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Bildnachweis: ITM Isotopen Technologien München AG .

Es ist viel passiert seit der Gründung der noch immer privat gehaltenen ITM Isotopen Technologien München AG (ITM) im Schatten des von der Münchner Bevölkerung als „Atom-Ei“ bezeichneten Forschungsreaktors der Technischen Universität München (TUM) im Jahr 2004. Ursprünglich als Radioisotopenhersteller gestartet, ist das Unternehmen mittlerweile nicht nur ein global vernetzter Anbieter innovativer medizinischer Radioisotope: ITM hat auch eine eigene Pipeline an hochpräzisen Radiotherapeutika und Diagnostika aufgebaut und sich so positioniert, um das wachsende Feld der personalisierten Medizin im Bereich Krebs zu erobern. Von Dr. Georg Kääb

 

Ein kurzer Ausflug in die Strahlenphysik macht den Ansatz deutlich: Während man in der bildgebenden Diagnostik auf für das Gewebe unbedenkliche Gammastrahler setzt („weiche Strahler“), sollen bei der Therapie Krebszellen durch einen etwas stärkeren Betastrahler gezielt und ohne Kollateralschäden für das umgebende gesunde Gewebe abgetötet werden. Durch Kombination eines geeigneten tumorspezifischen Zielmoleküls als Biomarker mit dem jeweiligen Radioisotop kann zwischen Diagnose und Therapie gewechselt werden. Man verbindet damit die beiden Bereiche auf molekularer Ebene hochspezifisch und gezielt: Dafür wurde das Kunstwort „Theranostics“ kreiert.

ITM: Heilen mit Isotopen

Bei ITM konzentrierte man sich seit 2009 auf die Entwicklung des Hauptprodukts, das hochreine therapeutische Radio­isotop Lutetium-177 ohne Trägerzusatz („no-carrier-added“, n.c.a.), für das 2016 die Marktzulassung durch die Euro­päische Arzneimittelagentur EMA und ein Drug Master File durch die US-Behörde FDA erteilt wurde. N.c.a. 177Lu ist auch unter dem Markennamen EndolucinBeta bekannt. Im Jahr 2010 begann parallel die Produktion des Germanium-68-Gallium-68-Generators der neuen Generation, der Gallium-68, ein Radioisotop für die Tumordiagnostik, mittels molekularer Bildgebung via PET/CT/MR verfügbar macht. Um als „One-Stop-Shop“ im radiopharmazeutischen Bereich zu fungieren, produziert ITM zusätzlich alle für die Verwendung und Verarbeitung diagnostischer und therapeutischer Radioisotope erforderlichen Geräte und evaluiert beständig weitere Alpha- oder Betastrahler in enger Zusammenarbeit mit einem internationalen Experten- und Ärztenetzwerk auf die Anwendbarkeit als therapeutisches Radioisotop.

Erfolgversprechende Pipeline

Der erste Produktkandidat aus der hauseigenen präzisionsonkologischen Pipeline befindet sich mittlerweile in der internationalen klinischen Phase-III-Studie COMPETE. Diese untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von zielgerichteter Radionuklidtherapie (Targeted Radionuclide Therapy) mit N.c.a.-177Lu-Edotreotid als therapeutisches Radiopharmazeutikum zur Behandlung von gastroentero-pankreatischen neuroendokrinen Tumoren (GEP-NETs). Damit steht ein Therapieprodukt vor der Zulassung, welches das Potenzial hat, die Behandlungsaussichten und Lebensqualität von Patienten mit dieser schwer behandelbaren Krebsart deutlich zu verbessern.

Mit TOCscan (68Ga-Edotreotid) hat ITM im Jahr 2018 einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer neuen Generation von Theranostika für NETs getan. TOCscan ist der diagnostische Begleiter von N.c.a.-177Lu-Edotreotid und ein gebrauchsfertiges Radiopharmazeutikum, das hochwertige PET-Bilder gewährleistet, um Tumore präzise zu lokalisieren. Die Marktzulassung wurde in Deutschland, Österreich und Frankreich bereits erteilt.

Sonderrolle im Feld der personalisierten Medizin

Die mittlerweile 300 Mitarbeiter starke ITM steht damit in einer Sonderrolle im Feld der personalisierten Medizin. Besonders mit der wachsenden präzisionsonkologischen Pipeline strebt die Firma eine Ausweitung ihrer internationalen Präsenz an.

Diese starke Wachstumsstrategie zeigt sich nicht nur in der Unterzeichnung mehrerer großer Radioisotopproduktions- und Lieferverträge, sondern auch in der Eröffnung neuer Produktionsstätten. Mit führenden Partnern soll die Pipeline um neue vielversprechende Kandidaten für verschiedene Indikationen wie neuroendokrine Tumoren, Glioblastome, Osteosarkome und Knochenmetastasen sowie Folat-Rezeptor-α-positive Tumoren wie Lungen-, Eierstock- oder Brustkrebs erweitert werden.

 

ITM ISOTOPEN TECHNOLOGIEN MÜNCHEN AG

Gründung: 2004

Ort: Garching bei München

CEO: Steffen Schuster

Beschäftigte: 300

Segment: Krebsdiagnostik und -therapeutika

Internet: www.itm.ag

Lesen Sie auf der nächsten Seite ein Interview mit Udo J. Vetter, Aufsichtsratsvorsitzender bei ITM.

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