in Österreich und zwei in Deutschland.
Wenn wir von „Entwicklung“ sprechen, meinen wir die gesamte Wertschöpfungskette – von der Sicherung attraktiver Grundstücke über die Erlangung der erforderlichen Genehmigungen und den Abschluss von Betreiberverträgen mit internationalen Hotelmarken bis hin zur Vorbereitung der späteren Realisierung. Dabei arbeiten wir eng mit Gemeinden, Grundstückseigentümern, Architekten und künftigen Betreibern zusammen.
Unser Geschäftsmodell zielt dabei auf die frühe Projektphase ab. Durch die Entwicklung attraktiver Standorte entstehen erhebliche Wertsteigerungspotenziale, die sich auf unterschiedliche Weise realisieren lassen.
Grundsätzlich verfolgen wir das Ziel, Projekte bis zu einem fortgeschrittenen Entwicklungsstand zu führen und anschließend zu veräußern. Besonders attraktive Projekte wollen wir selbst realisieren, wenn die Rahmenbedingungen passen.
Das Team der EPH vereint Kompetenzen aus Immobilienentwicklung, Tourismus, Finanzierung, Recht, Projektmanagement und Kapitalmarkt. Gleichzeitig setzen wir auf eine schlanke Organisationsstruktur und arbeiten projektbezogen mit erfahrenen externen Spezialisten zusammen.
Die EPH wurde 2023 gegründet und ist daher ein sehr junges Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte es einen Umsatz von 26.000 Euro. Beim Ergebnis nach Steuern stand ein Minus von rund 950.000 Euro zu Buche. Können Sie uns die Zahlen kurz im Hinblick auf Ihr Geschäftsmodell erläutern?
Die Zahlen spiegeln die typische Situation eines Projektentwicklers in einer frühen Unternehmensphase wider. In den ersten Jahren werden die Grundlagen für zukünftiges Wachstum geschaffen. Das bedeutet, dass zunächst erhebliche Investitionen in die Sicherung neuer Projekte, Planungsleistungen, Genehmigungsverfahren sowie in die Unternehmens- und Kapitalmarktstruktur fließen.
Die Erlöse fallen naturgemäß erst mit dem Fortschritt oder Abschluss der Projekte an. Die Zahlen des Jahres 2024 sind daher vor allem Ausdruck unserer Aufbauphase und weniger ein Indikator für das langfristige Ertragspotenzial des Unternehmens.
Unser Ziel ist es, Projekte noch 2026 in fortgeschrittene Entwicklungsphasen zu überführen und damit die Grundlage für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens zu schaffen.
Ein zentraler Bestandteil Ihrer Unternehmensstrategie ist das sogenannte „Land-for-Equity“-Modell. Grundstückseigentümer erhalten dabei den Kaufpreis für ihre Flächen ganz oder teilweise in Form von Aktien der EPH Group. Was steckt hinter dieser Strategie?
Das Land-for-Equity-Modell ist ein wesentlicher Baustein unserer Unternehmensstrategie. Die Grundidee besteht darin, die Interessen von Grundstückseigentümern und der EPH langfristig miteinander zu verbinden.
Anstatt einen Grundstücksankauf ausschließlich über eine Barzahlung abzuwickeln, bieten wir Grundstückseigentümern die Möglichkeit, den Kaufpreis ganz oder teilweise in Aktien der EPH Group zu erhalten. Dadurch werden sie zu Aktionären unseres Unternehmens und partizipieren sowohl am Wertzuwachs ihres Grundstücks als auch an der zukünftigen Wertentwicklung der EPH.
Für uns bietet dieses Modell mehrere Vorteile. Zum einen schont es die Liquidität und ermöglicht es uns, die vorhandenen Mittel gezielt in die Projektentwicklung zu investieren. Zum anderen profitieren beide Seiten von der erfolgreichen Entwicklung des einzelnen Projekts und einer positiven Unternehmensentwicklung insgesamt.
Als Außenstehender könnte man denken, dass der Tourismusbereich – und damit auch das Hotelgewerbe – in den beliebten Alpenregionen umfassend erschlossen ist. Welche Nische wollen Sie mit EPH besetzen und was können Sie besser als die Konkurrenz?
Die Alpenregionen gehören zweifellos zu den etabliertesten Tourismusdestinationen Europas. Gerade deshalb gibt es dort interessante Möglichkeiten für uns als spezialisierten Entwickler.
Wir identifizieren attraktive Grundstücke in touristisch stark nachgefragten Destinationen, entwickeln diese weiter zu hochwertigen Luxus- und Premiumhotelprojekten und schließen Betreiberverträge mit internationalen Hotelmarken, die in diesen Regionen bislang nur begrenzt vertreten sind. Dadurch profitieren die Standorte von der internationalen Reichweite und dem Kundenstamm dieser Hotelmarken. Gleichzeitig tragen die etablierten Qualitäts- und Servicestandards der Hotelbetreiber zur Attraktivität der Projekte bei.
