Die Bedeutung von Interim-Managern als Beiräte in mittelständischen Familienunternehmern nimmt zu.  So würden die Unternehmen auf die wachsenden Herausforderungen, die sich aus ungeregelten Nachfolgesituationen, zunehmender Internationalisierung, technologischen Veränderungen oder steigendem Markt- und Erfolgsdruck ergeben, reagieren. Das findet eine aktuelle Studie zum Thema „Der Interim Manager als Beirat von mittelständischen Familienunternehmen“, für die rund 1.000 mittelständische Familienunternehmen befragt wurden.

Die Studie hat der Interim Executive der EBS Universität und qualifizierter Aufsichtsrat der Deutschen Börsen AG Thorsten Grobler in Zusammenarbeit mit der EBS Universität für Wirtschaft und Recht erstellt.

Laut Untersuchung übernehmen Interim-Manager zunehmend auch als Beiräte Verantwortung für die strategische Gesamtausrichtung der Unternehmen – in den vergangenen Jahren haben diese Manager mittelständische Firmen hingegen vor allem auf der operativen Ebene unterstützt.  

Insgesamt ist der Markt für Interim-Management in den vergangenen Jahren durchschnittlich um 10 bis 30% gewachsen und kommt mittlerweile auf ein geschätztes Marktvolumen von rund 1,2 Mrd. EUR (2013). Auch für die nächsten Jahre wird laut Studie mit jährlichen Steigerungsraten von 15 bis 20% gerechnet.

„Das Instrument Interim-Management hat sich im Mittelstand etabliert, ebenso die Installation eines Beirats als wirkungsvolles Beratungs- und Kontrollgremium“, kommentiert Thorsten Grobler. „Besondere Aufmerksamkeit verdient jedoch die Tatsache, dass gerade mittelständische Familienunternehmen zunehmend auf die Unterstützung externer Interim-Manager als Beiräte in ihren Firmen  zurückgreifen.“

7% der für die Studie befragten Unternehmen setzen Interim-Manager als Beiräte ein. Beinahe 28% der befragten Unternehmer rechnen darüber hinaus mit einer Zunahme der Bedeutung von Interim-Managern als Beiräte. Im Vergleich zu den übrigen Tätigkeitsfeldern würde dieses Einsatzgebiet damit einen beachtenswerten Stellenwert einnehmen. Insbesondere bei Sanierungen, Restrukturierungen oder strategischer Neuausrichtungen greifen Firmen häufig auf die Unterstützung eines Interim-Managers als Beirat zurück.

„Sondersituationen beziehen sich nicht nur auf Restrukturierungsmaßnahmen“, weiß Grobler. „Vielmehr gilt dies für eine Reihe von komplexen Problemstellungen, deren Lösung ein spezielles Know-how erfordert, das im Unternehmen häufig nicht vorhanden ist.“ Dazu gehören laut dem Spezialisten Nachfolgesituationen, Internationalisierung, interne Umstrukturierungen oder die Integration von Unternehmenszukäufen. „Auch zum Coaching des Beirats oder der Geschäftsführung sowie zur Mediation bei  Konflikten werden Interim-Manager zunehmend als Beiräte eingesetzt“, ergänzt Grobler.

Knapp 30% der in der Studie befragten Unternehmen nutzt bereits das Instrument „Interim-Management“ in Um‐ oder Restrukturierungsfällen, zur Überbrückung personeller Engpässe sowie zur Leitung von Sonderprojekten. So sei angesichts der ungeklärten Nachfolgeregelungen bei tausenden deutschen Mittelständlern in den kommenden Jahren mit einer deutlichen Steigerung des Einsatzes von Interim-Managern zu rechnen.

 

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