Mit der Übernahme der norwegischen Algeta durch das deutsche Pharmaunternehmen Bayer AG setzt sich der M&A Boom unter den Krebsspezialisten weiter fort. Bayer hat Algeta 2,1 Mrd. EUR in bar geboten und wird dafür rund 92,17 Prozent der Algeta Papiere in seinen Besitz überführen können. Laut Angebot müssen wohl mindestens 90 Prozent der Aktien angedient werden, bis dato liegen nun 92,17 Prozent vor. Laut eigenen Angaben hat Bayer die Deadline um zwei Tage verlängert, um die Zahlen noch einmal genauer nach zu rechnen. „Die Annahmequote basiere auf vorläufigen Zahlen und könne sich noch ändern“, so ein Bayer Firmen-Sprecher. Der faire Wert von Algeta läge bei geschätzten 1,9 Mrd. EUR, das Angebot von Bayer an die Algeta-Aktionäre liege somit 32 Prozent über dem Schlusskurs der Algeta-Aktie vom 25. November, dem Tag vor Überstellung der Offerte. Das Barangebot von Bayer steht nach wie vor bei 362 NOK je Algeta-Aktie.

Am 26. Februar 2014 soll der Deal dann stehen und sämtliche Formalitäten der Übernahme sollen noch im ersten Quartal in trockene Tücher gebracht werden. Mit dem Kauf von Algeta will sich Bayer auch den Prostatakrebs-Wirkstoff Xofigo einverleiben. Schon seit 2009 entwickeln Bayer und Algeto Xofigo im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung. Nachdem das Produkt in 2013 den Sprung auf den US-Markt vollziehen konnte und im November auch die EU-Zulassungsbehörde einer Vermarktung grünes Licht erteilte, ist die Übernahme von Algeta ein logischer Schritt, denn Bayer-Chef Dekkers traut Xofigo mehr als eine Milliarde EUR Umsatz jährlich zu. Damit besitzt Xofigo, das die wichtigste Neuentwicklung im Bayer Portfolio sein soll, das Potenzial eines Blockbusters.

Eine aussichtsreiche Pipeline

Der radioaktive Wirkstoff Xofigo ist nur einer von mehreren aussichtsreichen Kandidaten in der Entwicklungs-Pipeline der Norweger. In Kooperation mit der französischen Sanofi und der belgischen Biotechnologie Firma Ablynx sind weitere Produktkandidaten in Arbeit. So arbeitet Algeta beispielsweise an einem Wirkstoff, der auf dem radioaktiven Element Thorium 227 basiert.

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