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Das Immunonkologie-Unternehmen Affimed hat bekannt gegeben, dass ein Update der AFM24-102-Studie des Unternehmens bei fortgeschrittenem EGFR-Wildtyp (EGFRwt) nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vom 31. Mai bis 4. Juni 2024 in Chicago vorgestellt werden wird. Die an der Studie teilnehmenden Patienten werden mit der Kombination aus AFM24, dem innate cell engager (ICE) von Affimed, und Atezolizumab, dem Checkpoint-Inhibitor (CPI) von Roche, behandelt.

Affimed: Weitere Patienten werden aufgenommen

Zum Redaktionsschluss des Posters am 18. März hatten 17 Patienten mit EGFRwt-NSCLC die Kombinationsbehandlung erhalten, und bei 15 Patienten war das Ansprechen auswertbar. Ein Patient zeigte ein bestätigtes vollständiges Ansprechen, und drei Patienten zeigten ein bestätigtes partielles Ansprechen (PR). Darüber hinaus erreichten sieben Patienten einen stabilen Krankheitsverlauf, was zu einer Krankheitskontrollrate von 73,3 % (11/15 Patienten) führte. Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 5,9 Monate.

Dies stützt nach Angaben des Unternehmens die Hypothese, dass die Kombination von AFM24 mit Atezolizumab den Krebs-Immunitäts-Zyklus verstärken und eine alternative Strategie zur Überwindung der Resistenz gegen bestehende Therapien bei EGFR-exprimierenden Tumoren darstellen könnte.

AFM24 und Atezolizumab wurden in ihrer jeweiligen Einzeldosis verabreicht. Die Behandlung bei diesen stark vorbehandelten Patienten wurde gut vertragen. Die Nebenwirkungen standen im Einklang mit den bekannten Sicherheitsprofilen dieser Wirkstoffe. Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren leichte bis mäßige infusionsbedingte Reaktionen und ein vorübergehender leichter bis mäßiger Anstieg der Leberenzyme.

„Wir sind sehr ermutigt, objektive und dauerhafte Reaktionen bei Patienten zu sehen, bei denen mehrere Therapielinien, einschließlich Platindoubletten und Checkpoint-Inhibitoren, versagt haben“, sagte Dr. Andreas Harstrick, Chief Medical und amtierender Chief Executive Officer von Affimed. „Diese Daten unterstützen unsere Hypothese, dass die Kombination von AFM24 und PD-1-Targeting synergistisch auf den Immunitätszyklus wirken kann. Es ist bemerkenswert, dass dies mit einem chemotherapiefreien Ansatz erreicht werden kann. Wir sind entschlossen, die klinische Entwicklung dieser Therapie fortzusetzen und nehmen weitere Patienten sowohl für EGFRwt als auch für EGFRmut NSCLC auf.“

In die EGFRwt-NSCLC-Kohorte der Studie sollen bis zu 40 Patienten aufgenommen werden, in die EGFRmut-NSCLC-Kohorte bis zu 25 Patienten.

AFM24 ist ein tetravalentes, bispezifisches ICE, das das angeborene Immunsystem aktiviert, indem es an CD16A auf angeborenen Immunzellen und an den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR), ein auf soliden Tumoren weit verbreitetes Protein, bindet, um Krebszellen abzutöten. AFM24 wurde von Affimeds zweckdienlicher ROCK-Plattform entwickelt und zeichnet sich durch einen Wirkmechanismus aus, der EGFR als Andockstelle nutzt, um angeborene Immunzellen zu aktivieren und Tumorzellen durch antikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität und antikörperabhängige zelluläre Phagozytose abzutöten.

Autor/Autorin

Holger Garbs ist seit 2008 als Redakteur für die GoingPublic Media AG tätig. Er schreibt für die Plattform Life Sciences und die Unternehmeredition.