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Die im SDAX notierte SFC Energy (ISIN: DE0007568578) übernimmt wesentliche Vermögenswerte der insolventen Siqens GmbH. Die Transaktion umfasst unter anderem Patente, Know-how, Markenrechte, bestehende Kundenbeziehungen sowie ausgewählte Mitarbeiter. Strategisch zielt der Brennstoffzellenanbieter darauf ab, die bisherige Lücke zwischen Direkt-Methanol-Brennstoffzellen unter 1 kW und Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen über 5 kW zu schließen. Von Jenny Gspahn-Staudigl


Technologie ergänzt bestehendes Portfolio

SFC Energy hat am 2. Juli 2026 bekannt gegeben, am 1. Juli eine Vereinbarung zum Erwerb wesentlicher Vermögenswerte der Siqens GmbH geschlossen zu haben. Der Erwerb erfolgt im Rahmen des ebenfalls am 1. Juli eröffneten Insolvenzverfahrens. Der Kaufpreis liegt laut Unternehmensangaben im hohen sechsstelligen Euro-Bereich.

Dr. Peter Podesser, CEO, SFC Energy AG || Foto: SFC Energy AG

Im Mittelpunkt der Transaktion steht die patentierte Methanol-Reformer-Brennstoffzellentechnologie. Sie soll Anwendungen mit höherem Energiebedarf auf Methanolbasis im Leistungsbereich zwischen 1 und 5 kW ermöglichen und ergänzt damit das bestehende Portfolio von SFC.

Laut Vorstandsvorsitzendem Dr. Peter Podesser schließt die Akquisition gezielt die bisherige Portfoliolücke: „Die Reformer-Technologie ergänzt unser bestehendes Angebot zielgenau und ermöglicht es uns, unseren Kunden künftig effiziente und zuverlässige Energielösungen für netzferne Anwendungen mit höherer Leistung unter Nutzung eines flüssigen Treibstoffs anzubieten.“

Relevanz für Zielmärkte

Die Technologie adressiert nach Unternehmensangaben insbesondere die Märkte Verteidigung, zivile und öffentliche Sicherheit, kritische Infrastrukturen, Telekommunikation, Verkehrstechnik sowie die Öl- und Gasindustrie. Vor allem dort, wo gasförmiger Wasserstoff aus infrastrukturellen oder regulatorischen Gründen nur eingeschränkt eingesetzt werden kann, sieht SFC Vorteile der Methanol-Reformer-Technologie.

Integration und Synergien

Neben der Reformer-Technologie übernimmt SFC laut Unternehmensangaben auch weitere immaterielle Vermögenswerte wie das Patentportfolio, Know-how, Markenrechte und bestehende Kundenbeziehungen. Darüber hinaus sollen ausgewählte Mitarbeiter übernommen und der Entwicklungs- und Technologiestandort in München zunächst fortgeführt werden.

Zudem werden Technologien zur elektrochemischen Wasserstoffseparierung (Electrochemical Hydrogen Separation, EHS) übernommen. Deren zukünftige Nutzung soll jedoch erst im Rahmen der Integrationsplanung bewertet werden. Der Schwerpunkt der Integration liegt zunächst auf der Methanol-Reformer-Brennstoffzellentechnologie.

Durch die Integration erwartet SFC Synergien im Einkauf, in der Fertigung, in der Produktentwicklung sowie bei der internationalen Vermarktung über das bestehende Vertriebs- und Servicenetz. Entscheidend wird sein, wie schnell sich die neuen Technologien in das bestehende Portfolio integrieren und wirtschaftlich nutzen lassen.

Aktie reagiert verhalten

SFC Energy ist im Prime Standard notiert und Mitglied des SDAX. Die Aktie notiert derzeit bei 21,30 EUR. Die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 374 Mio. EUR. Damit notiert das Papier unter dem 52-Wochen-Hoch von 24,75 EUR, aber deutlich über dem 52-Wochen-Tief von 11,32 EUR.

1 Jahreschart SFC Energy AG Stand 07.07.2026 08:53 Uhr || Quelle: stock3.com

Operativ hatte SFC im ersten Quartal 2026 einen Umsatzrückgang auf 34,1 Mio. EUR gemeldet, während die bereinigte EBITDA-Marge auf 18,0 % stieg. Nach einem Großauftrag aus der Ukraine erhöhte das Unternehmen seine Prognose für 2026 auf einen Umsatz von 163 bis 175 Mio. EUR sowie ein bereinigtes EBITDA von 29 bis 34 Mio. EUR. Vor diesem Hintergrund fügt sich die Übernahme strategisch in die Ausrichtung auf die Zielmärkte Verteidigung, öffentliche Sicherheit und kritische Infrastruktur ein. Konkrete Aussagen zu zusätzlichen Umsatz- oder Ergebnisbeiträgen aus der Siqens-Übernahme machte das Unternehmen bislang nicht.

Fazit

Mit der Übernahme wesentlicher Vermögenswerte der Siqens GmbH erweitert SFC Energy sein Technologieportfolio im Leistungsbereich zwischen 1 und 5 kW und schließt eine bisherige Lücke im Brennstoffzellenangebot. Ob sich die Akquisition auch finanziell auszahlt, wird davon abhängen, wie erfolgreich SFC die übernommenen Technologien, Schutzrechte und Kundenbeziehungen in das bestehende Geschäft integriert. Konkrete Erwartungen zu den finanziellen Effekten hat das Unternehmen bislang nicht veröffentlicht.

Autor/Autorin

Content Managerin at GoingPublic Media AG

Jenny Gspahn ist Content Managerin für die Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de). In ihrer täglichen Arbeit beschäftigt sie sich mit Themen rund um den Aktienmarkt, aktuelle Börsengänge sowie alle Aspekte rund um die Börsennotiz von Unternehmen.