Wir verbinden dabei touristisches Verständnis, Immobilienkompetenz und Kapitalmarktexpertise. Darüber hinaus eröffnet uns unser Land-for-Equity-Modell zusätzliche Möglichkeiten bei der Akquisition von Grundstücken. Gleichzeitig strukturieren wir Grundstücksankäufe meist unter der aufschiebenden Bedingung der Baugenehmigung, womit der Erwerb des Grundstücks erst mit Erhalt des Baubescheids wirksam wird.
Zudem verzeichnen die Alpen- und Seeregionen eine steigende Nachfrage im Premium- und Luxussegment. In dieser Nische wollen wir uns als spezialisierter Entwickler etablieren und Mehrwert für Gemeinden, Eigentümer, Investoren und zukünftige Betreiber schaffen.
Die EPH ist seit November 2025 börsennotiert. Nun wollen Sie weiteres Kapital über die Ausgabe neuer Aktien einsammeln. Was sind die Gründe dafür im Detail?
Die Börsennotierung war für uns ein wichtiger strategischer Schritt, um unsere Finanzierungsmöglichkeiten zu erweitern.
Die Kapitalerhöhung dient dazu, unsere Projektpipeline weiter auszubauen und die Entwicklung bestehender Projekte zu beschleunigen. Die größten Wertsteigerungspotenziale liegen in den frühen Entwicklungsphasen. Deshalb ist es entscheidend, ausreichend Kapital für Grundstückssicherungen, Planungs- und Beratungsleistungen, Genehmigungsverfahren und weitere Entwicklungsschritte zur Verfügung zu haben.
Darüber hinaus stärkt die Kapitalmaßnahme unsere Eigenkapitalbasis und erhöht unsere finanzielle Flexibilität. Das ist insbesondere in einem Umfeld wichtig, in dem attraktive Projekte schnell gesichert werden müssen.
Der Ausgabepreis der neuen Aktien liegt in der Zeichnungsfrist bei 72 Euro pro Stück. Derzeit notieren die bereits emittierten Papiere unter diesem Kurs. Warum sollten Anleger in neue Aktien investieren, wenn die alten Titel an der Börse günstiger zu haben sind?
Der Börsenkurs ist eine Momentaufnahme, die von vielen Faktoren beeinflusst wird.
Der Ausgabepreis von 72 Euro wurde auf Grundlage unserer Projektpipeline, unseres Geschäftsmodells und der langfristigen Entwicklungsperspektiven des Unternehmens festgelegt. Diese Einschätzung wird auch durch externe Analysen gestützt. NuWays empfiehlt die Aktie zum Kauf mit einem Kursziel von 102 EUR je Aktie.
Für Investoren steht letztlich die Frage im Vordergrund, wie sich der Wert des Unternehmens künftig entwickelt. Dieser Wert liegt vor allem in unserer Projektpipeline und den Wertsteigerungspotenzialen der einzelnen Projekte. Die Mittel aus der Kapitalerhöhung fließen direkt in die Weiterentwicklung der bestehenden Projekte und in den Ausbau unseres Projektportfolios.
Wer sich jetzt an der Kapitalerhöhung beteiligt, investiert in ein Entwicklungspotenzial, an dessen Umsetzung wir mit voller Konsequenz arbeiten.
Frau Wilfling, wir danken Ihnen für das Gespräch.
Das Interview führte Gian Hessami
Zur Interviewpartnerin

Yasmin Wilfling ist ausgebildete Hotelfachfrau und Juristin mit langjähriger Erfahrung im Immobilien- und Vertragsrecht sowie in den Bereichen Corporate Governance und Compliance.
Nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Salzburg und dem Masterstudium (LL.M.) an der Universität Wien folgten Stationen in renommierten internationalen und österreichischen Wirtschaftskanzleien. Zuletzt war sie in einem auf Parkraum spezialisierten Immobilienunternehmen tätig und sammelte dort umfassende Expertise in der Umsetzung komplexer und kapitalintensiver Immobilienprojekte sowie in der Zusammenarbeit mit öffentlichen Institutionen, Gesellschaftern und Aufsichtsgremien.
Autor/Autorin

Gian Hessami
Gian Hessami gehört zum Redaktionsteam der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de). Als Finanzjournalist beleuchtet er regelmäßig aktuelle Entwicklungen an der Börse und ist Autor von Beiträgen und Aktienanalysen. Mit den Finanzmärkten beschäftigt sich der gelernte Zeitungsredakteur bereits seit 2004.




