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Nach 51,15 GBp bietet die noch in Chicago beheimatete Abbvie nun 53,20 GBp pro Shire-Anteilsschein. Aktuell sieht es so aus, als wenn sich das Shire-Management durch diesen erneuten Vorstoß tatsächlich erweichen lassen würde. Wie die Unternehmensführung mitteilte, sei man angesichts der nur gebotenen 53,7 Mrd. USD – also 2,2 Mrd. mehr als das letzte Angebot der vergangenen Woche – bereit, den Investoren die Fusion zu empfehlen. In diversen Medien wird auch spekuliert, dass die Zustimmung zu Übernahmeverhandlungen von den Aktionären an das Shire-Management herangetragen wurde. Der Kauf des britischen Unternehmens soll in Form von Bargeld und neuen Abbvie-Aktien erfolgen. Shire-Aktionäre würden ein Viertel des entstehenden Unternehmens, das seinen Hauptsitz in Irland haben würde, halten. Aktuell laufen wohl bereits Gespräche zu den Details der geplanten Transaktion, was sich an der Börse bereits in einer gesteigerten Nachfrage nach Shire-Aktien auswirkte.

Hauptziel: Steuerlast senken?

Nach Pfizer will auch Abbvie der Steuerlast in den USA durch Verlegung des Firmensitzes nach Europa, wobei Irland als ganz besonders unternehmerfreundlich gilt, entgehen. Denn während in USA etwa 35% an Steuern anfallen, sind es in Großbritannien über 10% weniger. Shire hat seinen Firmensitz schon seit geraumer Zeit nach Dublin verlegt. 2013 generierte Shire, das sich auf seltene Erkrankungen spezialisiert hat, rund 4,8 Mrd. USD Umsatz, das meiste davon stammt jedoch aus den USA. Die britische Insel spielt für Shire deshalb nur noch eine ungeordnete Rolle, weshalb die geplante Fusion im Vorfeld auch keine größeren politischen Wellen schlug.

Vyvanse soll Humira ersetzen

Doch auch die Erweiterung des Portfolios – Abbvies Schlüsselmedikament Humira gegen Arthritis verliert schon Ende 2016 seinen Patentschutz – ist ein Grund für die Fusion. Steuerersparnisse und der Shire-Umsatzträger Vyvanse gegen ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) könnten den durch Humira-Generika verursachten Umsatzeinbruch ab 2016 abfedern helfen. Vieles spricht also dafür, dass die Übernahme schon in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden könnte. Und aktuell sieht es so aus, als wenn die Übernahmewelle in der gesamten Pharmabranche noch nicht auf ihrem Höhepunkt angekommen wäre. Die jüngste Meldung stammt von der im US-Bundesstaat Pennsylvania beheimateten Mylan Inc., die plant einen Teil des Generika-Geschäftes der Abbott Laboratories zu übernehmen. Lesen Sie hier mehr zum geplanten Deal.

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