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Die Schweizer Matador Secondary Private Equity AG (ISIN: CH0042797206, MarketCap 54 Mio. EUR) erwirbt Anteile an Private Equity (PE) Fonds auf dem Sekundärmerkt. Der nun vorgelegte Halbjahresfinanzbericht bestätigt die am 3. September veröffentlichten vorläufigen Zahlen: der Wert des Portfolios ist gestiegen, der Portfolio-Cashflow war positiv. Von Oliver Vollbrecht 


Finale Zahlen bestätigen die vorläufigen Werte

In punkto Kapitalmarktorientierung haben die Schweizer in den vergangenen zwölf Monaten ordentlich Gas gegeben. Um internationalen Investoren die Vergleichbarkeit des Zahlenwerks zu erleichtern, wurde nun auch die bereits angekündigte Umstellung von Swiss GAAP auf IFRS vollzogen. Der H1-Bericht ist erstmals nach IFRS erstellt, die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Der testierte Halbjahresfinanzbericht bestätigt die vorläufigen Zahlen. Demnach erreichte das währungsbereinigte Nettoergebnis 3,7 Mio. CHF nach 2,9 Mio. CHF im Vorjahreszeitraum. Das berichtete, unbereinigte Nettoergebnis belief sich auf 5 Mio. CHF, nachdem es aufgrund von Währungseinflüssen im Vorjahreszeitraum bei -4,0 Mio. CHF lag. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 3,60 CHF nach -2,79 CHF im Vorjahreszeitraum. Da Matador in Schweizer Franken bilanziert, der Großteil der Fonds aber in US-Dollar notiert, unterliegt das Ergebnis Fremdwährungseinflüssen, die teilweise erheblich sein können.

Nicht nur IPO-Hochkaräter treiben das Wachstum

Die Schweizer sind über drei Fonds an Elon Musks SpaceX beteiligt und hatten bereits am 18. Mai auf zu erwartende positive Effekte aus dem Mega-IPO hingewiesen. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Vorstand aus diesem Engagement mit einem Wertzuwachs von 2 Mio. CHF, der in den Zahlen des ersten Halbjahrs allenfalls teilweise enthalten sein dürfte. Zudem prognostiziert Matador nach Ablauf der Lockup-Fristen der Fonds Ausschüttungen von 2,5 Mio. CHF. Weitere prominente Börsengänge stehen bis zum Jahresende an – der Vorstand spricht von einem  „offenstehende IPO-Fenster in den USA“.

Das Going Public von SpaceX brachte Visibilität und verlieh der Matador-Aktie zeitweise Rückenwind. Doch bei aller Euphorie über hochkarätige Börsengänge betont der Vorstand: „Neben den IPOs sorgten vor allem die zahlreichen Small- und Mid-Buyout Transaktionen für eine Vielzahl attraktiver Exits, wobei die Ausschüttungen mehrheitlich und kontinuierlich im Small- und Mid-Buyout Bereich entstanden sind.“

Das Portfolio und der Cashflow

Eine entscheidende Kenngröße für Matador ist der Wert des Private-Equity-Portfolios, also die Summe der Net Asset Values (NAVs) aller Fondsbeteiligungen. Zum Stichtag 30. Juni lag dieser Wert mit 71,0 Mio. CHF um 6,8 % über dem Vorjahreswert von 66,5 Mio. CHF. Wichtig ist zudem die Cashflow-Betrachtung auf Portfolioebene: Kapitalabrufen von 3,4 Mio. CHF standen vereinnahmte Ausschüttungen von 4 Mio. CHF gegenüber. Das PE-Portfolio war somit Cashflow-positiv, wodurch Mittel für weitere Investitionen freigesetzt wurden.

Der Markt bietet Kaufgelegenheiten

Für den Einsatz dieser freien Mittel sieht der Vorstand sehr gute Voraussetzungen. Das Volumen des Sekundärmarkts sei im letzten Jahr auf über 200 Mrd. USD angestiegen und auch für 2026 zeichneten sich neue Rekordvolumina ab. „Die Marktaktivitäten wurden dabei maßgeblich von Investoren getrieben, die Liquidität in ihren Portfolios freisetzen mussten und das Angebot übersteigt weiterhin die Nachfrage“, so der Vorstand.

Erfahrungswerte sprechen für Upside

Bei der Betrachtung des Portfoliowerts ist zu berücksichtigen, dass in der Vergangenheit Exits zumeist über den zuletzt berichteten NAVs platziert werden konnten. „Langfristige Analysen des Private-Equity-Marktes zeigen, dass Veräußerungen von Private Equity Portfoliounternehmen im Durchschnitt rund 25 % über dem zuletzt bilanzierten Wert erfolgen“, so der Vorstand. Ein gewisse Wertsteigerung der bilanzieren NAVs beim Exit ist also durchaus realistisch.

Fazit

6 Monatschart Matador Secondary Private Equity Stand 01.10.2026 16:02 Uhr || Quelle: onvista.de

Der finale H1-Bericht bestätigt die vorläufigen Zahlen. IFRS erhöht die Transparenz für internationale Investoren, das Management erläutert auf Kapitalmarktkonferenzen und Roadshows das Geschäftsmodell. Die Grundidee ist überzeugend: mit einer börsentäglich gehandelten Aktie in eine attraktive Assetklasse zu investieren. Zudem hat das Unternehmen erstmals einen Mittelfristausblick veröffentlicht, der eine Verdoppelung des Portfoliowerts und des Eigenkapitals bis 2030 in Aussicht stellt. Und dennoch hat der Aktienkurs nach einem Zwischenhoch im Juni deutlich nachgegeben. Was der Aktie Schwung verleihen könnte, wären Neuinvestments – und die sind dank des positiven Portfolio-Cashflows in greifbare Nähe gerückt. In den kommenden Wochen dürften die Analysten auf Basis der H1-Zahlen ihre Studien anpassen. Im März 2026 sah SMC Research das Kursziel bei 4,80 EUR – der aktuelle Kurs von 3,60 EUR liegt deutlich darunter.

Autor/Autorin

Oliver Vollbrecht
Investor und Autor

Oliver Vollbrecht beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Geschäftsmodellen – als freier Journalist, Investor Relations-Manager und -Berater, als Investor und HV-Sprecher für die DSW. Der Schwerpunkt seiner journalistischen Arbeit liegt bei börsennotierten Unternehmen der DACH-Region.