Bildnachweis: Kumovis.

Kumovis, Entwickler des weltweit ersten 3D-Druckers mit Reinraumintegration, hat eine Serie-A-Finanzierungsrunde über 3,6 Mio. EUR abgeschlossen. Mit Renolit SE und Solvay Ventures hat das Münchner Start-up zwei weitere Partner gefunden, um industrielle additive Fertigungssysteme für die Verarbeitung von Hochleistungspolymeren zu etablieren. Der High-Tech Gründerfonds und Ffilipa Venture Capital, die Kumovis schon bei der Seed-Finanzierung unterstützten, beteiligten sich ebenfalls an der Serie A. Kumovis wurde 2017 als Spin-off von Alumni der Technischen Universität München gegründet.

Kumovis: Fertigung von Medizinprodukten nahezu jeder Art

„Wir haben uns von Anfang an zum Ziel gesetzt, Medtech-Unternehmen und Kliniken gleichermaßen in die Lage zu versetzen, Hochleistungspolymere im 3D-Druckverfahren zu verarbeiten und so Medizinprodukte nahezu jeder Art zu fertigen“, sagt Stefan Leonhardt, Co-CEO und Mitgründer von Kumovis. Die Einführung des 3D-Druckers Kumovis R1 im Jahr 2019 habe die additive Fertigung mit medizinisch zugelassenen Polymeren in Bezug auf mechanische Eigenschaften, Ästhetik, Reproduzierbarkeit und Nutzbarkeit auf ein neues Niveau gehoben, so Leonhardt.

Das Münchener Unternehmen plant nach eigenen Angaben, durch die Partnerschaften mit Renolit, einem Spezialisten im Bereich polymerbasierter Komponenten für medizinische Geräte, und Solvay, einem Anbieter hochleistungsfähiger Spezialpolymere, seinen Business Case stärken und die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens beschleunigen.

Man wolle die Investitionen nutzen, um neue Märkte zu erschließen, die Technologie weiterzuentwickeln und die medizinische Community zu unterstützen, 3D-gedruckte Medizinprodukte zum Patienten zu bringen, unterstreicht Stefan Leonhardt.

Dezentralisierung für kürzere Lieferketten

Dezentralisierte Produktionskapazitäten durch den Einsatz von 3D-Drucktechnologien verkürzen Lieferketten, in der Folge reduzieren sie auch die Zeit, bis Medizinprodukte Patienten erreichen. „Die Flexibilität des Systems Kumovis R1, das die Anforderungen der medizinischen Fertigung erfüllt, ist besonders vorteilhaft für Hersteller, die sich mit Kleinserien und patientenangepassten Produkten beschäftigen“, ergänzt Dr. Miriam Haerst, Co-CEO und Mitbegründerin von Kumovis. Indem man ein offenes 3D-Drucksystem bereitstelle, das in der Lage ist, eine Vielzahl thermoplastischer Polymere zu verarbeiten, ermögliche man den Kunden nicht nur die On-demand-Fertigung medizinischer Produkte, sondern auch den 3D-Druck direkt am Point of Care, so Hearst.

Über den Autor

Holger Garbs ist seit 2008 als freier Redakteur für die GoingPublic Media AG tätig. Er schreibt für die Plattform LifeSciences und das VentureCapital Magazin.