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Bildnachweis: LifeScience Incubator Bonn.

Das Neonatal-Diagnostik-Unternehmen InfanDx AG (Köln, Deutschland), ein privat finanziertes Diagnostikunternehmen, das neuartige diagnostische Verfahren für die Untersuchung von Neugeborenen entwickelt und vermarktet, gab heute den Abschluss einer Serie A Finanzierung in Höhe von 4 Mio. Euro bekannt, an der sowohl bestehende als auch neue Investoren beteiligt waren. Im Rahmen der Transaktion schloss sich als neuer Investor die Alluti GmbH – Smart Invest, das Family Office des Unternehmers und Markenexperten Bert Bleicher, den an der Runde beteiligten Altinvestoren an. Zu letzeren gehören der Serienunternehmer Jochen Tschunke und der LSI Pre-Seed Fonds GmbH des Life Science Inkubator Bonn.

“Ich möchte allen Investoren der Serie A für ihre Unterstützung und ihren Einsatz für InfanDx danken”, sagte Dr. Achim Plum, CEO von InfanDx. “Die Erlöse dieser Serie A werden uns das Erreichen mehrerer entscheidender Meilensteine bei der Entwicklung unseres HypoxE®-Tests ermöglichen, die den Wert des Unternehmens deutlich steigern werden. Auf Grundlage dieser Meilensteine streben wir voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2022 eine Serie B Finanzierung an, die die Produkteinführung in Europa und eine mögliche Zulassung durch die US-amerikanische FDA finanzieren soll.”v

Frühere Meldung zur Ernennung von Achim Plum zum CEO von InfanDx

Das Schlüsselprodukt von InfanDx ist der so genannte HypoxE® Test für hypoxisch-ischemische Enzephalopathie (HIE). HIE als Folge einer Sauerstoffunterversorgung während der Geburt (perinatale Asphyxie) kann zu lebenslangen Beeinträchtigungen und Behinderungen der betroffenen Kinder führen. Etwa 1,5 bis 2,5 bei 1000  Geburten in Industrieländern, oder etwa 2,5 bis 25 Säuglinge je 1000 Geburten in Entwicklungsländern sind laut Angaben des amerikanischen NIH von HIE betroffen, die Datenlage gerade in unterentwickelten Ländern sei aber schwach. Die Langzeitfolgen von HIE können durch eine neuroprotektive Kältebehandlung (Hypothermie-Therapie) gemildert oder sogar verhindert werden. Damit diese belastende Therapie wirken kann, muss sie jedoch innerhalb von sechs Stunden nach der Geburt eingeleitet werden.

Geschwindigkeit und jede Stunde zählen

Dies erfordert geeignete diagnostische Verfahren, um die betroffenen Neugeborenen zuverlässig und rechtzeitig identifizieren zu können. Während die derzeitige Routinediagnostik keine schlüssige Diagnose in diesem Zeitfenster ermöglicht, ist der schnelle InfanDx HypoxyE-Test darauf ausgelegt, Kliniker bei der zeitgerechten Entscheidung zu unterstützen, ob Neugeborenen eine neuroprotektive Hypothermie-Behandlung benötigen. Das Produkt befindet sich in fortgeschrittener klinischer Entwicklung, die auf zwei einzigartigen, longitudinalen Kohortenstudien beruht: AAMBI (abgeschlossen) und BANON (in Kürze abgeschlossen). Diese Patientenkohorten erlauben InfanDx eine zielgerichtete Validierung der Biomarker und der für diese entwickelten diagnostischen Tests.

Finanzmittel für die nächsten Entwicklungsschritte zum Prototyp des Säugling-Tests

Diese essentiellen Vorarbeiten gemeinsam mit den in der Serie A eingeworbenen Mitteln sollen es InfanDx ermöglichen, in den nächsten 12-18 Monaten wichtige Meilensteine zu erreichen, u.a.:

  • das finale Design und die Validierung des HypoxE® Biomarkerpanels und des interpretativen Algorithmus,
  •  die Entwicklung von Prototypen des HypoxE® Tests für den Einsatz im Labor oder im patientennahen Umfeld, wie z.B. dem Kreissaal oder der Geburtsstation,
  • die Entwicklung einer Cloud-basierten Interpretationssoftware für den HypoxE®-Test zur Unterstützung klinischer Behandlungsentscheidungen bei HIE.

Das Unternehmen wurde 2010 in Köln gegründet und am Life Science Incubator des Center of Advanced European Studies and Research (caesar) in Bonn inkubiert, bevor es sich nach dieser erfolgreichen Start-up-Phase in 2018 auf dem BioCampus Cologne in Köln angesiedelt hat.

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