Bildnachweis: Vonovia SE.

Für Deutschlands größten Immobilienkonzern Vonovia (www.vonovia.de) kommt eine Übernahme des angeschlagenen Konkurrenten Adler Group (www.adler-group.com) nicht mehr in Betracht.

„Die Märkte haben sich verändert und deswegen ist für uns die ursprüngliche Überlegung, die Adler Group zu übernehmen, definitiv vom Tisch“, sagte Unternehmenschef Rolf Buch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch. Die Entscheidung von damals könne man deshalb auch kritisch hinterfragen.

Vonovia wurde vor einigen Monaten größter Aktionär beim Branchenrivalen Adler Group, der in schweres Fahrwasser geraten war. Das Unternehmen sicherte sich im Wege der Pfandverwertung einen Anteil von 20,5% an dem Konkurrenten.

Adler ist in das Visier der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geraten. Am Montag teilte die BaFin mit, dass die Jahresbilanz 2019 der Adler Real Estate fehlerhaft sei. Der Wert eines Projekts zur Entwicklung einer ehemaligen Glashütte in Düsseldorf sei mit 375 Mio. EUR etwa doppelt so hoch angesetzt worden wie der Marktwert.

Adler hält hingegen an der vollumfänglichen Richtigkeit und Ordnungsmäßigkeit des testierten Konzernabschlusses für 2019 fest und will Rechtsmittel gegen den Bescheid der BaFin einlegen.

Für Adler ist es ein erneuter Schlag. Das Unternehmen hatte Ende April trotz der Verweigerung des Testats durch die Wirtschaftsprüfer von KPMG Zahlen für 2021 vorgelegt – dabei war wegen hoher Abschreibungen ein Milliardenverlust angefallen. Für den Jahres- und Konzernabschluss 2022 steht KPMG nicht mehr als Wirtschaftsprüfer zur Verfügung. Wegen des fehlenden Prüf-Testats hatten fast alle Mitglieder des Verwaltungsrats ihren Rücktritt erklärt. Verwaltungsratschef Stefan Kirsten hatte jedoch nur vier davon angenommen.

Jahres-Chart:

Quelle: www.finanzen.net

Die Vonovia SE ist ein Immobilienunternehmen, das sich auf die Verwaltung und den Bau von privaten Wohnungen spezialisiert. Vonovia besitzt rund 550.000 Wohnungen; hinzu kommen rund 72.000 verwaltete Wohnungen. Das Unternehmen investiert in die Instandhaltung, Modernisierung und den seniorenfreundlichen Umbau der Gebäude. Zudem baut das Unternehmen zunehmend neue Wohnungen durch Nachverdichtung und Aufstockung. Umsatz 2021: 5,43 Mrd. EUR.

Die Aktie notiert u.a. im Prime Standard der Börse Frankfurt. Aktuelle Marktkapitalisierung: 25,1 Mrd. EUR.